FC-Profis nach Kwasniok-Aus befreit? „Das Gefühl habe ich definitiv“

René Wagner im Training. (Foto: Bucco)
René Wagner im Training. (Foto: Bucco)

Neuer Trainer, neue Chancen: René Wagner hofft, dass einige Profis des 1. FC Köln nun befreiter aufspielen. Der Kwasniok-Nachfolger will die gesamte Mannschaft mitnehmen.

Die Karten werden mal wieder neu gemischt. Nach der Beförderung von René Wagner zum Nachfolger von Lukas Kwasniok soll beim 1. FC Köln zwar nicht das große Ganze umgekrempelt, sondern nur an den richtigen Stellschrauben gedreht werden – doch ein Trainerwechsel ist stets auch eine Chance für jene Spieler, die mit ihren Einsatzzeiten zuletzt weniger zufrieden waren.

Unabhängig davon, dass nicht jeder Profi mit Kwasnioks Kommunikation und den zeitweise häufigen Umstellungen klargekommen sein soll: Ein anderer Trainer bringt andere Ansichten mit und bei den Spielern kann sich das Gefühl lösen, ohnehin nicht für die Startelf berücksichtigt zu werden.

Wagner: „Gibt immer Jungs, die unzufrieden sind“

Das weiß natürlich auch Wagner. Nach seinen ersten Einheiten als Chef antwortete er auf die Frage, ob sich einige seiner Spieler wieder ein bisschen freier fühlen könnten: „Das Gefühl habe ich definitiv. Das bringt ein Trainerwechsel mit sich.“ Denn: „Es gibt immer Jungs, die unzufrieden sind mit der aktuellen Situation.“

Man muss sich nur die Einsatzzeiten anschauen, um zu erahnen, wer diese Jungs sind: Denis Huseinbasic und Luca Waldschmidt standen in diesem Kalenderjahr jeweils erst einmal in der Startelf, Waldschmidt hatte sein Unverständnis für Kwasniok bereits im Winter-Trainingslager in einem Interview öffentlich zum Ausdruck gebracht.

Auch Dominique Heintz spielte nach seiner Genesung von einem Muskelfaserriss kaum noch eine Rolle. Florian Kainz, der im Derby mit seinem Eckball zum 3:3 eine letzte Kwasniok-Pleite verhinderte, hatte es zwischenzeitlich über Wochen nicht in den Kader geschafft. Und Winter-Zugang Felipe Chavez kam bislang nicht über Kurzeinsätze hinaus – die hätte er womöglich auch bei den Bayern bekommen.

Schafft es Wagner, die gesamte Mannschaft zu erreichen?

Ab sofort können die genannten Reservisten Wagner überzeugen, dass sie mehr Einsatzzeit verdient haben und ihnen im Abstiegskampf eine größere Bedeutung zukommen sollte. Das Casting um die Startelf-Plätze ging am Mittwoch mit einem internen Testspiel im RheinEnergieStadion, inklusive Unterstützung aus der U19, so richtig los. Womöglich konnte auch das eine oder andere Talent Eigenwerbung betreiben.

Wagner ermuntert allerdings nicht nur die unzufriedenen Spieler, die Chance zum Neustart zu ergreifen – er will auch die bisherigen Stammkräfte abholen. „Es gibt genauso Spieler, die super zufrieden waren. Auch um die gilt es sich zu kümmern. Den Spielern, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, geht es mit dem Trainerwechsel vielleicht nicht so gut.“

Es gibt nicht immer nur Jungs, die mit einer breiten Brust hier rumlaufen, sondern auch Jungs, die sich Gedanken machen.

René Wagner

Jakub Kaminski könnte so ein Spieler sein. Der Offensivallrounder, der aktuell bei der polnischen Nationalmannschaft weilt, hat immer wieder betont, dass der Austausch mit Kwasniok einer der Gründe für seinen FC-Wechsel war. Wobei sich Kaminski gewiss keine Sorgen um seinen Platz machen muss.

Wagner über die Stammspieler allgemein: „Sie wissen nicht, was in den nächsten Wochen passiert, ob sie noch die gleiche Position haben. Es gibt nicht immer nur Jungs, die mit einer breiten Brust hier rumlaufen, sondern auch Jungs, die sich Gedanken machen.“ Er will sie alle mitnehmen.

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