Jahrelang war der 1. FC Köln ein Abstiegskandidat in der Frauen-Bundesliga. Unter Britta Carlson hat sich das geändert. Nun haben die Geißböcke sogar schon einen Vereinsrekord gebrochen.
Der 1:0-Sieg des 1. FC Köln gegen den SC Freiburg hing am Ende noch einmal am seidenen Faden, als die Breigauerinnen in der 90. Minute einen Elfmeter zugesprochen bekamen. Doch Irina Fuchs parierte und hielt somit den Sieg fest. Doch nicht nur den Sieg, sondern auch den Vereinsrekord. Denn dank des 1:0 sprang der FC auf 24 Punkte nach 15 Spielen.
Noch nie haben die FC-Frauen in einer Bundesliga-Saison so viele Punkte gesammelt. Bislang lag der Rekord bei 22 Zählern aus der Saison 2021/22, allerdings nach 22 Spielen und damit nach Abschluss der Saison. Nun hat die Mannschaft von Britta Carlson diese Marke schon nach 15 Partien geknackt und steht auf Platz sechs in der Tabelle.
Carlson wusste nichts vom Vereinsrekord
Die Cheftrainerin war sich dieses Erfolgs gar nicht bewusst. „Ich wurde nicht darüber informiert“, sagte Carlson auf der Pressekonferenz nach dem Sieg auf GEISSBLOG-Nachfrage. „Ich freu mich einfach, dass wir 24 Punkte haben, ob es ein Rekord ist oder nicht. Ich bin sehr stolz, was wir bisher geleistet haben.“ Carlson hatte den FC im Januar 2025 übernommen, einmal mehr mitten im Abstiegskampf. Ein Jahr später steht der FC so gut da wie noch nie.
Carlson kam als Co-Trainerin der deutschen Nationalmannschaft zum FC, als erfolgreiche Spielerin und erfolgreiche Assistenztrainerin, die auf ihren vorherigen Stationen stets Titel gewonnen hatte, inklusive Champions League. Beim FC traf sich zunächst auf einen gänzlich anderen Anspruch, mit dem sie sich aber sofort nicht zufrieden gab und deutlich machte, dass sich am Geißbockheim etwas verändern müsse. Zwölf Monate später tragen diese Veränderungen erste Früchte.
Was Carlson von ihrer Mannschaft fordert
Und Carlson ist längst nicht zufrieden. Ihre Mannschaft sei noch zu unselbständig auf dem Platz. Fußball sei kein Coaching Game, sondern ein Players‘ Game. „Wir wollen mehr Entscheidungen selbst treffen. Die Mannschaft braucht noch sehr viel Support von draußen“, sagte die Cheftrainerin nach dem Freiburg-Sieg. „Es geht darum, noch erwachsener und selbständiger auf dem Platz zu sein und die Dinge mit Überzeugung zu machen.“
Aktuell ist der FC auf dem besten Wege, sich im Mittelfeld zu etablieren. „Mittelfristig wollen wir weiter nach oben schauen“, machte Carlson klar. Doch das könnte schon in dieser Saison möglich sein. Durch den Sieg gegen den Sport-Club zogen die Geißböcke an Freiburg vorbei und liegen nur noch drei Punkte hinter Platz drei. Dieser würde zur Champions-League-Qualifikation reichen.
Unser Saisonziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, das schließt ja alles mit ein
Britta Carlson
Darf der FC womöglich schon in dieser Saison vom Einzug nach Europa träumen? „Das ist eher der Kölner, der davon träumt und an die Champions League denkt“, lächelte Carlson die Frage weg. „Unser Ziel ist es, dass wir eher nach oben schauen als nach unten. Klar nehmen wir alles mit, was kommt. Wir haben uns aber keinen konkreten Platz vorgegeben. Unser Saisonziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, das schließt ja alles mit ein.“ Auch Europa.







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