Traumhafte Bundesliga-Rückkehr für die Fans des 1. FC Köln: Ihre Mannschaft erledigte am 2. Spieltag den SC Freiburg (4:1) und ließ die Anhänger schon wieder von Europa singen. Hinterher fanden Spieler wie auch Fans passende Worte.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge
Als die Spieler des 1. FC Köln am Ende ihrer Ehrenrunde vor der Südkurve ankamen, wurden sie mit einem tosenden Applaus begrüßt. Und mit besonderen Worten: „Herzlich Willkommen beim 1. FC Köln. Bei uns ist alles anders“, sprach einer der Vorsänger vom Zaun. Damit mochte er womöglich nur die Humba oder die kölschen Lieder gemeint haben. Doch es war ein Satz, der in der Domstadt für vieles gelten könnte.
So auch für das Lied, das anschließend in der Südkurve ertönte: „Dat Hätz vun dr Welt is Kölle“. Es folgte, zwei Stunden nach dem harten DFB-Pokal-Los gegen den FC Bayern München der Klassiker „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“, gefolgt von dem mit Blick auf die Tabelle (Platz drei hinter Bayern und Frankfurt) nur logischen „Die Nummer eins am Rhein sind wir“. Die Anhänger rundeten ihr Ständchen für die FC-Spieler mit einem „Eines Tages wird’s geschehen…“ ab und nahmen den ganzen Club schon mal gesanglich mit nach Mailand.
Bülter: „Das ist schon geil!“
Es war eine durch und durch gelöste Stimmung in Müngersdorf – nicht erst nach Abpfiff, schon nach dem 3:0 durch Jan Thielmann und erst recht nach dem 4:0 durch Youngster Said El Mala. Die Fans trauten ihren Augen kaum, fertigte da doch gerade der Aufsteiger nach einem Komplett-Umbruch den doch eigentlich so stabilen Sport-Club aus Freiburg ab, der unter Julian Schuster so eine starke Saison 2024/25 gespielt hatte.
Doch die Geißböcke spielten sich im ersten Heimspiel unter Lukas Kwasniok in eine Rausch. Und so konnten es die Spieler nach der Partie selbst so recht nicht glauben, was da gerade eben erst passiert war. „Auch die beiden Auswärtsspiele waren schon speziell, aber das war heute sensationell“, sagte ein glücklicher Marius Bülter, mit drei Torbeteiligungen Spieler des Spiels. „Wenn man zwischendurch mal geguckt hat, wie das ganze Stadion gefeiert hat, ist das schon geil.“
Die Leute hier sind alle verrückt, ich mag das
Jakub Kaminski
Das fand auch Jakob Kaminski, der den Torreigen mit seinem sehenswerten 1:0 eröffnet hatte. „Wir haben die ganze Stimmung und Energie mit auf den Platz genommen“, sagte der Pole, der vom VfL Wolfsburg ausgeliehen ist. „Die Leute hier sind alle verrückt, ich mag das.“ Davon konnten sich die diversen Kölner Neuzugänge nun erstmals überzeugen.
Die erfahreneren Kölner hingegen wussten es anderes einzuordnen. „Wir sind hier in Köln, wir sind gut darin, uns selbst auf die Schippe zu nehmen – und in die Richtung habe ich heute viel gehört“, sagte Ur-Kölner Thomas Kessler. Der Sportdirektor zielte damit auf die Fan-Gesänge an, die nicht nur nach der Partie in Richtung Europa zielten. „Das ist das, was wir haben wollen: Wir haben letztes Jahr sehr dafür gekämpft, zurück in die Bundesliga zu kommen. Wenn man dann im ersten Heimspiel vier Tore schießt, haben die Leute jedes Recht, sich darüber zu freuen.“ Und das können sie nun über zwei Wochen tun, denn nun geht der FC mit der Bundesliga erst einmal in die erste Länderspielpause der Saison.








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