Erstes Spiel, erstes Ausrufezeichen: Rav van den Berg hat bei seinem Debüt für den 1. FC Köln mit einer perfekten Zweikampfbilanz nicht nur zum deutlichen 4:1-Erfolg gegen den SC Freiburg beigetragen, sondern auch Trainer Lukas Kwasniok überrascht.
Womöglich bluffte Lukas Kwasniok etwas. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Trainer des 1. FC Köln tatsächlich noch mit sich selbst rang, als er bei der Pressekonferenz vor dem Freiburg-Spiel bezüglich der Einsatzchancen von Rav van den Berg befragt wurde. „Wenn du keine absolut runde Vorbereitung hast, bist du im Hintertreffen. Wir haben Rav für die nächsten Jahre und nicht die nächsten Tage verpflichtet“, klang Kwasniok nicht wirklich, als würde er van den Berg noch vor der Länderspielpause zum Debüt verhelfen.
Sonntagabend stand der Niederländer dann allerdings nicht nur erstmals für den FC auf dem Rasen, er stand sogar in der Startelf. Und van den Berg, der zwei Wochen zuvor für acht Millionen Euro vom englischen Zweitligisten Middlesbrough gekommen war, wirkte über die gesamten 90 Minuten hinweg, als wäre er schon seit Jahren ein Teil dieser Mannschaft.
Kwasniok lobt: „Absolut seriöse Leistung“
„Er hat mit einer absolut seriösen Leistung unter Beweis gestellt, dass er Qualitäten hat“, lobte Kwasniok im Anschluss. „Das wussten wir auch schon vorher“, versicherte der FC-Trainer, gab jedoch freimütig zu: „Dass er wirklich auf den Punkt aus der Kalten so eine Leistung abliefert, überrascht mich auch ein wenig. Gott sei Dank ist es so gekommen.“
Besonders eine Statistik ragte heraus: Keinen seiner neun Zweikämpfe, ob am Boden oder in der Luft, verlor van den Berg. Er ging nicht nur mit drei Punkten, sondern auch mit einer perfekten persönlichen Bilanz vom Rasen.
Van den Berg könnte sich festspielen
Für Kwasniok war es im Vorhinein schwer gewesen, korrekt einzuschätzen, wie weit der teuerste Kölner Einkauf des Sommers ist. „Bei einem Innenverteidiger ist es immer ein bisschen anders bei einem Offensivspieler, wo du immer schon in kleineren Formen im Training siehst, was für einen Mehrwert ein Spieler haben kann“, erklärte der FC-Coach.
Ich habe gedacht: Komm, es ist vielleicht besser, ihn bei einem Heimspiel laufen zu lassen als bei einem Auswärtsspiel.
Lukas KWasniok
Dadurch, dass man im Training nur selten ein Elf-gegen-Elf praktiziere, lasse sich „die Gesamtverfassung“ eines Verteidigers nur schwer bewerten. Bei einem Trainingsspiel im Vorfeld der Freiburg-Partie habe er sich van den Berg dann „ganz genau angeschaut und ihm ein, zwei Szenen gezeigt, die ein bisschen schludrig waren“. Offenbar mit Erfolg.
„Man muss schon sagen: Ein gewisses Risiko war dabei“, so Kwasniok nach dem blitzsauberen Debüt am Sonntagabend, „aber ich habe gedacht: Komm, es ist vielleicht besser, ihn bei einem Heimspiel laufen zu lassen als bei einem Auswärtsspiel“. Fortan dürfte van den Berg der zweite gesetzte Innenverteidiger neben Timo Hübers sein, dem Kwasniok zuletzt schon eine Stammplatzgarantie ausgesprochen hatte.








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