Der 1. FC Köln schaut dieser Tage nur auf den Klassenerhalt in der Bundesliga. Doch die Pläne im Hintergrund gehen über die letzten Wochen der Saison hinaus. Alles ist darauf ausgerichtet, mit einem jungen Team in die Zukunft zu gehen.
Der 1. FC Köln setzt auf René Wagner als Retter im Bundesliga-Abstiegskampf. Aber nicht nur: Der 37-Jährige soll im Fall eines erfolgreichen Saisonfinales auch über den Sommer hinaus auf der Position des Cheftrainers verbleiben. Das haben die Verantwortlichen in den letzten Tagen bereits durchklingen lassen. Doch Wagner ist nur ein Puzzleteil.
Wagner soll unter Sportchef Thomas Kessler in der neu geschaffenen Struktur des Bundesligisten eine junge Mannschaft anführen. Der 37-Jährige kennt den FC gut, und sollte dem jungen und noch unerfahrenen Cheftrainer der Klassenerhalt gelingen, soll ihm eine ebenso junge und hungrige Mannschaft zur Seite gestellt werden.
Finanziert El Mala den nächsten Kader-Umbruch?
Im Zentrum der Überlegungen: die Abwehr um Rav van den Berg (21) und Jahmai Simpson-Pusey (20) sowie Elias Bakatukanda (21) und Julian Pauli (20). Dazu im Mittelfeld Tom Krauß (24), Isak Johannesson (23) und Felipe Chavez (18) sowie im Angriff Jakub Kaminski (23) und Jan Thielmann (23). Dazu kommen, je nach Planung möglicher Leihen, auch Youssoupha Niang (20), Fynn Schenten (19) und Jaka Cuber Potocnik (20).
Nur Said El Mala (19) gehört in den Planungen nur bedingt dazu, weil der Youngster wohl einen Sommer-Wechsel anstrebt und dadurch zur Finanzierung der diversen Kaufoptionen (u.a. Krauß, Kaminski, Chavez und Simpson-Pusey) dienen dürfte. Mit dem Dutzend Spieler unter 25 Jahren im Kader hätte der FC ein junges Aufgebot mit Potenzial, dem erfahrene Spieler zur Seite gestellt werden sollen.
Zieht der 1. FC Köln die Kaufoption bei Simpson-Pusey?
Entsprechende Überlegungen bestätigte Aufsichtsratschef Lionel Souque am Sonntag im Dreierkette Talk im Reissdorf am Hahnentor. „Jetzt hat Thomas Kessler unter sich eine gute Struktur gebaut, die wir so vorher nicht hatten und es keine One-Man-Show mehr ist“, sagte der REWE-Chef und bezog sich dabei wohl auch auf die zuvor auf Christian Keller zentrierte Struktur. „Wichtig ist, dass wir jetzt nicht absteigen und den FC dann Schritt für Schritt mit jungen Leuten weiterentwickeln.“
Dabei nannte Souque explizit van den Berg und Simpson-Pusey, was darauf schließen lässt, dass der FC versuchen wird die Kaufoption für den Engländer zu ziehen – in der Hoffnung, dass Manchester City (ebenso wie der FC Bayern bei Chavez) nicht die Rückkaufoption aktiviert. So laufen also auch die Kaderplanungen für die nächste Bundesliga-Saison bereits auf Hochtouren. Alles darauf ausgerichtet, dass der Umbruch aus dem Sommer 2025 ein Jahr später fortgesetzt werden kann.
Es gibt nur einen Plan A, aber wir sind keine Idioten
Lionel Souque
Dabei soll Wagner entscheidend mithelfen, um nicht nur den FC zu retten, sondern sich selbst gleichzeitig als Cheftrainer zu empfehlen. „Ich wäre dagegen gewesen, ihn im Sommer zum Trainer zu machen, wenn er vorher noch nicht Chef war“, machte Souque klar, dass der 37-Jährige nun die Möglichkeit hat sich zu beweisen. „Jetzt hat er die Chance. Er hat erst einmal einen großen Vertrauensvorschuss von uns. Ich finde ihn super und bin zu 100 Prozent überzeugt, dass er das schaffen wird.“
Einen bereits besprochenen Plan B mit Friedhelm Funkel gebe es bislang nicht, sagte Souque. „Es gibt nur einen Plan A.“ Allerdings dürfte dies nur die halbe Wahrheit gewesen sein, denn Souque sagte auch: „Aber wir sind keine Idioten. Wenn er 0:3 in Frankfurt und 0:4 gegen Bremen verliert, werden wir nicht einfach sagen können: ‚Wir machen immer weiter so.'“ Dennoch gilt für Plan A: mit Wagner die Klasse halten und dann mit Wagner und den Youngstern in der nächsten Saison den nächsten Schritt in der Bundesliga gehen.








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