Kwasniok will weiterhin Verstärkung: „Wir brauchen da jemanden“

Kristoffer Lund ist für Lukas Kwasniok aktuell der einzige etatmäßige Linksverteidiger im Kader. (Foto: Bucco)
Kristoffer Lund ist für Lukas Kwasniok aktuell der einzige etatmäßige Linksverteidiger im Kader. (Foto: Bucco)

Viel soll sich beim 1. FC Köln auf der Zugangsseite nicht mehr tun. Auf einer Position wünscht sich Lukas Kwasniok allerdings weiterhin eine Verstärkung. Einen zusätzlichen Stürmer benötigt der FC-Trainer derweil nicht.

Noch gut eineinhalb Wochen hat das Transferfenster geöffnet. Der 1. FC Köln will diese Zeit insbesondere nutzen, um seinen Kader zu verkleinern – bereits ab dem heutigen Freitag nehmen drei weitere Spieler, mit denen die Geißböcke nicht mehr planen, nicht mehr am Mannschaftstraining teil. Doch auch auf der Zugangsseite bleibt die Tür offen.

Dass sich hier noch etwas tut, sei „nicht auszuschließen“, erklärte Lukas Kwasniok am Donnerstagabend beim FC-Talk des Kölner Stadt-Anzeiger und Express. „Auf den allermeisten Positionen sind wir doppelt und dreifach ordentlich aufgestellt“, äußerte sich der Trainer nach bislang elf Verstärkungen für den Profi-Kader zufrieden, „aber auf der Linksverteidiger-Position sind wir nur einfach besetzt.“

Pacarada schon nicht mehr erwähnt

Neuzugang Kristoffer Lund (per Leihe aus Palermo) ist nach Meinung des Kölner Coaches aktuell die einzige etatmäßige Option für die linke Schiene. „Wir haben Lundi, ansonsten muss ich da entweder Kaminski oder Maina spielen lassen, die diese Position spielen können – aber das ist nicht ihre 1A-Position. Deswegen schauen wir nach Alternativen.“

Auffällig: Den gelernten Linksverteidiger Leart Pacarada erwähnt Kwasniok gar nicht mehr. Somit dürfte der 30-Jährige zu den drei Spielern gehören, die ab Freitag nicht mehr mit dem Profi-Team trainieren (der GEISSBLOG berichtete).

Obermair? „Bauchen jemanden und er ist gut“

Dass Kwasniok bei der erwähnten Suche nach Alternativen vor allem nach Paderborn schaut, wo er seinen ehemaligen SCP-Kapitän Raphael Obermair loseisen möchte, ist ein offenes Geheimnis. In den vergangenen Wochen hatte der FC-Trainer das Interesse am Außenverteidiger des SCP immer wieder öffentlich bekundet und unter anderem erklärt: „Das ist ein 29-jähriger Spieler, der in den vergangenen drei Jahren einer der besten Spieler in Paderborn war – bei einem Sprungbrett-Verein, wie man sich genannt hat. Hoffentlich bekommt er die Möglichkeit.“ Die Möglichkeit, in die Bundesliga zu wechseln, versteht sich.

Paderborn-Coach Ralf Kettemann hatte darauf zuletzt mit Kritik geantwortet: „Was ich nicht cool finde, ist, dass man Paderborn in die moralische Peitsche mit reinnimmt und sagt, dass es schön wäre, wenn der SC Paderborn dem Spieler das ermöglicht. Das ist eine sehr subjektive Sichtweise.“

Raphael Obermair und Lukas Kwasniok kennen sich gut aus Paderborn. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Raphael Obermair und Lukas Kwasniok kennen sich gut aus Paderborn. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Kwasniok erklärte am Donnerstag, er habe den Konter seines Paderborner Nachfolgers „nicht mitbekommen“, ließ aber durchblicken, dass sein Interesse an Obermair weiterhin aktuell ist: „Wir brauchen da jemanden und er ist gut.“ Nach GEISSBLOG-Informationen arbeitet der FC im Hintergrund immer noch an einem Transfer-Durchbruch. Geschafft ist dieser allerdings nach wie vor nicht.

Warum Kwasniok keinen weiteren Stürmer will

Einen weiteren Stoßstürmer wünscht sich Kwasniok derweil nicht, auch das erläuterte der 44-Jährige in der Gesprächsrunde am Donnerstagabend. „Was ist denn Ragnar Ache?“, stellte der Trainer eine Reihe von Gegenfragen: „Sollen wir einen holen, der noch teurer ist und sagen Ragnar, dass er bei der U21 spielen soll?“

Für die drei vorderen Positionen in seinem 3-4-3-System habe er aktuell sieben Spieler. Und die Rolle des Stoßstürmers, wenn der FC überhaupt auf solch ein Profil setzt, soll definitiv dem aus Kaiserslautern verpflichteten Ache zufallen. „Wir wollen Ragnar erst mal in der Bundesliga beweisen lassen, dass er es draufhat. Er hat mit der intensiven Spielart zu Beginn etwas gefremdelt, nimmt das jetzt aber total an.“

Selbst wenn wir einen noch holen, haben wir keine Garantie, dass er in der Bundesliga 15 Tore macht – da sind wir in einem anderen Regal.

Lukas Kwasniok

Beim Pokal-Drama in Regensburg wurde Ache nach 75 Minuten eingewechselt und bereitete beide Kölner Treffer per Kopf vor. Mit dem Ex-Hoffenheimer Marius Bülter habe der FC noch einen weiteren Stürmer „mit einem anderen Profil“ geholt, so Kwasniok, der ausführte: „Wir könnten mit einer Doppelspitze spielen, haben auch mit Jan Thielmann eine Variationsmöglichkeit.“ Und: „Selbst wenn wir noch einen holen, haben wir keine Garantie, dass er in der Bundesliga 15 Tore macht – da sind wir in einem anderen Regal.“ Kwasnioks Vertrauen gehört Ache.

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