Der Beirat des 1. FC Köln hat sich für das Team um Jörn Stobbe als neuen Vorstand des Vereins ausgesprochen. Das Trio bringe „die besten Voraussetzungen“ mit, um den FC anzuführen. Im Lager Adenauer zeigt man sich davon wenig begeistert.
Der Wahlkampf beim 1. FC Köln geht in die nächste Runde. Mit dem Beirat hat am Donnerstag ein Vereinsgremium eine klare Wahlempfehlung für eines der drei antretenden Trios abgegeben. Der Beirat stellt sich hinter das vom Mitgliederrat vorgeschlagene Team um Präsidentschaftskandidat Jörn Stobbe.
Der FC verschickte am Vormittag ein Statement, „für dessen Inhalt allein das Vereinsorgan verantwortlich ist“, wie es einleitend heißt. Das Gremium erklärt in dieser Mitteilung: „Nach der eingehenden Befassung mit allen drei Teams ist die deutliche Mehrheit des Beirats davon überzeugt, dass das ‚Team FC‘, bestehend aus Jörn Stobbe, Prof. Dr. Ulf Sobek sowie Dr. Jörg Alvermann, die besten Voraussetzungen mitbringt, um den 1. FC Köln als Vorstand in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“
Erstmals Dreikampf um FC-Macht
Neben dem Team Stobbe treten Wilke Stroman, Carsten Wettich und Tugba Tekkal sowie Sven-Georg Adenauer, Thorsten Kiesewetter und Martin Hollweck bei der Mitgliederversammlung am 27. September im RheinEnergieStadion an. Diese beiden Trios hatten zuletzt die 4.600 notwendigen Unterstützer-Unterschriften von Mitgliedern vorgelegt, erstmals gibt es einen Dreikampf um das FC-Präsidium.
„Am 3. September hatte der Beirat die Möglichkeit, sich im direkten Dialog mit allen drei Teams nochmals ein eigenes Bild zu machen. Alle bringen mit ihren einzelnen Mitgliedern und als jeweilige Gruppe unterschiedliche Stärken mit und adressieren in ihren Programmen wichtige Themen“, erklärt das Gremium.
Beirat erklärt Vorgehen
Bei diesem Austausch habe der Beirat „vor allem die zentralen Aspekte für die erfolgreiche Zukunft des Vereins in den Blick genommen, insbesondere die strategischen und finanziellen Perspektiven des Clubs, den nachhaltigen Erfolg der Profi-Teams und der Nachwuchsarbeit, die Aussichten bezüglich Geißbockheim und Stadion, das Verständnis von Mitgliedschaft und Gremien sowie die Bedeutung des sozialen Engagements in Stadt und Region“.
Zudem seien „die persönlichen Hintergründe, Erfahrungen und spezifischen Fähigkeiten der jeweiligen Teammitglieder für den Beirat von Belang“ gewesen. Das Ergebnis: Der Beirat unterstützt Stobbe, Sobek und Alvermann. Man begrüße es allerdings „ausdrücklich, dass drei Teams antreten: Das zeigt das hohe Engagement der Mitglieder für den Verein und das lebendige Demokratieverständnis des Clubs.“
Beiratschef nickt Transfers ab
Dem Beirat gehören „Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und der Wirtschaft, die als langjährige Unterstützer dem Verein eng verbunden sind, sich für dessen Belange einsetzen und den Vorstand beraten“, erläutert das Vereinsorgan. Der Vorsitzende des Gremiums, Dr. Klaus Behrenbeck (Senior Partner McKinsey), sitzt auch im Gemeinsamen Ausschuss, der alle zentralen Personalentscheidungen wie Transfers abnicken muss.
Weitere Mitglieder des Beirats sind unter anderem Rewe-Boss Lionel Souque (gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats), Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Unternehmer Michael Mronz, Ford-Chef Dr. Christian Weingärtner, Telekom-Geschäftsführer Klaus Werner und Kreissparkassen-Vorstand Alexander Wüerst.
Adenauer kritisiert Beirat
Sven-Georg Adenauer zeigt sich nach Verbreitung der Wahlempfehlung „zutiefst irritiert über das Vorgehen des Beirats, weil wir im Vorfeld des Gesprächs nicht darüber informiert wurden, dass am Ende eine öffentliche Wahlempfehlung durch dieses Gremium abgegeben wird“. Zudem sei man „enttäuscht darüber, dass die immer wieder kommunizierte Neutralität des Vereins durch die zugehörigen Gremien erneut verletzt wird. Sowohl Mitgliederrat als auch der Beirat haben eine Wahlempfehlung ausgesprochen und wollen die Wahl damit erheblich beeinflussen.“
Das Team um Jörn Stobbe wiederum freut sich, „dass wir nach der Nominierung durch den Mitgliederrat auch den Beirat des 1. FC Köln von unseren Inhalten und Zielen überzeugen konnten“. Nun wolle man „bei der Mitgliederversammlung am 27. September auch die Mitglieder überzeugen“.








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