„Selten glücklicher“: Darum macht die Premier League Kwasniok Mut

Lukas Kwasniok sucht mit dem FC einen Ausweg aus der Krise. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok sucht mit dem FC einen Ausweg aus der Krise. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln macht sich vor dem Top-Spiel des 25. Spieltags gegen Borussia Dortmund Mut. Lukas Kwasniok will von Endspielen nichts wissen. Der Cheftrainer verweist auf zahlreiche andere Clubs in der Krise, die den Turnaround geschafft haben.

Lukas Kwasniok kämpft um seinen Job beim 1. FC Köln. So viel war am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund zu spüren. Der 44-Jährige wirkte locker, gleichzeitig aber auch gut vorbereitet auf die Fragen, die kommen würden. Und dass er nach seiner eigenen Position gefragt werden würde, da musste er kein Hellseher sein.

Kwasniok war es in diesem Moment ein Anliegen, Optimismus und Gelassenheit auszustrahlen. „Ich habe selten einen glücklicheren Menschen hier vorne sitzen sehen“, sagte der FC-Trainer über sich selbst. Der Grund: „Wir lassen uns nicht nur von Ergebnissen leiten, sondern vom täglichen Umgang miteinander. Das ist kein Nebeneinander oder Gegeneinander, sondern ein totales Füreinander. Das gibt mir die Überzeugung, das Spiel gewinnen zu können.“

Der 1. FC Köln und das Fahrradfahren

Es ist diese Geschlossenheit, die die Geißböcke aktuell beschwören. Das klang unter der Woche in den Worten von Vizepräsident Ulf Sobek mit, in den Worten von Sportchef Thomas Kessler – und nun in aller Deutlichkeit auch in den Worten von Lukas Kwasniok. „Ja, gegen Augsburg waren wir nicht am Peak. Aber ich spüre diese Woche wieder zu 100 Prozent die Überzeugung, dass die Jungs diese Vision haben.“ Und die Vision heißt: Dortmund schlagen und die Wende einleiten.

Wieder einmal muss der FC dies an einem Samstagabend versuchen, in einem Top-Spiel gegen ein Top-Team. Bekanntlich ist diese Bilanz schauderhaft aus Kölner Sicht. Von den letzten 13 Partien am Samstagabend verlor der FC zehn, in dieser Saison gingen alle sechs Spiele verloren. Aber: „Im Leben ist immer irgendwann das erste Mal. Du sprichst dein erstes Wort. Du fährst das erste Mal Fahrrad. Und wir haben in dieser Saison eben noch kein Samstagabend-Spiel gewinnen“, sagte Kwasniok. „Dann wird es halt irgendwann Zeit. Wir setzen uns jetzt ja nicht aufs Fahrrad, obwohl wir es nicht können. Wir wissen, dass wir es können.“

Es widerfährt auch richtig guten, gestandenen Mannschaften

Lukas Kwasniok

Als Mutmacher hatte Kwasniok am Donnerstag gleich noch ein paar Beispiele anderer Vereine dabei, die es auch geschafft haben. Auf einem Zettel hatte der 44-Jährige sie vor sich liegend notiert. „Dynamo Dresden in der 2. Liga oder Mainz 05 in der Bundesliga. Dann habe ich mir noch zwei Beispiele aus der Premier League raugesucht, wo Brighton in 13 Spielen nur einen Sieg eingefahren hat. Die Kunst ist es, ruhig und sachlich und voller Überzeugung weiterzuarbeiten und die äußeren Einflüsse an sich vorbeilaufen zu lassen. Und siehe da, sie haben wieder zwei Spiele am Stück gewonnen. Was ich sagen will: Es widerfährt auch richtig guten, gestandenen Mannschaften.“

Ein anderes Beispiel ist die Mannschaft, die gerade erst den FC Liverpool besiegt hat – als Tabellenletzter der Premier League. „Noch krasser ist Wolverhampton. In 26 Spielen haben sie neun Punkte geholt – in den letzten vier Spielen dann gegen Liverpool, Aston Villa, Chrystal Palace und Arsenal sieben Punkte. Aber auch die haben immer gehört: Eigentlich könnt ihr abmelden, müsst eigentlich gar nicht mehr antreten.“ Kwasniok weiß aber natürlich auch: Wolverhampton liegt noch immer zwölf Punkte hinter dem rettenden Ufer – ein allzu gutes Beispiel sind die Wolves also dann doch nicht.

Kwasniok: „Das ist nicht daher gebabbelt“

Dennoch sollte Kwasnioks Botschaft deutlich sein: Der FC mag in 15 Spielen nur zehn Punkte geholt haben. Dennoch bedeutet dies nicht, dass die Geißböcke gegen den BVB chancenlos sein werden. Und schon gar nicht in den beiden darauf folgenden Spielen beim HSV und gegen Borussia Mönchengladbach. „Wir wissen, dass wir in der Lage sind, zwei, drei oder vier Spiele am Stück nicht zu verlieren. Das ist nicht daher gebabbelt, sondern ich sehe, wie die Jungs arbeiten.“ Und das soll auch am Samstagabend wieder auf dem Rasen in Müngersdorf zu sehen sein.

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