Die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln haben am vierten Spieltag erstmals gepunktet. Am Mittwochabend setzte sich das Team von Britta Carlson mit 2:1 (2:1) bei der SGS Essen durch und gab die Rote Laterne an die Gegnerinnen ab.
Genau drei Tage hatten die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln Zeit, die bittere 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg zu verdauen. Durch einen Gegentreffer in der sechsten Minute der Nachspielzeit hatten die Geißböcke am dritten Spieltag die dritte Niederlage erlitten, waren auf den letzten Platz abgerutscht. Auf den späten Schock gegen Wolfsburg folgte am Mittwochabend in Essen ein früher Doppelschlag.
Tore und Highlights
11. Minute: Der FC übernahm direkt die Initiative und ging mit der ersten guten Chance in Führung: Innenverteidigerin Sara Agrez schlug aus der Viererkette heraus einen langen Ball in Essens Sechzehner. Sandra Maria Jessen nahm den Ball mit der Brust an, ging an Torhüterin Sindermann vorbei, die sich noch mit einer Mitspielerin über den Haufen rannte, und schob zum 1:0 ein.
14. Minute: Nur 144 Sekunden später legte Jessen nach – diesmal nach einem langen Ball von FC-Torhüterin Lisa Schmitz. Essens Defensive verschätzte sich, Jessen ließ zunächst Fürst aussteigen, profitierte aber davon, dass die Innenverteidigerin an ihr dranblieb. Fürst wollte den Abschluss der Kölner Stürmerin blocken, sorgte mit ihrer Rettungstat aber dafür, dass der Ball als Bogenlampe über Torhüterin Sindermann hinweg zum 2:0 ins Tor flog.
32. Minute: Doch auch Essen traf mit dem ersten Schuss aufs Tor. Nach einem Einwurf von der linken Seite bekam der FC den Ball nicht aus der Gefahrenzone geklärt. Debitzki sah, dass Shari van Belle im Kölner Strafraum viel Platz hatte und bediente die Belgierin. Per Schlenzer erzielte van Belle den 2:1-Anschlusstreffer, der sich durchaus angekündigt hatte. Nach dem zweiten Kölner Treffer hatte sich die SGS in die Partie gekämpft.
Zweite Halbzeit: Mit drei Treffern im ersten Abschnitt hatte man nicht wirklich rechnen können. Schließlich hatte Essen an den ersten drei Spieltagen noch gar nicht getroffen, der FC nur einmal. Nach der Pause knüpfte die SGS an die Harmlosigkeit der vergangenen Wochen an, kam zu keiner einzigen gefährlichen Aktion mehr. Die Kölnerinnen wiederum verpassten mehrfach die Vorentscheidung. Martyna Wiankowska per Distanzschuss, Lydia Andrade frei vor dem Tor und Anna-Lena Stolze zweimal nach Hereingaben – sie alle wurden eingewechselt und hätten das 3:1 nachlegen können. Doch auch das 2:1 hielt bis zum Abpfiff. Nach Niederlagen gegen Leipzig, Freiburg und Wolfsburg durften die Kölnerinnen erstmals in dieser Saison drei Punkte bejubeln.
Personal
So spielte der FC: Schmitz – Matysik (46. Andrade), Hegering, Agrez, Gerhardt – Imping (88. Leimenstoll), Vogt, Feiersinger, Donhauser (61. Wiankowska) – Achcinska (70. Stolze), Jessen
Zur Aufstellung: Britta Carlson hatte offengelassen, wie sehr sie in der Englischen Woche rotieren möchte – und nahm letztlich keinen einzigen Wechsel vor. Aufgrund der starken Leistung gegen Wolfsburg vertraute die FC-Trainerin derselben Startelf wie am Sonntagabend. Wenngleich die Geißböcke anders als gegen die Wölfinnen nicht mit einem Fünferriegel verteidigten, sondern in einem 4-4-2-System aufliefen.
Das zweite Highlight neben dem Sieg: In der zweiten Halbzeit feierte Anna-Lena Stolze ihr Bundesliga-Comeback. Vor einem Jahr, zum Auftakt der Vorsaison, hatte sie sich bei ihrem bislang einzigen Einsatz für den FC das Kreuzband gerissen.
Fazit
Die FC-Frauen haben sich von der bitteren Pleite gegen Wolfsburg nicht nachhaltig schocken lassen, sondern den Fokus auf die gute Leistung gelegt. In Essen konnten die Kölnerinnen in der Anfangsphase an das Sonntagabend-Spiel anknüpfen. Das Team von Britta Carlson dominierte die SGS und ging folgerichtig mit 2:0 in Führung. Die anschließende Passivität dürfte der Trainerin hingegen weniger gut gefallen haben. In der zweiten Halbzeit kontrollierte der FC das Geschehen dann wieder.
Mit dem ersten Saisonsieg sind die Geißböcke von Platz 14 auf Rang elf geklettert, haben die Rote Laterne an Essen weitergereicht. Zum Abschluss der Englischen Woche wartet am Sonntag (13 Uhr) der Pokal-Auftakt beim VfR Warbeyen. Eine Pflichtaufgabe – Aufsteiger Warbeyen ist aktuell siegloser Tabellenletzter in der 2. Bundesliga.







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