Auf Platz drei in die Länderspielpause: Der FC schießt Freiburg ab!

Jan Thielmann (r.) machte mit seinem 3:0 den Deckel drauf. (Foto: Bucco)
Jan Thielmann (r.) machte mit seinem 3:0 den Deckel drauf. (Foto: Bucco)

Zweites Spiel, zweiter Sieg – und was für einer! Der 1. FC Köln hat nach dem FSV Mainz 05 einen weiteren Europapokal-Teilnehmer geschlagen. Dank eines starken 4:1 (1:0)-Erfolgs gegen den SC Freiburg sind die Geißböcke am Sonntagabend auf Platz drei gesprungen.

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge

Das RheinEnergieStadion war bereit für sein erstes Bundesliga-Spiel seit 477 Tagen, das konnte man am Sonntagabend gar nicht überhören. Schon die ersten Sekunden des Heimauftakts gegen den SC Freiburg fanden vor einer ohrenbetäubend lauten Kulisse statt. Auf dem Rasen lieferte der 1. FC Köln anschließend eine Leistung ab, die die Euphorie auf den Rängen weiter und weiter steigen ließ. Trainer Lukas Kwasniok benötigte bei seinem Debüt in Müngersdorf gerade mal 60 Minuten, um die frenetischen FC-Fans von Mailand singen zu lassen.

Tore und Highlights

23. Minute: Nach einer Anfangsphase mit mehr als 60 Prozent Ballbesitz für die Gäste war es der FC, der die erste wirklich hochkarätige Möglichkeit des Abends hatte. Nach einer Halbfeldflanke von Kristoffer Lund schloss der einlaufende Jan Thielmann am zweiten Pfosten direkt aus der Luft ab, scheiterte aber an Freiburgs Torhüter Noah Atubolu.

35. Minute: Die Thielmann-Chance ließ den FC auftauen und immer mutiger werden – der Führungstreffer war die Folge. Freiburg konnte einen Kölner Eckball nur unzureichend klären. Im dritten Anlauf flankte Marius Bülter von rechts in den Fünfmeterraum, wo Jakub Kaminski am zweiten Pfosten bereitstand und zum 1:0 einschoss.

Jakub Kaminski jubelt über sein erstes Bundesliga-Tor für den 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Jakub Kaminski jubelt über sein erstes Bundesliga-Tor für den 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

47. Minute: Was auch immer sich Freiburg in der Kabine für die zweite Halbzeit vorgenommen hatte – der Plan war schnell dahin. Genau 100 Sekunden waren nach Wiederanpfiff gespielt, als Thielmann auf der rechten Außenbahn viel Zeit hatte, den Kopf von Bülter anvisierte und mit seiner Flanke den gewünschten Erfolg hatte. Der Angreifer, der schon in der Vorwoche in Mainz getroffen hatte, rauschte am zweiten Pfosten heran und wuchtete den Ball zum 2:0 ins lange Eck.

57. Minute: Zehn Minuten später wackelte das Netz vor der Südkurve erneut, Bülter revanchierte sich bei Thielmann und sammelte seinen dritten Scorerpunkt des Abends ein. Der Ex-Hoffenheimer kam links an den Ball, sah Thielmann im Rückraum und dieser zog sofort ab – das 3:0, die Entscheidung!

60. Minute: Der FC kaufte dem Europa-League-Teilnehmer aus Freiburg völlig den Schneid ab, von den Gästen kam kein Aufbäumen – und auf den Rängen wurde gefeiert! Nach einer Stunde stimmte die Nordkurve das Mailand-Lied an, das gesamte Stadion sang mit. Kurz darauf feierte die Südkurve den FC als Nummer eins am Rhein. Gänsehaut-Momente, die nach dem Abstieg und einem nicht immer leichten Jahr in der 2. Bundesliga jedem in Rot-Weiß guttaten.

81. Minute: Und es durfte weitergefeiert werden. Nach einer Kopfballverlängerung von Ragnar Ache ließ Freiburg den ebenfalls eingewechselten Said El Mala auf der linken Seite dribbeln. El Mala wollte eigentlich Ache bedienen, doch der Ball landete etwas glücklich wieder beim Shootingstar, der ihn kurzerhand zum 4:0 in den Winkel knallte. Sein erstes Bundesliga-Tor, und das vor der Südkurve.

84. Minute: Nach einem Freiburger Eckball verhinderte Maximilian Eggestein mit seinem Ehrentreffer zum 4:1, dass der FC als einziger Bundesligist gegentorlos bleibt. Die FC-Fans störte dieser kleine Schönheitsfleck auf der Anzeigetafel wenig bis gar nicht. „Deutscher Meister wird nur der FC Köln“, skandierte die Südkurve in den Schlussminuten dieses Gala-Auftritts.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, van den Berg, Hübers (46. Schmied), Lund (68. Gazibegovic) – Johannesson, Martel, Huseinbasic (59. Krauß) – Thielmann (68. S. El Mala), Bülter (76. Ache), Kaminski

Zur Aufstellung: Lukas Kwasniok hatte schon während der Vorbereitung angekündigt, mit seinen Aufstellungen immer mal wieder überraschen zu wollen. Gegen Freiburg tat er es mit einem 4-3-3. Der FC-Trainer entschied sich erstmals von Beginn an für eine Viererkette, in deren Zentrum Rav van den Berg sein Debüt feierte. Vor Sechser Eric Martel starteten Isak Johannesson und Denis Huseinbasic als Achter – letzterer hatte es vor zwei Wochen im DFB-Pokal nicht mal in den Kader geschafft. Für van den Berg und Huseinbasic mussten Joël Schmied und Tom Krauß zunächst auf die Bank, Florian Kainz stand nicht im 20er-Aufgebot.

Fazit

Was für ein Start in die neue Saison! Neben dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt ist der 1. FC Köln der einzige Bundesligist, der die ersten beiden Spiele gewonnen hat. Platz drei, jeweils fünf Punkte vor Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach – auch wenn erst ein Siebzehntel der Saison vorüber ist, muss ein Augenblick des Genießens erlaubt sein. Zumal es mit dieser fantastischen Momentaufnahme nun in die erste Länderspielpause geht. Der Auftritt gegen Freiburg war nach einem anfänglichen Abtasten deutlich stärker als die ebenfalls erfolgreiche Partie in Mainz. Der FC spielte sich phasenweise in einen Rausch und ließ quasi keine hochkarätige Chance der Gäste zu. Mitte September geht es mit den beiden undankbaren Auswärtsreisen nach Wolfsburg und Leipzig weiter. Bange sein muss dem Kwasniok-Team in dieser Verfassung keinesfalls.

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