Wagner fordert mehr Härte: „Er will, dass wir uns auch mal anscheißen“

1. FC Köln: Trainer René Wagner und Kapitän Marvin Schwäbe
1. FC Köln: Trainer René Wagner und Kapitän Marvin Schwäbe mit neuer Kultur im Training. (Foto: imago/team2)

Der 1. FC Köln will in der neuen Bundesliga-Saison mit einer intensiven Spielweise bestehen. Trainer René Wagner fordert dafür auch eine härtere Kultur im Training.

Der Ton beim 1. FC Köln ist so rau, dass Cheftrainer René Wagner immer mal wieder die Stimme versagt. Auch Kevin McKenna, ganz offensichtlich für die Spezialausbildung der Abwehrreihe auserkoren, ist stets deutlich zu hören. „Push the line“, gibt der Kanadier vor, fordert, dass die Viererkette aggressiv rausrückt, um Abseitsstellungen zu kreieren.

Auch, aber nicht nur auf dem Trainingsplatz sollen Dinge in dieser Saison anders laufen als in der letzten Spielzeit. „Wir haben eine lange Vorbereitung vor uns. Wir werden versuchen, was zu verändern und in die richtige Richtung zu drängen. Wir freuen uns, mit René einen Trainer zu haben, den wir einerseits kennen, der aber andererseits frischen Wind reinbringt“, sagt Marvin Schwäbe, bis zu einer eventuellen Neubesetzung Kapitän des 1. FC Köln.

FC unter Wagner: Permanentes Stresslevel im Training

Zusammenhalt auf dem Platz, aber auch kritischer Umgang und gegenseitiges Anstacheln sind Dinge, die der Trainer einfordert und für die er ein stetiges Stresslevel in den Übungseinheiten einbringt, damit die Spieler auch im Ernstfall unter Druck in der Lage sind, einerseits einen kühlen Kopf zu bewahren und sich andererseits zu pushen.

„René hat einen gewissen Plan und eine Philosophie. Er will eine gute Kultur haben, er will immer 100 Prozent haben – er will, dass wir vorweg gehen und uns auch mal im Training anscheißen“, sagt Schwäbe.

Wagner deutete Kurs bereits an

Schon während seiner Zeit als Interimscoach hat Wagner gezeigt, dass er absolute Disziplin einfordert. Wer zu spät kam, wurde aus dem Spieltagskader aussortiert, selbst wenn es ein Stammspieler wie Jahmai Simpson-Pusey war. Wichtig für einen Newcomer auf dem Trainerposten, der sich bei den arrivierten Profis auch erst einmal Respekt erarbeiten muss.

Die FC-Fans dürfen gespannt sein, ob das Experiment funktioniert. Die ersten intensiven Einheiten jedenfalls deuteten darauf hin, dass alle gewillt sind, mitzuziehen. Mit dem Anscheißen auf dem Trainingsplatz hält es sich zwar noch in Grenzen. Doch dafür war es in den letzten Tagen vielleicht auch schlicht und einfach zu heiß.

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