Es sind Wochen des Wiedersehens: In den nächsten Bundesliga-Partien trifft der 1. FC Köln auf reihenweise Akteure, die mal den Geißbock auf der Brust getragen haben – und nun ein Vielfaches ihres damaligen Preisschildes wert sind.
Sebastian Hoeneß‘ Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln glich einem Loblied. In den höchsten Tönen schwärmte der Trainer des VfB Stuttgart über einen Abwehrmann, der einst auch in Köln einigen Anlass zum Schwärmen geboten hatte: Jeff Chabot.
„Jeff ist der zentrale Verteidiger für uns“, sagte Hoeneß und hörte gar nicht mehr auf, Chabots Vorzüge aufzuzählen: „Er gibt uns Stabilität, Sicherheit und eine Riesenqualität in der Luft. Er ist im Spielaufbau richtig gut unterwegs, hat sich da sehr, sehr gut entwickelt, leitet jetzt auch Situationen ein – mit Bällen zwischen die Linien, aber auch welche hinter die Linie sieht man immer wieder. Jeff hat einen richtigen Sprung gemacht.“
Matthäus bringt Chabot mit Nationalmannschaft in Verbindung
Der Innenverteidiger, der nach dem Kölner Abstieg 2024 dank einer Klausel für vier Millionen Euro nach Stuttgart gewechselt war, sei „sowohl sportlich als auch charakterlich ein absoluter Leader“, zudem „lernwillig, demütig, trotzdem sehr selbstsicher in seinem Auftreten. Und auf dem Platz auch mal lauter, wenn es sein muss.“ Das klingt, als könne Hoeneß nur zu gut verstehen, warum Chabot zuletzt von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus als heißer Kandidat für das DFB-Team genannt wurde.
Chabots positive Entwicklung bei den Schwaben spiegelt sich auch in seinem Marktwert wider, der inzwischen auf 15 Millionen Euro geschätzt wird. Der zu Kölner Zeiten bei den Fans äußerst beliebte „Türsteher“ ist zweifelsohne einer der Ex-FC-Profis, den die Anhänger noch immer gerne im Trikot mit dem Geißbock auf der Brust sehen würden.
Wobei der FC nun praktisch wöchentlich auf Ex-Spieler trifft, die ihren Marktwert anderswo in die Höhe treiben konnten. Da wäre zum Beispiel Chabots Stuttgarter Teamkollege Chris Führich (zehn Millionen Euro), dem der Durchbruch in Köln verwehrt blieb.
Abgänge unter Wert
In der kommenden Woche kehrt dann Tim Lemperle mit der TSG Hoffenheim nach Köln zurück. Das im vergangenen Sommer ablösefrei gewechselte Eigengewächs soll inzwischen zwölf Millionen Euro wert sein und bei Atlético Madrid sowie Clubs aus der Premier League auf dem Zettel stehen. Als mögliche Ablöse ist allerdings ein Vielfaches des geschätzten Marktwertes im Gespräch.
Nach Hoffenheim, und dem zwischenzeitlichen Auswärtsspiel in Augsburg, gastiert dann Borussia Dortmund in Müngersdorf – mit dem in Köln einst verkannten Serhou Guirassy. Der Mittelstürmer, der von Markus Anfang beim FC als Linksaußen eingesetzt wurde, ging einst für sechs Millionen Euro nach Amiens. Heute liegt sein Preisschild bei 40 Millionen Euro.
Zusammen bringen es die genannten Ex-Kölner auf 77 Millionen Euro, kassiert hat der FC für Chabot, Führich, Lemperle und Guirassy aber nur rund zehn Millionen Euro. Lediglich Zahlenspiele? Jein, die Werte verdeutlichen, dass in der Vergangenheit mehr Qualität im Kader gesteckt hat als die Geißböcke für sich nutzen konnten – ob sportlich oder finanziell.








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