Der 1. FC Köln kassiert gegen den FC St. Pauli mit dem einzigen Schuss auf das Tor und in allerletzter Sekunde den 1:1-Ausgleich. Hinterher sind alle Beteiligten enttäuscht.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Marvin Schwäbe
„Es ist wie im falschen Film. Du kriegst 90 Minuten keinen Schuss aufs Tor, du hast die längsten Stollen auf dem Schuh, die es eigentlich gibt, und am Ende rutsche ich ausgerechnet in diesem Scheißmoment weg. Ich hätte den relativ entspannt gehalten. Das tut extrem weh. Das tut mir leid für die Mannschaft, aber ich kann daran nichts ändern. Das haben wir heute nicht verdient. Wir waren die bessere Mannschaft, hatten die Chancen auf unsere Seite. Wir hätten das eine oder andere noch machen können, daher sind es zwei verlorene Punkte.“
Luca Waldschmidt
„Es ist schon sehr hart. Pauli hatte nichts Gefährliches über die 90 Minuten. Wir haben sehr leidenschaftlich verteidigt, versucht, alles wegzuhalten. Daher ist das bitter. Beim 1:0 habe ich Said klar gesehen. (lacht) Nein, ich wollte ihn nicht ganz weghauen, aber Said macht mehr als das Beste daraus. 95 zu 5 daher für Said bei dem Tor. Bei meiner zweiten Chance muss ich ihn vielleicht besser platzieren oder noch ein paar Schritte weitergehen. Das 2:0 hätte uns gut getan. Bei der ersten fälscht er ihn noch an den Pfosten ab. Der Trainer hat mir heute Freiräume gelassen, zwischen den Linien nach Gefühl zu agieren. Defensiv war die Zuordnung klar. Bis auf das Tor war ich zufrieden mit meiner Leistung. Der Punktverlust tut weh und ist schon sehr bitter. Ich ärgere mich. 16 Punkte sind okay, aber es wäre verdient gewesen, wenn wir gewonnen hätten.“
Thomas Kessler
„Die Mannschaft hat heute eine sehr seriöse und stabile Leistung gezeigt. Das war sicherlich kein Leckerbissen, aber dennoch haben wir es über die gesamte Spielzeit seriös gemacht. Wir hatten die Chance zum 2:0 in der Nachspielzeit, daher ist es bitter, mit der einzigen echten Chance den Ausgleich zu kassieren. Wir wollten heute unbedingt die drei Punkte holen, aber nicht mit der Brechstange. Wir hatten noch Chancen, das Spiel höher zu gewinnen, wirst am Ende aber bestraft. In Bremen haben wir in der Nachspielzeit den Ausgleich gemacht, heute müssen wir die bittere Pille schlucken. Dass Said ein hohes Tempo hat, ist klar. Er macht das mit seinem Laufweg sehr gut, dass er vor den Abwehrspieler geht. Der überlegt noch mal mit einem Zupfer. Wenn sich Said fallen lässt, müssen wir über eine Rote Karte reden. So setzt er sich durch, weil es sein Naturell ist, zum Tor zu ziehen. Dann macht er es gut und wir freuen uns für ihn, auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat.“
Lukas Kwasniok
„Mir geht es jetzt nicht ganz so toll – wie allen Kölnern, die heute im Stadion waren. Eine Mannschaft, die besser gewesen ist, konnte das Spiel nicht ausmachen. Die andere Mannschaft konnte dann in der letzten Sekunde ausgleichen, auch wenn nichts darauf hingedeutet hat. Wir müssen das akzeptierten. In Bremen hatten wir das Momentum in der letzten Minute auf unserer Seite. In 13 Spielen war es die stabilste Leistung von uns. Es war klar, dass es kein Hauruck-Fußball geben würde. Dafür haben beide Mannschaften auch zu viel Respekt voreinander gehabt. Wir haben heute keine Konter gefressen, das war wichtig. Ihre Spielstärke konnten wir nur in der Mann-Mann-Konstellation wegverteidigen. Wir hätten in der zweiten Halbzeit die Lichter ausmachen können, das haben wir aber nicht geschafft. Die Aktion sah gar nicht gefährlich aus, wir hatten dann aber das Pech, dass unser Keeper ausrutscht. Dann holst du den Ball aus dem Netz und denkst, du bist im falschen Film. Wir können trotzdem positiv auf die Leistung und in die Zukunft blicken.“
Alexander Blessin
„Wenn ein Spiel so abläuft, sind wir natürlich froh über den Last-Minute-Treffer. Wir haben es in der ersten Halbzeit gut gemacht, haben gut gestanden und sind gut aus dem Gegenpressing gekommen. Das Problem hatten wir im letzten Drittel, da sind wir nicht richtig nachgerückt. Nach einem eigenen Standard haben wir El Mala dann auf die Reise geschickt. Das war ganz schlecht organisiert von uns. Dann war das Spiel ein bisschen fahrig. Nach so einer Niederlagen-Serie so etwas wegzustecken, ist nicht einfach. Trotzdem haben wir es lange offengehalten. Es freut mich für die Mannschaft, weil sie viel investiert hat und das 1:1 dann noch erzielt hat.“







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