Kwasnioks erstes Drittel hui, zweites pfui – aber anderes Schicksal als Xabi Alonso

Trainer Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln gestikuliert auf der Pressekonferenz.
Trainer Lukas Kwasniok argumentiert auf der Pressekonferenz des 1. FC Köln (Foto: Bucco)

Trainer Lukas Kwasniok startet mit dem 1. FC Köln in das letzte Saisondrittel. Trotz zuletzt überschaubarer Punktausbeute gibt er sich angriffslustig.

Ergebniskrise? Abstiegskampf? Jobsorgen? Lukas Kwasniok will vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim von all dem nichts hören. Im Gegenteil: Angesichts der wahrscheinlich unlösbaren Aufgabe zum Schluss bei Rekordmeister Bayern München hat er seine eigene Sicht auf die Saison.

Mit dem 23. Spieltag wird für ihn das letzte, entscheidende Kapitel dieser Spielzeit aufgeschlagen: „Du kannst immer eine Saison dritteln, vor allem, wenn du am 34. Spieltag bei den Bayern spielst. Dann kannst du sagen: Du hast elf, 22 und 33 Spiele. Und dann vielleicht noch ein Finale in München. Jetzt geht’s in letzte Drittel, und das ist das schönste Drittel, finde ich. Auch als Trainer. Jetzt geht’s ans Eingemachte.“

Kwasniok verbucht einen Achtungserfolg

Für den 44-Jährigen ist es ein erster Achtungserfolg, dass er es bis hierhin geschafft hat als Bundesliga-Neuling auf der Trainerbank – und erinnert an Schicksale wie etwa den von Leverkusens Double-Trainer Xabi Alonso bei Real. „Viele, echt bekannte Namen erleben das letzte Drittel gar nicht mehr. Da gehen sie nach Madrid und sind schon nicht mehr da. Deswegen freue ich mich, mit dem FC ins letzte Drittel gehen zu können. Wohlwissend, dass die Aufgabe nicht leicht werden wird. Aber darauf habe ich mich von vornherein eingestellt.“

Kwasniok verbucht auch die Auftritte in den letzten Wochen als Argument für seine Arbeit und macht noch einmal klar, dass für den Aufsteiger 1. FC Köln nur der Klassenerhalt das Ziel sein kann. „Um ehrlich zu sein, war mein Ziel: Wenn wir es schaffen, nach 33 Spielen das Ziel erreicht haben, haben wir einen sehr guten Job gemacht. Unsere Wahrnehmung ist: Wir sind total fokussiert, total eng beieinander und haben die Leistung im Blick. Und ich finde: Niemand kann in den letzten Wochen sagen, dass das leistungstechnisch ein Desaster war.“

1. FC Köln punktet im zweiten Saisondrittel wie Absteiger

Aber Leistung ist das eine, Punkte das andere – und nur die zählen letztlich in der Endabrechnung. Blickt man wie Kwasniok auf die Saisondrittel, war die Ausbeute in den ersten elf Spielen mit 14 Punkten für einen Aufsteiger sehr stark. Nimmt man allerdings Spieltag zwölf bis 22, sieht die Sache dann schon anders aus: Schwache neun Punkte sind zu wenig und dürften auch in den restlichen Spielen kaum ausreichen, um am Ende die Klasse sicher zu halten.

Kwasniok aber bleibt bei einer positiven Sichtweise: „Wir haben auch gegen Hoffenheim wieder die Hoffnung, dass wir gewinnen können. Performance wird früher oder später belohnt. Deswegen freue ich mich sehr auf das letzte Drittel, und die Ausgangssituation hätte deutlich, deutlich schlechter sein können. Wir sind mittendrin und attackieren voller Überzeugung – auch am Samstag.“

Das Ziel ist klar: Ein Endspiel gegen Bayern München am letzten Spieltag will man um jeden Preis vermeiden. Das gab es schon 2012 einmal, damals im RheinEnergieStadion – und es endete mit dem Abstieg.

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