Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte steht der 1. FC Köln in der dritten Runde der UEFA Youth League. Jetzt wird die Hürde jedoch ungleich höher und eine echte Herausforderung.
Aus dem Franz-Kremer-Stadion berichten Sonja Gauer, Linda Dragovic, Marc L. Merten und Lars Tetzlaff
Der 1. FC Köln auf europäischer Bühne: Auch am Mittwochabend war es wieder ein besonderes Gefühl für die FC-Fans, im Franz-Kremer-Stadion das Youth-League-Duell der Geißböcke gegen Racing FC Union aus Luxemburg zu verfolgen. Insgesamt 4.974 Fans wollten die Partie nach dem emotionalen Hinspiel (3:0) verfolgen.
Sportlich war das Rückspiel jedoch kein Augenschmaus: Der FC hatte nach dem Sieg im Hinspiel Probleme, die 90 Minuten konzentriert und mit der letzten Schärfe mit und gegen den Ball zu absolvieren. Viele Ballverluste (beispielhaft dafür das Gegentor), viele Ungenauigkeiten im Passspiel, dazu nicht die nötige Zweikampfhärte: Von der drückende Überlegenheit aus dem Hinspiel war wenig zu sehen.
Das hat mir nicht gefallen und das habe ich den Jungs nach dem Spiel auch gesagt
Stefan Ruthenbeck
Freilich reichte es auch am Mittwochabend zum Sieg, zu groß war der Unterschied in der individuellen Qualität. Jedoch wusste Trainer Stefan Ruthenbeck hinterher den Finger in die Wunde zu legen: „Ich bin nicht zufrieden mit dem, was wir heute gezeigt haben. Das war zu wenig, um seriös so ein Spiel zu spielen“, sagte der 53-Jährige auf GEISSBLOG-Nachfrage. „Das hat mir nicht gefallen und das habe ich den Jungs nach dem Spiel auch gesagt.“
Er habe seiner Mannschaft zwar zum Weiterkommen gratuliert, machte jedoch auch klar, dass es mit einer solchen Leistung nur noch eine kurze Europa-Reise werden dürfte. „Wir sind eine Runde weiter. Das ist super, aber ich erwarte von meiner Mannschaft mehr“, sagte Ruthenbeck weiter. „Ich hatte das Gefühl, jeder wollte heute ein Tor machen. Da war mir zu viel Ego drin, aber auch hinten zu viel Sorge, Eins-gegen-Eins zu verteidigen. Das können wir besser – und müssen es auch besser machen, denn sonst bist du irgendwann fällig und wirst dafür bestraft.“
Der nächste Gegner: FC Midtjylland
Der erfahrene FC-Coach hatte gewarnt, seine Mannschaft dürfe nicht bereits an die nächste Runde denken. Nun aber dürfen die Geißböcke den Blick nach vorne richten. Der Gegner heißt wie erwartet FC Midtjylland. Die Dänen setzten sich nach einem 3:0-Sieg im Hinspiel auch im Rückspiel bei FK Buducnost Podgorica souverän durch. Das 5:1 (4:0) war bereits nach den ersten 45 Minuten eingetütet. So weiß der FC: Mit dem Top-Club aus dem Norden wird der FC eine ungleich höhere Hürde zu überwinden haben.
Das weiß auch Ruthenbeck: „Wir wissen, dass wir mit dem dänischen Meister einen richtig starken Gegner haben. Die Dänen sind bekannt für ihre gute Ausbildung, für viele Top-Talente. Das wird eine ganz andere Aufgabe.“ Deutliche Kritik und eine Warnung Ruthenbecks also in der Hoffnung, dass die Geißböcke am 26. November im Hinspiel in Köln sowie am 10. Dezember im Rückspiel in Dänemark die richtigen Lehren ziehen.
Die Reise geht weiter
Dennoch durfte der FC am Mittwoch das erste Weiterkommen der Vereinsgeschichte in der Youth League ausgiebig feiern: Die Reise durch Europa geht weiter. Die Begeisterung für die Königsklasse der A-Junioren ist ungebrochen. Auch nach Dänemark werden wieder hunderte FC-Fans mitreisen. Und nun, da auch die erste Nervosität von den Schultern der jungen Spieler genommen sein dürfte, wird Ruthenbeck alles versuchen, aus einem Abenteuer eine Erfolgsgeschichte zu machen.







Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!