Kwasniok will nicht schönreden: „So wird es nicht reichen“

Lukas Kwasniok beim Testspiel in Bergisch Gladbach. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok beim Testspiel in Bergisch Gladbach. (Foto: Bucco)

Lukas Kwasniok hat nicht nur sein erstes Testspiel gewonnen, sondern auch die Erkenntnis, dass auf ihn und den 1. FC Köln noch reichlich Arbeit wartet. Sein Fazit nach dem 7:1 beim SV Bergisch Gladbach.

Die Zahlen auf der Anzeigetafel stimmten, vieles andere jedoch noch nicht. Das sah auch Lukas Kwasniok so, als er am Samstagnachmittag über sein Debüt als Cheftrainer des 1. FC Köln sprach. Nach dem ersten Testspiel des Sommers, ein letztlich standesgemäßes 7:1 beim SV Bergisch Gladbach, fällte der 44-Jährige ein gemischtes Fazit.

„Wir haben sieben Tore erzielt, das war ganz gut“, begann Kwasniok mit dem Offensichtlichen und ließ nicht nur ein Aber folgen: „Wir hatten schon auch ein paar Probleme, das war offensichtlich, das hat jeder gesehen.“

„Die Sterne vom Himmel haben wir nicht gespielt“

Nach sieben Wochen Urlaub und erst fünf Tagen Training tat sich der FC beim Mittelrheinligisten schwer, ins Spiel zu finden. Die drei Tore in Halbzeit eins fielen innerhalb von fünf Minuten – davor und danach wollte der Mannschaft nicht wirklich viel gelingen. „Ich bin keiner, der Dinge schönredet. Die Sterne vom Himmel haben wir nicht gespielt“, gab Kwasniok zu, merkte aber sogleich an: „Das war auch nicht erwartbar nach fünf Trainingstagen.“

Bergisch Gladbach konnte die Kölner Defensive zunächst überraschend häufig in Bedrängnis bringen. „Sie haben es gut gemacht“, lobte Kwasniok den unterklassigen Gegner und hatte gleichzeitig eine Erklärung parat: „Die Jungs in der ersten Halbzeit hatten ein spielsystematisches Problem. Ein 3-4-3 passt nicht so gut auf ein 4-3-3, weil der Sechser des Gegners nicht kontrolliert werden kann. Das ist in einem 4-2-3-1 etwas leichter.“

Es war eine gute Basis-Woche – jetzt geht es darum, im Detail an Dingen zu arbeiten.

Lukas Kwasniok

Das 3-4-3, das der FC im ersten Durchgang praktizierte, war Kwasnioks favorisiertes System in Paderborn. Mit dem 4-2-3-1, auf das der Trainer in Bergisch Gladbach zur zweiten Halbzeit umstellte, strahlten die Geißböcke mehr Dominanz und Sicherheit aus – was für die kommenden Wochen und Monate natürlich noch nichts heißen muss.

Woran Kwasniok „intensiv“ arbeiten will

Zufrieden ist Kwasniok nach den ersten gemeinsamen Tagen mit dem Einsatz seiner neuen Mannschaft. „Das war alles top in der ersten Woche“, so der Chefcoach, der nach dem trainingsfreien Sonntag Fortschritte sehen will: „Es war eine gute Basis-Woche – jetzt geht es darum, im Detail an Dingen zu arbeiten. So wird es noch nicht ganz reichen.“

Seine erste Erkenntnis: „Dass das ein Anfang war – in keinster Form mehr.“ Der Bundesliga-Debütant kündigte wenig überraschend an: „Wir müssen intensiv an Ballbesitz-Strukturen arbeiten. Auch gegen den Ball, wo wir bislang noch gar nichts gemacht haben, müssen wir klare Abläufe reinbekommen.“ Wobei Kwasniok bei letzterem Aspekt noch Nachsicht habe: „Das werden wir erst im Trainingslager machen, wenn die Gegner etwas komplexer und schwieriger werden.“ Zunächst mal habe der FC insbesondere mit Ball noch „Luft nach oben“.

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