Die Frauen des 1. FC Köln haben in der Bundesliga den zweiten Sieg in Folge knapp verpasst. Beim Spitzenteam Eintracht Frankfurt mussten sich Trainerin Britta Carlson und ihr Team nach einem späten Gegentreffer mit einem 1:1 (1:0) begnügen.
Englische Woche in der Frauen-Bundesliga – und fast hätte der 1. FC Köln am Mittwochabend ein richtig dickes Ausrufezeichen gesetzt! Denn fünf Tage nach dem klaren Heimerfolg gegen Aufsteiger Nürnberg lagen Trainerin Britta Carlson und ihr Team beim Spitzenteam Eintracht Frankfurt lange in Führung. Doch dank eines späten Treffers in der Nachspielzeit kamen die Gastgeberinnen letztlich noch zum 1:1.
Durch den Punkt in Hessen kletterte der FC in der Tabelle dennoch vorübergehend auf den achten Platz, Carlsons Team hat nun elf Zähler auf dem Konto. Zudem war es für die weiterhin viertplatzierte Eintracht der erste Punktverlust vor heimischer Kulisse – alle vier vorangegangenen Heimspiele hatte das Team von Coach Niko Arnautis gewonnen.
Tor kurz vor Schluss bringt FC um den Coup
Torjägerin Sandra Maria Jessen hatte den FC nach 25 Minuten mit 1:0 in Führung gebracht. Nach dem Seitenwechsel startete die Eintracht dann eine leidenschaftliche Schluss-Offensive – die letztlich durch das späte Tor von Nationalspielerin Nicole Anyomi in der zweiten Minute der Nachspielzeit belohnt wurde. Somit verpassten die Kölnerinnen den großen Coup um Haaresbreite.
Tore und Highlights
9. Minute: Die erste dicke Chance des Spiels, und die hat der FC! Stolze zieht von links mit Tempo nach innen, die Kugel kommt schließlich rechts an der Strafraumgrenze zu Achcinska, die wuchtig abzieht. Frankfurt-Keeperin Altenburg lässt abprallen, Jessen kommt anschließend aber eine Winzigkeit zu spät, um den Ball noch zu erwischen.
13. Minute: Auch Frankfurt meldet sich im Spiel an: Nach einer Ecke kommt Abwehrspielerin Veit mit dem Kopf an den Ball, aber Kölns Torhüterin Fuchs packt sicher zu.
25. Minute: Da ist die Kölner Führung! Vogt zieht 30 Meter vor dem Tor aus zentraler Position einfach mal ab – der Ball senkt sich noch tückisch und klatscht an die Latte. Die Frankfurter Abwehr schläft, während Jessen sofort schaltet und den Abpraller in den Maschen unterbringt. Das verdiente 1:0 für den FC!
37. Minute: Und wieder wackelt auf Frankfurter Seite das Aluminium! Achcinska legt sich 25 Meter vor dem Tor den Ball zum Freistoß zurecht und schlenzt die Kugel in Richtung Tor. Altenburg ist schon geschlagen, aber die Latte verhindert den zweiten Kölner Treffer.
44. Minute: Der FC macht weiter Druck! Jessen setzt sich links stark durch und gibt den Ball von der Grundlinie in die Mitte. Frankfurt-Keeperin Altenburg lässt den Ball abprallen, Stolze wird dann gerade noch beim Abschluss gestört. Die nächste gute Möglichkeit für Carlsons Team.
51. Minute: Frankfurt macht nach dem Seitenwechsel etwas mehr Druck. Senß nimmt sich aus der Distanz ein Herz, ihr Schuss rauscht aber am linken Kreuzeck vorbei.
58. Minute: Frankfurt kontert schnell, Angreiferin Blomqvist erhält die Kugel im Strafraum und zieht ab. FC-Innenverteidigerin Agrez blockt den Versuch aber in überragender Manier!
66. Minute: Jessen legt im Strafraum clever für Bremer auf, die Altenburg mit ihrem Schuss zu einer Glanzparade zwingt. Die anschließende Ecke bringt dann aber nichts ein.
82. Minute: Es spielt nur noch Frankfurt! Die eingewechselte Riesen setzt sich auf links gegen FC-Angreiferin Andrade durch und flankt in die Mitte. Anyomi kommt dort an die Kugel. Köln-Keeperin Fuchs war schon auf dem Weg in die andere Ecke, hechtet aber gerade noch zurück, klärt den Ball erst an den Pfosten und begräbt das Spielgerät dann unter sich. Da hatten die Kölnerinnen Glück, nicht den Ausgleich zu kassieren!
88. Minute: Mega-Parade von Fuchs! Wieder spielt Frankfurt nach vorne, die eingewechselte Chiba ist durch. Doch die junge FC-Torhüterin kommt mutig aus ihrem Kasten und pariert den Abschluss. Puuuhhh!
90.+2 Minute: Frankfurt rennt weiter an – und kommt doch noch zum Ausgleich! Kölns Innenverteidigerin Agrez klärt den x-ten Frankfurter Ball, der in den Strafraum segelt, per Kopf. Doch der Versuch gerät zu zentral. Eintracht-Angreiferin Senß bringt die Kugel zu Anyomi, die nicht lange fackelt und aus kurzer Distanz ins lange Ecke zum 1:1 trifft. So ehrlich muss man sein: Das ist dann auch verdient.
Personal
So spielte der FC: Fuchs – Gerhardt, Degen, Agrez, Feiersinger – Wiankowska, Achcinska (45. Bremer), Zawistowska (72. Donhauser), Vogt, Stolze (72. Andrade) – Jessen (90. Leimenstoll).
Zur Aufstellung: FC-Trainerin Carlson veränderte ihre Startelf im Vergleich zum jüngsten 3:0-Heimerfolg gegen Nürnberg auf drei Positionen. Adriana Achcinska und Weronika Zawistowska durften starten, dafür rotierten Laura Donhauser und Pauline Bremer auf die Bank. In der Innenverteidigung musste Carlson zudem auf die erkrankte Kapitänin Marina Hegering verzichten. Dafür begann die Österreicherin Celina Degen. Laura Feiersinger übernahm die Binde. Taktisch agierte der FC in einem 4-5-1-System mit Jessen als einziger Spitze. Im zweiten Durchgang rückte dann Jokerin Bremer neben der Isländerin in den Doppel-Sturm.
Fazit
Das dürfte die FC-Frauen ordentlich wurmen! Klar: Ein 1:1 beim Top-Team Frankfurt hätten im Vorfeld alle Kölnerinnen unterschrieben. Doch auch ein Auswärtssieg war absolut möglich. In den ersten 45 Minuten zeigte Carlsons Team die bislang beste Saisonleistung. Permanent wurde attackiert und nachgegangen, die Frankfurterinnen hatten überhaupt keinen Platz zum Kombinieren. Vorne wiederum erspielte sich der FC auf schnörkellose Weise Chance um Chance. 13 Torschüsse feuerte Köln allein in der ersten Halbzeit ab, Frankfurt nur einen. Und einen Vorwurf müssen sich die FC-Akteurinnen dann auch gefallen lassen: Mit etwas mehr Effizienz vor dem gegnerischen Tor hätte die Partie schon zur Halbzeit zu Kölner Gunsten entschieden sein können.
Mit etwas Abstand dürften Carlson und ihr Team allerdings viel Positives aus der Partie ziehen. Mindestens eine Stunde lang war der FC beim Europapokal-Teilnehmer nämlich nicht nur auf Augenhöhe, sondern besser. Und das, obwohl mit Abwehrchefin und Kapitän Marina Hegering eine absolute Schlüsselspielerin fehlte. Bereits in vier Tagen wartet nun die nächste Aufgabe in der Bundesliga. Dann empfängt der FC zu Hause die TSG Hoffenheim.





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