Jakub Kaminski und Said El Mala sind bisher zwei der prägendsten Figuren in der Saison des 1. FC Köln – und lassen Lukas Kwasniok dennoch Woche für Woche grübeln. Für den Trainer ist es gar nicht so leicht, seine besten Torschützen gemeinsam aufzubieten.
Luxusprobleme sind die Probleme, die sich wohl jeder Trainer wünscht. Man hat lieber zu viele Bewerber für eine Position als zu wenige. Lukas Kwasniok dürfte da keine Ausnahme darstellen, wenngleich er angesprochen auf die Rollenverteilung in seiner Mannschaft zugibt: „Manchmal verfluche ich mich selbst, manchmal macht man sich zu viele Gedanken.“ Doch natürlich weiß der Trainer des 1. FC Köln auch: „Das liegt vielleicht in der Natur dieses Jobs, weil man einfach am Wochenende das Bestmögliche abrufen will.“
Zwei Spieler, die gehörigen Anteil am bisherigen Erfolg haben, für solch ein Luxusproblem sorgen und Kwasniok durchaus in die Bredouille bringen, sind Jakub Kaminski und Said El Mala. Schließlich haben die beiden mit jeweils vier Treffern besten Kölner Torschützen dieselbe Lieblingsposition, links vorne.
„Das Doofe oder das Schöne am Fußball“
Kaminski startete als Linksaußen in die Saison, im Sturmtrio mit Marius Bülter und Jan Thielmann. Dann spielte sich El Mala mehr und mehr in den Vordergrund. „Der Fußball ist einfach so dynamisch. Die Gesamtkonstellation verändert sich“, sagt Kwasniok und ist bemüht, seine Stars unter einen Hut zu bekommen: „Dadurch, dass Kuba für mich immer gesetzt ist, bist du am Überlegen, wie du ihn positionierst.“
Vor der Länderspielpause in Gladbach übernahm Kaminski die rechte Schiene, während El Mala in vorderster Front stürmte. Der Plan ging nicht auf, zur Halbzeit nahm Kwasniok den Youngster vom Feld und beorderte den Polen in die Offensive. „Das ist das Doofe oder auch das Schöne am Fußball, dass man nie genau weiß, ob die Maßnahmen greifen“, so der FC-Trainer schulterzuckend.
Ich würde mir wünschen, ihn dauerhaft auf seiner besten Position spielen zu lassen.
Lukas Kwasniok über Kaminski
Erst kürzlich hatte Kwasniok offenbart, in Kaminski „unseren besten Spieler“ zu sehen – auch aufgrund der Polyvalenz. „Er macht auf jeder Position gute Spiele, das ist einfach so, das sieht auch jeder“, sagt der 44-Jährige. Und dennoch denke er sich nach Spielen, in denen Kaminski nicht seine Lieblingsrolle einnehmen durfte: „Eigentlich ist der Kuba auf einer anderen Position noch mal einen Ticken besser.“
Im Grunde wollen Spieler und Trainer dasselbe. „Ich würde mir wünschen, ihn dauerhaft auf seiner besten Position spielen zu lassen“, versichert Kwasniok, der Kaminski „de facto lieber vorne als auf irgendeiner Schiene“ aufbieten würde. „Nur ist das leider nicht immer möglich.“
Kwasniok lobt El Malas Reaktion
Vor allem wegen El Malas Leistungsexplosion. Anders als in Allrounder Kaminski sieht Kwasniok in dem 19-Jährigen einen Spezialisten für den linken offensiven Flügel. Wie sich das nun gegen Frankfurt darstellen wird? Unklar. „Ich bin noch nicht so weit“, verrät Kwasniok. Er wollte „abwarten, mit was für einem Gemüt die Jungs zurückkommen“.
Jenes von Kaminski dürfte nach einem Tor gegen die Niederlande sowie dem Einzug in die WM-Playoffs, wo im März zunächst Albanien wartet und dann gegebenenfalls der Sieger des Duells Schweden gegen Ukraine, fraglos gut sein. Doch auch El Mala scheint gut aufgelegt von seinem DFB-Trip zwischen A-Nationalmannschaft und U21 zurückgekehrt zu sein.
Diese Freude am Fußball müssen wir ihm lassen, die dürfen wir ihm nicht nehmen durch zu viel Erwartungshaltung.
Lukas Kwasniok über El Mala
„Said ist ein Goldjunge, auch charakterlich“, berichtet Kwasniok und betont: „Wir müssen hier schon auch mal festhalten, dass mit dem DFB klar kommuniziert war, dass er zur A-Nationalmannschaft eingeladen wird, weil Adeyemi beim ersten Spiel gesperrt war, und dann höchstwahrscheinlich zum zweiten Spiel zur U21 abreist, um dort zu performen.“
Genau das habe El Mala am Dienstagabend beim 2:0-Sieg in Georgien auch getan. „Das spricht einfach für Said. Er hat das genossen bei der A-Nationalmannschaft, aber dann fliegt er nach Georgien und spult einfach ein gutes Spiel ab.“
Zum wiederholten Male appelliert Kwasniok: „Diese Freude am Fußball müssen wir ihm lassen, die dürfen wir ihm nicht nehmen durch zu viel Erwartungshaltung.“ Doch wirkliche Sorge hat der FC-Trainer offenbar nicht: „Said lässt sich die Freude nicht nehmen, er will einfach kicken. Er sieht den Ball und auf einmal gehen die Augen auf.“ Klingt, als habe das Luxusproblem weiterhin Bestand.








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