Lange Zeit hat es für die U21 des 1. FC Köln im Stadt-Derby gegen Fortuna Köln nach einer deutlichen Niederlage ausgesehen. Am Ende wäre beinahe jedoch eine erneute Aufholjagd gelungen. Trainer Evangelos Sbonias konnte den Großteil des Spiels nach einer Roten Karte allerdings nicht mehr von der Seitenlinie aus verfolgen.
Spätestens mit dem 3:0 nach genau einer Stunde schien die Partie im Kölner Südstadion zugunsten der Fortuna entschieden zu sein. Doch die U21 des 1. FC Köln steckte nicht auf – schließlich hatte die Mannschaft vor wenigen Wochen bereits gegen Düsseldorf in Unterzahl aus einem 0:3 noch ein 3:3 gemacht. Und so keimte tatsächlich noch einmal Hoffnung auf, als zunächst Luca Dürholtz traf und Malek El Mala kurz vor dem Ende den 2:3-Anschluss herstellte.
Am Ende blieb die Aufholjagd jedoch ohne Belohnung. Gegen den Tabellenzweiten gab es für die Kölner das vierte Spiel in Folge ohne Sieg. „Fortuna Köln ist eine absolute Spitzenmannschaft in der Liga. Sie spielen sehr erwachsen und nutzen eiskalt ihre Torchancen. In so einer Verfassung sind sie für mich ein heißer Anwärter auf den Titel“, sagte FC-Trainer Evangelos Sbonias dem GEISSBLOG nach der Partie.
Das gab es den Ausschlag zur Niederlage
Seine Mannschaft habe es dabei nicht geschafft, „erwachsen genug zu verteidigen in den elementaren Bereichen, die dazu gehören, um gegen so eine Mannschaft bestehen zu können, um die Tore nicht zu fressen.“ In den vergangenen Wochen habe die U21 zu leichte Gegentore kassiert – und nicht jedes Mal gelinge wie in Düsseldorf ein derartiges Comeback. „Wir können nicht jedes Mal zwei, drei oder vier Gegentoren hinterherlaufen“, konstatierte Sbonias.
Da wundere ich mich schon, auf diesem Niveau, ohne dass etwas vorgefallen ist oder eine Ermahnung kam, mir eine Rote Karte zu geben.
Evangelos Sbonias
Die Gegentore zwei und drei sowie die eigenen FC-Tore konnte der Trainer dabei gar nicht von der Seitenlinie aus verfolgen. Schiedsrichter Thibaut Scheer hatte dem 42-Jährigen in der 37. Minute die Rote Karte gezeigt. „Zur Verwunderung aller, inklusive mir“, sagte Sbonias, der folglich den Innenraum verlassen musste. Die Begründung war dabei durchaus kurios: Scheer verwies Sbonias der Seitenlinie, weil dieser seine Coachingzone verlassen hatte.
„Da wundere ich mich schon, auf diesem Niveau, ohne dass etwas vorgefallen ist oder eine Ermahnung kam, mir eine Rote Karte zu geben“, erklärte Sbonias und gab zu: „Da war ich fast schockiert, wenn ich ehrlich bin. Ich muss das so hinnehmen, aber wenn man das so genau nimmt, muss einer von zwei Trainern in jedem Spiel Rot sehen.“
Das sagen die offiziellen Regeln
In den offiziellen Regeln des DFB heißt es, dass ein Trainer des Feldes verwiesen werden soll, wenn er die eigene technische Zone absichtlich verlässt, um „gegenüber einem Spieloffiziellen zu protestieren oder sich bei diesem zu beschweren“ oder um „zu provozieren oder aufzuhetzen.“ Sollte ein Trainer seine Coachingzone mehrfach absichtlich, aber nicht konfrontativ verlassen, ist hingegen lediglich eine Gelbe Karte vorgesehen. Bei einem „gelegentlichen Verlassen“ der eigenen Zone „ohne weiteres Vergehen“ sollen es die Schiedsrichter zunächst bei einer Ermahnung belassen.
In den Augen von Schiedsrichter Scheer scheint Sbonias also mehr als nur seine Coachingzone verlassen zu haben. Ohnehin meinte es der Unparteiische am Samstag nicht gut mit den Kölnern. Kurz vor Schluss zeigte Scheer auch Fayssal Harchaoui nach einem Einsteigen gegen Wirz die Rote Karte. Von der Tribüne aus konnte Sbonias die Situation nicht genau sehen. „Es war ein Nachhaken, nachdem er gefoult worden war. Auch das kann man in meinen Augen mit etwas mehr Fingerspitzengefühl anders bewerten“, sagte der Trainer. Sowohl Sbonias als auch Harchaoui werden damit am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Velbert nur von der Tribüne aus zuschauen können.






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