Eric Martel pokert beim 1. FC Köln um einen neuen Vertrag – oder um einen neuen Arbeitgeber. Doch beim 23-Jährigen läuft sportlich aktuell nicht viel zusammen. Belastet der Vertragspoker den Schlüsselspieler?
Wie entscheidet sich Eric Martel? Der Defensivspieler des 1. FC Köln will eigentlich im Laufe des Winters einen Hinweis geben, ob er sich eine Zukunft bei den Geißböcken vorstellen kann. Die Ansprüche des ehemaligen U21-Nationalspielers und DFB-Kapitäns sind hoch. Beim FC läuft es aber gerade nicht gut – und das gilt auch für Martel selbst.
Martel ist zwar uneingeschränkter Stammspieler beim FC und wurde nur in Bremen und Leverkusen jeweils kurz vor Schluss ausgewechselt. Doch der Sechser, der häufiger auch zentral in der Dreierkette verteidigt, sucht ebenso wie die Mannschaft seit Wochen seine Form. Martel liefert defensiv zwar solide ab. Im Spiel mit dem Ball aber treten seine Schwächen aus der Vergangenheit weiter klar hervor.
Wo sich Martel nicht verbessert hat
Dabei sieht sich Martel eigentlich zu Höherem berufen. Sein Berater Michael Reschke wurde in den vergangenen Monaten nicht müde öffentlich zu betonen, dass sein Schützling zu den besten Sechsern der Bundesliga gehöre und nur dann eine Zukunft in Köln sehe, wenn auch der FC sich entsprechend weiterentwickele. Doch aktuell stagnieren beide Entwicklungen: die des Clubs und die des Spielers.
Martel ist weiterhin der Dauerläufer, Zweikämpfer und robuste Vorarbeiter in der Kölner Defensive. Doch seine Statistiken zeigen, dass der 23-Jährige weiterhin im Spiel mit dem Ball Probleme hat: nur drei Pässe pro Spiel in das letzte Drittel des Gegners, nur jedes zweite Spiel einen Pass in den Strafraum des Gegners, nur knapp ein Viertel seiner Pässe sind überhaupt Vorwärtspässe. Martels Orientierung im Spielaufbau liegt auf seinen Mitspielern in direkter Umgebung, nicht auf den Mitspielern in der Offensive.
Martel und der FC müssen sich gegenseitig helfen
So hat Martel bislang in 15 Bundesliga-Spielen nur eine Vorlage erreicht (sein Zuspiel in Leipzig auf Jan Thielmann). Vor allem aber konnte er noch keinen einzigen zweiten Assist (der zweite Pass vor einem Assists, Anm. d. Red.) verzeichnen. Gerade hier, bei den Angriffe einleitenden Pässen aus der Defensive heraus krankt es im gesamten FC-Spiel.
So klaffen Anspruch und Wirklichkeit gerade bei Martel auseinander. Der 23-Jährige wähnt sich eigentlich bereit für Top-Clubs wie Frankfurt oder Stuttgart. Seine Leistungen in Köln zuletzt konnten den Geißböcken jedoch nur bedingt helfen. So muss auch Martel sich in 2026 steigern, um dem FC zum Klassenerhalt zu verhelfen und sein eigenes Ziel zu erreichen: eine erfolgreiche Zukunft beim FC oder einen ablösefreien Transfer zu einem Top-Club.








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