Mehr als doppelt so erfolgreich! An diesem Spieler hängt der Klassenerhalt

Der 1. FC Köln ist auf Jakub Kaminskis (r.) offensive Aktionen angewiesen. (Foto: Bucco)
Der 1. FC Köln ist auf Jakub Kaminskis (r.) offensive Aktionen angewiesen. (Foto: Bucco)

Im Kampf um den Klassenerhalt kommt ihm eine zentrale, womöglich sogar die zentralste Rolle zu: Jakub Kaminski hat gegen Borussia Dortmund bewiesen, dass Lukas Kwasniok ihn nicht umsonst für den „besten Spieler“ des 1. FC Köln hält. Die Zahlen zeigen, wie sehr der Erfolg der Geißböcke vom Polen abhängt.

Womöglich ist Jakub Kaminski kurz zusammengezuckt, als Alessio Castro-Montes beim Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund erneut muskuläre Beschwerden anmeldete. Schließlich war der flexible Pole, der eigentlich viel lieber in der Offensive zum Einsatz kommt, zuletzt der erste Ersatz auf der personell arg gebeutelten rechten Schiene gewesen.

Diesmal allerdings löste Lukas Kwasniok die Misere anders, entschied sich für eine Viererkette mit Tom Krauß als Rechtsverteidiger (der GEISSBLOG berichtete). So durfte Kaminski gegen den BVB wieder in die Offensivreihe wandern. Er bedankte sich nicht nur mit seinem willensstarken Treffer zum 1:2.

„Kaminski hat für zwei bis drei gespielt“

Der 23-Jährige war an diesem Abend der mit Abstand beste Kölner, ein Dreh- und Angelpunkt. Mit 12,3 Kilometern spulte er die längste Strecke nach Eric Martel (12,5) ab, Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss meinte nicht ohne Grund: „Kaminski hat für zwei bis drei gespielt.“ Der 27-fache Nationalspieler durfte am Samstag zwar nicht seine Lieblingsrolle als Linksaußen einnehmen, agierte stattdessen als Zehner – doch er unterstrich, dass die Kölner Offensive auf ihn angewiesen ist.

Auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allzweckwaffe Kaminski startete in 17 Liga-Partien in der Offensivreihe. Ob links, rechts, auf der Zehn oder sogar mal in der Spitze: Der FC holte in diesen Spielen 20 seiner 24 Zähler, weist also einen Punkteschnitt von 1,18 auf, der über 34 Spieltage hinweg exakt für die magischen 40 Punkte reichen würde.

Nur gegen den HSV siegte der FC mit Kaminski auf der Schiene

In den acht Spielen, in denen Kaminski als Schienenspieler oder Sechser aushelfen musste, sah es ganz anders aus. Hier holten die Geißböcke nur mickrige vier Zähler, was einen mehr als bedrohlichen Punkteschnitt von 0,5 bedeutet. Heißt: Mit Kaminski in der Offensive ist der FC mehr als doppelt so erfolgreich.

1,47 Treffer gelangen den Kölnern im Schnitt, wenn die Leihgabe des VfL Wolfsburg auf einer der vordersten Positionen wirbelte, ohne ihn waren es lediglich 1,13. Wobei die Statistik durch den 4:1-Hinspielsieg gegen den damals durch zwei Rote Karten dezimierten Hamburger SV, bei dem Kaminski die rechte Schiene beackerte, sogar noch verzerrt wird.

Kwasnioks Abbitte

Kwasniok sah sich durch die zahlreichen Ausfälle im Saisonverlauf, aber auch durch zwischenzeitliche Formschwächen gezwungen, Kaminski durch die FC-Elf rotieren zu lassen. „Wir haben ihn immer dort eingesetzt, wo er für uns am wertvollsten sein konnte, obwohl er dort nicht immer zwangsläufig seine beste Leistung abrufen konnte“, gab der Trainer vor dem BVB-Spiel zu (der GEISSBLOG berichtete).

Er ist der erste Spieler, bei dem ich mich als Trainer nicht an dem messen lassen kann, was ich ihm versprochen habe.

Lukas Kwasniok

Kwasniok entschuldigte sich sogar bei Kaminski: „Ich muss ja Abbitte leisten. Er ist der erste Spieler, bei dem ich mich als Trainer nicht an dem messen lassen kann, was ich ihm versprochen habe.“ Nämlich, „dass er nicht als Wandervogel auf dem Feld unterwegs ist“, wie zuvor in Wolfsburg. Doch Kaminski sei nun mal „derjenige, der so ein Spielverständnis hat, so eine Grundqualität in allen Elementen des Spiels, dass er sowohl vorne links als auch hinten rechts spielen kann“.

Für den Klassenerhalt allerdings, das demonstrieren die Zahlen deutlich, benötigt der FC nicht Kaminskis ordentliche Qualitäten auf einer der hinteren Positionen, sondern seine außergewöhnlichen Fähigkeiten in der Offensive. Mit seinem sechsten Saisontor gegen den BVB endete für ihn eine persönliche Durststrecke mit 13 Partien ohne Treffer. Bleibt Kaminski der Offensive jetzt erhalten, könnte er gerade noch rechtzeitig wieder in seinen zu Saisonbeginn so eindrucksvollen Flow finden.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
24 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete