Der 1. FC Köln will seine Strategie für Leihtransfers weiter ausbauen. In diesem Sommer könnten bis zu neun Spieler an andere Clubs verliehen werden. Ein internationales Top-Talent steht offenbar bereits vor dem Abflug. Viktoria Köln hat derweil eine Absage erhalten.
Patrik Kristal spielt zwar schon anderthalb Jahre für den 1. FC Köln. Der estnische Nationalspieler ist aber noch immer erst 18 Jahre alt. Der Mittelfeldspieler gehört inzwischen bei der U21 der Geißböcke zu den Leistungsträgern. Und als solcher hat er sich nun dafür qualifiziert, auf Leihbasis zu einem anderen Club zu wechseln.
Denn der FC will das Leihspieler-Konstrukt, welches mit den erfolgreichen Leihen von Jonas Urbig und Tim Lemperle nach Fürth so gut begonnen hatte, weiter ausbauen. In diesem Sommer könnten bis zu neun Spieler verliehen werden. Jaka Potocnik (Rot-Weiss Essen) war der Erste, Kristal könnte nun folgen. Auffällig: Keiner der Kandidaten für Leihen trainiert aktuell mit den FC-Profis.
Zwei dänische Erstligisten sind interessiert
Kristal hätte in der abgelaufenen Saison noch immer U19 spielen können, hat inzwischen aber bereits anderthalb Jahre Regionalliga West in den Beinen. Der 14-malige Nationalspieler Estlands soll und will nun den nächsten Schritt machen. Und beim FC gilt: Wer der Regionalliga entwachsen, aber noch nicht bereit für die Bundesliga ist, soll verliehen werden. Da trifft es sich gut, dass laut kicker mit Viborg FF und Lyngby BK zwei dänische Erstligisten ihr Interesse angemeldet haben.
Die beiden Vereine wollen den Box-to-Box-Spieler ausleihen, welcher im zentralem Mittelfeld auf der Sechs, der Acht und der Zehn gleichermaßen spielen kann. Die Geißböcke wiederum erhoffen sich, dass Kristal vor allem körperlich in der nächsten Saison noch einmal einen Schritt nach vorne macht. Dann könnte er auch perspektivisch für die Bundesliga in Frage kommen.
Diese Spieler können verliehen werden
„Wir haben mit dem einen oder anderen Jugendspieler klar besprochen, dass der nächste Schritt nicht über die Regionalliga- oder die Bundesliga-Mannschaft geht“, sagte Sportchef Thomas Kessler am Montag. „Da sind wir auf der Suche nach Leihen.“ Und erklärte auch, warum keiner der Kandidaten zumindest vorübergehend bei der Mannschaft von René Wagner mittrainiert: „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, hier von Tag eins an eine Gruppe auf den Platz zu stellen, die für die Saison zur Verfügung steht.“
Nach Potoncik und womöglich Kristal sind Elias Bakatukanda, Fayssal Harchaoui, Etienne Borie, Emin Kujovic, Fynn Schenten, Yannick Mausehund und Cenny Neumann die Kandidaten. Letzterer hat zwar bereits sein Bundesliga-Debüt gefeiert, wurde aber nicht für die Vorbereitung berücksichtigt, während sein positionsgetreuer U21-Teamkollege David Fürst sich unter Wagner zeigen darf. Ein Hinweis darauf, dass auch Neumann auf Leihbasis gehen könnte.
Schenten wiederum hat laut Kölner Stadt-Anzeiger eine Leihe zu Drittligist Viktoria Köln abgelehnt. Das deckt sich mit Informationen des GEISSBLOG. Nach dem Stürmer haben sich auch internationale Erstligisten – Vereine aus Frankreich, Belgien, Österreich und Portugal – erkundigt. Bislang zögern die Interessenten, aber der 18-Jährige würde die Auslandserfahrung dem Vernehmen nach gerne mitnehmen.
Sonderregelung für Eigengewächse
Generell gilt: Die FIFA hat zwar Leihen inzwischen zahlenmäßig beschränkt, Eigengewächse fallen aber nicht darunter. Das hat die DFL beschlossen. U21-Spieler mit Local-Player-Status – drei Spielzeiten im Verein und im Alter zwischen 15 und 21 Jahren – sind von der Leih-Begrenzung ausgenommen. Dies trifft auf Potocnik, Harchaoui, Kujovic, Borie und Schenten zu. Die Geißböcke können das Leih-Kontingent also voll ausschöpfen.







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