Vorsprung schmilzt: Best of the rest oder Abstiegskampf?

Ein enttäuschter Lukas Kwasniok nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli. (Foto: IMAGO / Huebner)
Ein enttäuschter Lukas Kwasniok nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli. (Foto: IMAGO / Huebner)

Noch nie hat man Lukas Kwasniok nach einem Spiel als Trainer des 1. FC Köln so geknickt gesehen wie nach dem 1:1 (0:0) gegen den FC St. Pauli. Tabellarisch hat der FC dabei zwar einen Sprung gemacht – nach unten hin wird das Polster jedoch dünner.

Als das Spiel am Samstagnachmittag unmittelbar nach dem Ausgleich von Ricky-Jade Jones abgepfiffen wurde, passte die Stimmung in Köln zum Wetter. Im wahrsten Sinne des Wortes standen die FC-Profis wie begossene Pudel im Regen und wussten kaum, wie ihnen Sekunden zuvor geschehen war. 93 Minuten lang hatte der FC keine Torchance des FC St. Pauli zugelassen – und wurde mit dem Schlusspfiff dann Mitten in das Kölsche Herz getroffen.

Selbst ein Blick auf die Tabelle konnte die FC-Gemüter nicht wirklich erheitern. Immerhin hat sich der Aufsteiger durch den einen Punkt von Platz zehn auf acht vorgeschoben – vorbehaltlich des Ergebnisses von Werder Bremen am Sonntag gegen den Hamburger SV. Damit ist der FC hinter dem VfB Stuttgart auf Rang sieben (22 Punkte) immerhin so etwas wie the best of the rest.

„Nervig ist noch sehr human umschrieben“

Wirklich freuen konnten sich die Kölner darüber am Samstagabend aber nicht. „Absolut war das der nervigste Punktverlust“, sagte Lukas Kwasniok nach dem Spiel. Wobei „nervig“ nach Aussage des Trainers noch „sehr human umschrieben“ gewesen sei. Der 44-Jährige machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Schon nach dem Schlusspfiff sank Kwasniok fassungslos auf der Trainerbank nieder. „Es geht mir sehr, sehr bescheiden und den Jungs unten auch“, fasste der Coach zusammen.

Dabei sei es über die 13 Saisonspiele gesehen „in Ordnung“, 16 Punkte auf dem Konto zu haben. „Heute hätten wir aber zwei mehr haben können und 18 hätten sich besser angehört“, sagte Kwasniok. Dabei haben an diesem Spieltag auch die Konkurrenten angefangen zu punkten: Heidenheim konnte gegen Freiburg schon das zweite Spiel in Folge gewinnen, auch der VfL Wolfsburg (gegen Union Berlin) und der FC Augsburg (gegen Leverkusen) waren dreifach erfolgreich.

Nur noch fünf Punkte vor der Relegation

Bis zum Relegationsplatz sind es für den FC daher inzwischen nur noch fünf Punkte Vorsprung. „Es wird bis zum Schluss ein enges Rennen bleiben“, ist sich Kwasniok sicher und um die Gefahren im Abstiegskampf bewusst. Wichtig ist dem Trainer jedoch, eine Entwicklung bei seinen Spielern zu sehen. Einen Vorwurf machte er seinen Profis daher am Samstag auch nicht. „Ich habe eine fantastische Mannschaft, wo die Jungs das Herz am rechten Fleck haben. Ich bin stolz, Trainer dieser Mannschaft sein zu dürfen.“

Dass Marvin Schwäbes Ausrutscher vor dem 1:1 letztlich zum verpassten Sieg geführt hatte, gehöre dabei halt zum Fußball dazu. „Das macht diesen Sport so unausrechenbar und auch so begeisternd. Es kann immer irgendwas passieren. Ich werde weiterhin Fußballfan bleiben, auch wenn sich der liebe Gott heute ein Nickerchen gegönnt hat“, sagte Kwasniok weiter.

Noch zwei Spiele bis zur Pause

Bis zur kurzen Winterpause über Weihnachten und Silvester bleiben dem FC jetzt noch zwei Spiele gegen Bayer Leverkusen und Union Berlin, um die inzwischen vier Spiele andauernde Sieglos-Serie zu beenden. „Wir werden die letzten zwei Spiele voller Tatendrang angehen und hoffen, dass wir noch Punkte holen.“ In der Hoffnung, dass der FC in diesen Spielen gar keine Hilfe vom lieben Gott benötigen wird.

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