Lukas Kwasniok setzt auf Zusammenhalt und Kämpferherz gegen Borussia Mönchengladbach. Auch, damit der Trainer des 1. FC Köln seinen Job behalten kann. Am Donnerstag zeigte sich der 44-Jährige voller Überzeugung für das Derby.
„Du kannst es als Problem wahrnehmen. Du kannst Angst davor haben. Oder du kannst es als große Gelegenheit und Chance annehmen.“ Mit diesen Worten hat Lukas Kwasniok am Donnerstag seine Situation und jene des 1. FC Köln vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach geschildert. Der 44-Jährige weiß: Eine Niederlage könnte seinen Job gefährden.
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Kwasniok und der FC haben in den letzten 17 Spielen, also im Verlauf einer Bundesliga-Halbserie, gerade einmal elf Punkte geholt. Vor der Länderspielpause im auch emotional so wichtigen Derby gegen Gladbach muss also ein Sieg her. „Wir sehen das Spiel komplett als Chance hier wieder einen Boost reinzubekommen“, sagte Kwasniok.
Kwasniok gibt Einblick in Seelenleben
Der 44-Jährige wirkte überzeugt von der Mission, überzeugt von seiner Mannschaft. Keine Zweifel, kein Zaudern oder Zögern. Kwasniok wollte am Donnerstag auf der Pressekonferenz offenbar den Eindruck vermitteln, dass er als Cheftrainer vorangeht und weiterhin zu 100 Prozent von seiner Mannschaft und seiner eigenen Arbeit überzeugt ist.
„Die Jungs hauen sich rein, geben ihr letztes Hemd. Und ich hoffe und glaube, dass man spürt, dass das auch der Trainer tut, dass ich darum kämpfe, dass ich alles dafür tue.“ Es war ein Moment, in dem Kwasniok einen Einblick in sein Seelenleben gab. Einerseits der Optimist in dem Glauben, dass mit harter Arbeit alles möglich ist. Andererseits der Realist, der weiß, dass am Ende nur die Ergebnisse zählen.
Sieg-Pflicht für Kwasniok – nur wann?
Kwasniok machte auch deutlich, dass intern keine Sieg-Pflicht gegen Gladbach formuliert worden sei, weder von Sportchef Thomas Kessler noch vom Vorstand um Präsident Jörn Stobbe. „Ich habe die Frage vor drei, vor zwei und vor einer Woche und jetzt auch noch mal beantworten dürfen. Es hat sich nichts geändert. Die Ansage gab es nie. Die hat es auch diese Woche nicht gegeben.“
Dennoch hatte Kessler zuletzt die Erwartung formuliert, dass der FC zeitnah wieder Spiele gewinnen müsse. Das ist nur logisch, schließlich wird der FC anders den Klassenerhalt nicht schaffen können. Doch wie genau die zeitliche Frist für diese Sieg-Pflicht aussieht, weiß wohl aktuell nur der Sport-Geschäftsführer selbst.
Jetzt sagen die Daten, dass wir in der Rückrunde eigentlich besser sind als in der Hinrunde
Lukas Kwasniok
Kwasniok gab allerdings auch noch einen Hinweis, dass das Kölner Umfeld die Leistungen des FC in den letzten Wochen differenzierter betrachten solle. „Wir werden nicht zu kritisch betrachtet. Nach den letzten Wochen liegt es auf der Hand“, sagte der FC-Coach zwar, fügte dann aber an: „Nach den ersten Spielen der Saison haben keine Daten dafür gesprochen, dass wir dauerhaft dort oben bleiben würden. Jetzt sagen die Daten aber auch, dass wir in der Rückrunde eigentlich besser sind als in der Hinrunde.“
Intern scheint man also davon überzeugt zu sein, dass die Analyse sehr wohl zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei – nur eben nicht in den entscheidenden Daten: den Ergebnissen. „Die Daten haben zu Beginn gezeigt, dass wir overperformt haben. Jetzt underperformen wir im Ergebnis. Das wird sich über 34 Spiele egalisieren, davon bin ich überzeugt“, sagte Kwasniok. Und dennoch bleibt: Am Samstag zählt gegen Borussia Mönchengladbach nur das Ergebnis. Bei einer Niederlage könnten alle anderen Daten womöglich keinen Wert mehr haben.







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