Nach 2:0-Führung: Traumtor aus Mittelkreis entreißt FC den Derby-Sieg

Der 1. FC Köln lag zwischenzeitlich verdient mit 2:0 in Führung. (Foto: Eichinger)
Der 1. FC Köln lag zwischenzeitlich verdient mit 2:0 in Führung. (Foto: Eichinger)

Der 1. FC Köln hat im Nachhol-Derby der Frauen-Bundesliga gegen Bayer Leverkusen einen verdienten Heimsieg verpasst. Nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung für die Geißböcke traf die Werkself aus dem Mittelkreis zum 2:2-Endstand.

Aus dem Franz-Kremer-Stadion berichten Linda Dragovic und Martin Zenge

Elf Tage nach dem abgebrochenen Derby standen sich der 1. FC Köln und Bayer Leverkusen in der Frauen-Bundesliga erneut gegenüber. So wirklich schmeckte diese Neuansetzung des DFB infolge des Flutlichtausfalls im Franz-Kremer-Stadion beiden Seiten nicht. Der FC, der am 5. Oktober nach nur 26 Sekunden durch Sandra Maria Jessen mit 1:0 in Führung gegangen war, musste gemäß der Regularien wieder bei 0:0 starten. Leverkusen hingegen beklagte sich nach der kurzfristigen Ansetzung über Terminstress und ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Einen Sieger gab es auch im zweiten Anlauf nicht – aber packende 95 Minuten.

Tore und Highlights

39. Minute: Vor elf Tagen war die Partie nach 36 Minuten erst unterbrochen und dann abgebrochen worden. Am Donnerstagabend strahlte das reparierte Flutlicht nun auch über diesen Zeitpunkt hinaus. So hatten die 2208 Fans beste Sicht, als Martyna Wiankowska den FC beinahe mit einem Traumtor in Führung gebracht hätte. Nach einer Flanke von Weronika Zawistowska säbelte Jessen zunächst am Ball vorbei, doch die Kugel landete bei Wiankowska, die aus dem Rückraum den linken oberen Winkel anvisierte. Bayer-Keeperin Repohl verhinderte den Einschlag mit einer Glanztat, und so ging es torlos in die Kabinen. Die Führung für den FC wäre durchaus verdient gewesen nach einer Halbzeit, in der die Geißböcke aktiver waren und die deutlich besseren Chancen hatten.

48. Minute: Nach dem Seitenwechsel belohnte sich der FC schnell: Jessen ging im Bayer-Strafraum an Wenger vorbei, wurde von dieser gehalten und gelegt. Schiedsrichterin Naemi Breier zeigte sofort auf den Punkt. Laura Feiersinger nahm sich der Sache an und verwandelte ganz sicher zum 1:0 ins rechte untere Eck. Somit war der Spielstand zum Zeitpunkt des Abbruchs am 5. Oktober wiederhergestellt.

72. Minute: Und der FC legte nach! Wiankowska brachte einen Freistoß von der rechten Seite scharf vors Tor. Sara Agrez verpasste am ersten Pfosten, aber die überraschte Caroline Kehrer beförderte den Ball per Kopf zum 2:0 ins eigene Tor.

76. Minute: Leverkusen schien geschlagen, doch ein Elfmeterpfiff aus dem Nichts brachte Bayer zurück. Wiankowska klammerte bei einem Eckstoß zu intensiv und rang ihre Gegenspielerin nieder. Leverkusens Vanessa Fudalla nutzte die Chance, um die Werkself auf 2:1 heranzubringen.

88. Minute: Dann wurde es aus Kölner Sicht ganz dramatisch. Torhüterin Irina Fuchs eilte weit aus ihrem Tor, um einen langen Ball zu klären, und war nicht schnell genug zurück zwischen den Pfosten. Katharina Piljic sah das und probierte aus dem Mittelkreis ihr Glück. Tatsächlich flog der Ball über Fuchs hinweg zum 2:2 ins Netz. Ein Traumtor für Leverkusen – ein Derby-Schock für den FC.

90+5. Minute: Doch beinahe hätten die Kölnerinnen das letzte Wort gehabt. Durch eine Doppelchance in der letzten Minute der Nachspielzeit war das Happy End zum Greifen nah. Aber erst verpasste Jessen eine Hereingabe und dann traf Anna-Lena Stolze aus spitzem Winkel die Latte. Es blieb beim 2:2.

Personal

So spielte der FC: Fuchs – Gerhardt (65. Imping), Hegering, Agrez, Wiankowska – Vogt (90+4. Degen), Feiersinger – Zawistowska (46. Stolze), Achcinska (65. Bremer), Donhauser (65. Leimenstoll) – Jessen.

Zur Aufstellung: Im Vergleich zum abgebrochenen Spiel vor elf Tagen nahm Britta Carlson zwei Veränderungen vor. Fuchs stand für die muskulär verletzte Lisa Schmitz im Tor, Zawistowska verdrängte Carlotta Imping auf die Bank. Im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Union Berlin am Sonntag waren es ebenfalls zwei Änderungen: Zawistowska für Stolze und Wiankowska für Imping.

Fazit

Der 1. FC Köln hätte den ersten Derby-Sieg in der Frauen-Bundesliga seit November 2021 verdient gehabt. Die zwischenzeitliche 2:0-Führung gegen Leverkusen ging komplett in Ordnung. Wohlgemerkt gegen ein Bayer-Team, das vier der ersten fünf Spiele gewonnen hatte und am Donnerstag auf Platz zwei hätte springen können. Erst der Strafstoß-Pfiff brachte Leverkusen zurück ins Spiel. Trotz der bitteren Schlussphase befindet sich der FC mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen klar im Aufwärtstrend.

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