Der 1. FC Köln hat sich mit sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen in der Bundesliga zurückgemeldet. Der 4:1-Sieg gegen den SC Freiburg sorgte am Sonntagabend für Euphorie im RheinEnergieStadion. Lukas Kwasniok und Thomas Kessler sahen allerdings nicht nur Positives. Die Stimmen zum Gala-Auftritt im ersten Heimspiel.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge
Jakub Kaminski
„Wir haben heute wirklich gut gespielt. Das erste Spiel nach der Bundesliga-Rückkehr im RheinEnergieStadion – wir haben die ganze Stimmung und Energie mit auf den Platz genommen. Für mich ist das ganz anders als in Wolfsburg. Die Leute hier sind alle verrückt, ich mag das. Der FC ist ein großer Verein mit großer Tradition und großer Stimmung. Wir brauchen das, das ist unser zwölfter Spieler auf dem Platz. Die Flanke von Marius vor meinem 1:0 war super. Ich habe lange Zeit auf mein Tor gewartet und freue mich sehr. Ich hoffe, es bleibt nicht das letzte in dieser Saison. Es soll noch viel mehr kommen.“
Jan Thielmann
„Die ersten 60 Minuten war es ein hartes Stück Arbeit, ab der 70. Minute hat es einfach nur noch Spaß gemacht. Da war ich leider schon draußen, aber auch den Jungs zuzugucken, hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, sowohl taktisch als auch mental, haben schöne Tore gemacht. Dass es am Ende vier waren, tut unserer Offensive ganz gut. Wir sind unter dem neuen Trainer und mit neuen Taktiken unberechenbar. Sich darauf einzustellen als Gegner, ist noch nicht ganz so leicht. Wir haben qualitativ gute Jungs eingekauft und harmonieren schon sehr gut. Deswegen läuft es.“
Marius Bülter
„Es freut mich natürlich, dass es so gut läuft. Ich bin gut aufgenommen worden, die Mannschaft hat es mir leicht gemacht. Mit den Mitspielern und den Trainern passt es – und dann kommt auch noch ein bisschen Glück dazu. Wir haben Prinzipien. Eines davon ist, dass der zweite Pfosten besetzt ist, wenn wir Flanken schlagen. Es war eine super Flanke von Jan. In diesem Stadion zu spielen, mit diesen Emotionen, war ein Grund, warum ich hierhin gekommen bin. Wir müssen auf dem Boden bleiben, es waren nur zwei Spiele. Aber wir müssen den Moment genießen und auch feiern. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass wir weiter hart arbeiten müssen, um solche Erfolge zu feiern. Auch wenn mal schlechtere Momente kommen sollten, müssen wir da gemeinsam durchgehen. Es sind sechs Punkte für den Klassenerhalt, das sollte jedem klar sein.“
Thomas Kessler
„Ich bin happy, dass wir das Spiel gewonnen haben. In der ersten Halbzeit hatten wir Phasen, wo wir uns mit Ball schwergetan haben. Dann war es wichtig, dass wir nach einem abgewehrten Ball mit 1:0 in Führung gegangen sind. Wir hätten noch deutlich mehr Räume gehabt, die wir hätten bespielen können. Das haben wir nicht so richtig geschafft. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass das heute für den einen oder anderen das erste Heimspiel vor 50.000 war. Wir haben im letzten Drittel viele gute Entscheidungen getroffen und Profit daraus geschlagen. Freiburg hat eine hohe Qualität, wenn du das 2:0, das 3:0 und sogar noch das 4:0 machst – klar ist das schön, da ist vieles für uns in die richtige Richtung gelaufen. Darüber kann man sich sehr freuen, das tun wir alle. Wir müssen das aber auch vernünftig einordnen, weil nicht alles so war, dass man Freiburg hier aus dem Stadion gefegt hat. Ich habe viele Dinge gesehen, wo wir mit Ball auch noch bessere Entscheidungen hätten treffen können. Hinten haben wir sehr souverän verteidigt, auch wenn wir einmal bei einem Standard nicht aufgepasst haben. Wir sind hier in Köln, wir sind gut darin, uns selbst auf die Schippe zu nehmen – in die Richtung habe ich heute viel gehört. Das ist das, was wir haben wollen: Wir haben letztes Jahr sehr dafür gekämpft, zurück in die Bundesliga zu kommen. Wenn man dann im ersten Heimspiel vier Tore schießt, haben die Leute jedes Recht, sich darüber zu freuen.“
Lukas Kwasniok
„Wenn du 4:1 gewinnst, hast du nicht ganz so viel auszusetzen. Vor allem nicht am Ergebnis. Ich fand aber schon, dass wir in den ersten 25 Minuten mit dem Ball kein gutes Spiel gemacht haben. Gegen den Ball war es von Beginn an griffig. Ich will nicht zu pingelig sein, aber vor uns liegt noch viel Arbeit. Wir sind nach einem abgewehrten Ball zum 1:0 gekommen, das hat uns in die Karten gespielt. Durch das frühe 2:0 in der zweiten Halbzeit ist das Selbstvertrauen der Jungs immens gestiegen. Mit der Euphorie, die im Stadion herrschte, konnten die Jungs das dritte und das vierte nachlegen. Die Leistung war in Ordnung, sie war nicht top-top. In Mainz hatten wir das Glück auf unserer Seite, heute war es ein verdienter Sieg, auch wenn er vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen ist. Wir freuen uns über den Saisonstart, können ihn aber gut einordnen und werden weiter hart arbeiten. Wir wollen unser Punktekonto weiter aufpimpen. Wir müssen die Kirche im Dorf behalten, aber Siege in der Bundesliga darfst du einfach ausgiebig feiern. Das Schöne ist, dass sich der Kölner auch ein wenig selbst auf die Schippe nehmen kann, schon am zweiten Spieltag eine Selbstironie an den Tag legt und von Europapokal singt – darauf musst du dich einlassen, aber die Leute im richtigen Moment auch wieder auf den Boden der Tatsachen katapultieren.“
Julian Schuster
„Die Grundlage, um ein Spiel in der Bundesliga für sich entscheiden zu können, ist die Defensive. Das hat uns in der vergangenen Saison ausgezeichnet und erfolgreich gemacht. Wir haben jetzt zweimal richtig auf die Mütze bekommen. Unser Auftrag ist klar in der Länderspielpause. Herzlichen Glückwunsch an Köln, es war eine verdiente Niederlage.“








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