Der neue Prinz von Köln: Said El Mala tritt endgültig Podolskis Erbe an

Said El Mala im Training
Engagiert im Training: Said El Mala kurz vor der Verkündung seiner Verlängerung. Foto: Bucco

So früh war noch nie Prinzen-Proklamation: Der 1. FC Köln geht mit Said El Mala als Nummer 10 in die neue Bundesliga-Saison. Damit tritt er endgültig in die großen Fußstapfen von Lukas Podolski.

Ein Kommentar von Alexander Haubrichs

Alle Verhandlungen sind gestoppt, die Gerüchteküche kann den Betrieb einstellen: Said El Mala wird auch in der neuen Saison für den 1. FC Köln spielen. Und er übernimmt dabei die legendäre Nummer 10, die seit dem Weggang von Lukas Podolski – unbeachtet des kurzen Intermezzos mit Patrick Helmes – nicht mehr vergeben wurde. Es sind große Fußstapfen, doch El Mala hat die Qualität und das Selbstvertrauen, sie zu füllen.

Nach der Nummer 14 von Jonas Hector (jetzt Gideon Mensah) und der Nummer 27 von Anthony Modeste (jetzt Thijs Dallinga) ist nun also auch die dritte legendäre Nummer aus der jüngeren FC-Vergangenheit vergeben: Der 1. FC Köln hat einen neuen Prinzen. El Mala tritt in vielen Bereichen die Nachfolge von Lukas Podolski an.

Seitdem der Weltmeister den FC verlassen hat, hat niemand mehr am Geißbockheim die Aufmerksamkeit so auf sich gezogen wie Said El Mala. Wenn die Kinder während des Trainings seinen Namen skandieren, wenn die Trikotverkäufe in die Höhe schnellen, wenn auf Tore für den Klassenerhalt gehofft wird, dann ist es immer El Mala, der im Fokus steht.

Lukas Podolski applaudiert den Fans.
Lukas Podolski im FC-Trikot mit der Nummer 10.

Der wohl baldige Nationalspieler wird das Ganze mit seinen gerade mal 19 Jahren aber auch aushalten müssen: Den Druck, Führungsspieler zu sein, im Blick der gegnerischen Abwehrreihen wie der Kameras auf Schritt und Tritt. Ein derartiger Fokus auf eine Person gab es seit der Ära Podolski nicht mehr in Köln. Er trägt auch das Risiko in sich, zu scheitern – auch Prinz Poldi konnte dreimal nicht verhindern, dass sein geliebter FC in die 2. Liga abstieg.

Mehr Chance als Risiko

Deshalb ist es ein mutiger Schritt, den der 1. FC Köln mit seinem Shootingstar geht. Es ist aber auch ein Schritt, der riesige Chancen birgt. Auf eine sportliche Weiterentwicklung mit der Möglichkeit, den FC noch fester in der Bundesliga zu etablieren. Auf eine Euphorie rund um das Geißbockheim, die eine Eigendynamik des Erfolgs auslöst. Auf eine weitere Wertexplosion, die sowohl El Mala als auch den Club im kommenden Sommer von einer positiven Entwicklung profitieren lässt. Es ist wahrscheinlich, dass man neben einer ordentlichen Gehaltserhöhung auch eine Regelung getroffen hat, wann und zu welchen Bedingungen El Mala im kommenden Sommer wechseln kann, um einen neuerlichen Poker zu vermeiden. Auch unabhängig einer Ausstiegsklausel, die es nach wie vor nicht geben soll.

Damit das alles gut endet, muss Said El Mala einfach da weitermachen, wo er in diesem Sommer aufgehört hat: Ungeachtet aller Nebengeräusche sich auf das tägliche Geschäft, die persönliche Weiterentwicklung, die Fortschritte der Mannschaft und den nächsten Gegner zu fokussieren. Sein Reifeprozess in den letzten Wochen brachte nicht nur seinen Trainer, sondern auch neutrale Beobachter ins Staunen. Jetzt darf der neue Prinz von Köln auf dem Rasen weiter die Fans ins Schwärmen bringen.

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