Edel-Joker hatte böse Vorahnung: „Das war ein bisschen schade“

Konnte nur kurz jubeln: Alessio Castro-Montes gegen Werder Bremen. (Foto: Bucco)
Konnte nur kurz jubeln: Alessio Castro-Montes gegen Werder Bremen. (Foto: Bucco)

Beinahe hätte Alessio Castro-Montes am Sonntag sein zweites Joker-Tor für den 1. FC Köln binnen einer Woche erzielt. Enttäuscht war der Belgier hinterher aber nicht – vielmehr hatte er eine böse Vorahnung.

Trotz seiner langen Verletzungspause in diesem Jahr ist Alessio Castro-Montes inzwischen so richtig beim 1. FC Köln angekommen. Hatte der Belgier nach seinem späten Wechsel in der zurückliegenden Sommer-Transferperiode praktisch keine Rolle gespielt, blüht der 28-Jährige mittlerweile richtig auf. Schon nach Winterpause hatte Castro-Montes mit drei Vorlagen in zwei Spielen geglänzt. Dann jedoch verletzte sich der flexibel einsetzbare Flügelspieler.

Seit René Wagner beim FC übernommen hat, ist nun jedoch auch Castro-Montes wieder mit dabei. Gegen Eintracht Frankfurt traf der gebürtiger Sint-Truidener dabei schon wenige Sekunden nach seiner Einwechslung zum 2:2-Ausgleich und dem gleichzeitigen Endstand. Gegen Werder Bremen wäre ihm dieses Kunststück am Sonntag beinahe noch einmal gelungen, als er zur Pause eingewechselt wurde und unmittelbar nach Wiederanpfiff zum vermeintlichen 2:0 traf.

Castro-Montes hatte Abseitsstellung geahnt

Nach Überprüfung seitens des VAR wurde der Treffer jedoch aufgrund einer hauchzarten Abseitsposition zurückgenommen. Castro-Montes‘ Knie hatte sich beim Zuspiel von Ragnar Ache nur Millimeter in der verbotenen Zone bewegt. „Raggy macht das super“, sagte der vermeintliche Torschütze hinterher bei FC-TV. Allerdings konnte sich Castro-Montes schon mit Einschlagen des Balles gar nicht richtig freuen – denn der Spieler hatte bereits eine Vorahnung.

„Ich dachte von Anfang an, dass es Abseits war“, gab Castro-Montes zu Protokoll. Schon beim Jubeln habe er seine Teamkollegen darauf hingewiesen. „Deswegen war ich nicht so enttäuscht, dass das Tor nicht zählt.“ Als der FC-Profi dann allerdings erfahren hatte, wie knapp er tatsächlich an seinem zweiten Bundesliga-Tor vorbei geschrammt war, stellte sich wohl doch ein wenig Enttäuschung ein. „Das war ein bisschen schade“, sagte der Neuzugang des vergangenen Sommers.

Belgier schwärmt: „Das Schönste, was es gibt.“

Dabei war Castro-Montes genau für diesen Moment von Wagner eingewechselt worden. „Nach dem 1:0 wusste jeder, dass wir noch ein Tor brauchen und der Trainer hat mir gesagt, dass ich nach vorne spielen und probieren muss, das zweite Tor zu machen“, gab der Joker einen Einblick in den Austausch mit Wagner unmittelbar vor seiner Einwechslung. Schließlich habe es sich die Mannschaft nach dem 1:0 und der Roten Karte für Bremen „selbst ein bisschen schwierig gemacht.“

Am Ende war es dann zwar nicht Castro-Montes, der für das 2:0 sorgte – obwohl er mit seiner getretenen Ecke doch maßgeblichen Anteil daran hatte. Durch die Treffer von Ragnar Ache und Isak Johannesson konnte der Belgier aber dennoch seinen dritten Heimsieg in diesem Jahr mit dem FC auf dem Platz feiern. „Das ist das Schönste, was es gibt“, schwärmte der Spieler hinterher von der Stimmung nach dem Abpfiff. „Vor das Südkurve, das ist super. Ich kenne kein Deutsches Wort, was beschreiben kann, wie ich mich fühle.“

Wie wichtig Castro-Montes für den FC ist, zeigen auch die Zahlen: von den derzeit im Kader stehenden Profis hat der Spieler mit 1,3 Punkten pro Spiel den besten Schnitt. Gegen den FC St. Pauli könnte Castro-Montes diesen am Freitagabend mit einem Sieg sogar noch aufbessern. Und vielleicht lernt der FC-Profi bis dahin auch noch ein deutsches Wort, mit dem sich das Gefühl des dann wohl fast sicheren Klassenerhalts beschreiben ließe.

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