Gewinner des Wechsels? Kwasniok-Liebling jetzt Wagner-Fan: „Unglaublicher Job!“

Emotional dabei: Isak Johannesson (r.) gegen Werder Bremen. (Foto: Bucco)
Emotional dabei: Isak Johannesson (r.) gegen Werder Bremen. (Foto: Bucco)

Wird Isak Johannesson in den entscheidenden Wochen zum erhofften Unterschiedsspieler? Nach einer bislang wechselhaften Saison inklusive Trainerwechsel zeigt sich der Sommer-Zugang des 1. FC Köln aktuell deutlich formverbessert – auch ohne eigenes Tor gegen Werder Bremen.

Er galt als einer der Lieblingsspieler von Lukas Kwasniok. Noch während seiner Paderborner Zeit hatte der Ex-Trainer des 1. FC Köln ausgiebig über Isak Johannesson geschwärmt und sich den Isländer in seiner Mannschaft gewünscht. Nun aber scheint sich Johannesson nach Kwasnioks FC-Aus zu einem der Gewinner unter Nachfolger René Wagner zu entwickeln.

Beim 3:1-Sieg gegen Werder Bremen zeigte der im Sommer für mehr als fünf Millionen Euro von Fortuna Düsseldorf verpflichtete Mittelfeldakteur eine seiner besten Saisonleistungen. Mit einem Pass auf den gefoulten Jakub Kaminski war Johannesson zunächst an der Entstehung des Elfmeters beteiligt. In der siebten Minute der Nachspielzeit sah es dann aus, als wäre ihm sein zweites Bundesliga-Tor gelungen – die DFL hatte jedoch etwas dagegen.

Backhaus-Eigentor statt Johannesson-Treffer

Aus spitzem Winkel brachte Johannesson den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß aufs Tor. Unabhängig davon, ob dies als Schuss oder Flanke gedacht war: Werders Torhüter Mio Backhaus lenkte die Kugel ins eigene Netz, so wurde der Treffer nicht dem FC-Profi zugeschrieben, sondern als Bremer Eigentor gewertet.

Johannesson will sich im Interview auf FC.de nicht beschweren: „Ich habe es mir noch mal angesehen und denke, dass es nicht mein Tor war. In manchen Medien wird mir zumindest die Vorlage gutgeschrieben, das freut mich.“ Den dritten Assist der Saison ließ er sich nicht nehmen.

In dieser Rolle fühlt sich der 23-Jährige ohnehin am wohlsten: „Das ist meine Lieblingsaufgabe als Fußballer, andere Spieler glänzen zu lassen.“ Er sei „niemand, der immer im Vordergrund oder im Rampenlicht stehen muss“, sondern: „Ich will der Mannschaft helfen, mit Pässen, meiner Laufarbeit, Zweikämpfen. Ich liebe es, gute Pässe zu spielen und Spieler wie Said, Kuba oder Ragy in gute Positionen zu bringen.“ Oder eben ein Eigentor zu erzwingen.

Meiste Torschussvorlagen, meiste Kilometer

Insgesamt gelangen Johannesson am Sonntagnachmittag vier Torschussvorlagen, die meisten aller Kölner. Mit 12,24 Kilometern spulte der 43-fache Nationalspieler zudem die längste Strecke aller Akteure auf dem Platz ab. Nur drei Bundesliga-Profis liefen an diesem Spieltag noch mehr.

Nach einem komplizierten Saisonverlauf – Johannesson fiel womöglich auch aufgrund des Scheiterns in der WM-Qualifikation zwischenzeitlich in ein Loch – tritt er nun wieder deutlich formverbessert auf. „Als isländischer Spieler, der zum ersten Mal in einer Top-fünf-Liga spielt, war mir klar, dass es eine Art Achterbahnfahrt sein wird“, blickt er selbst auf „Höhen und Tiefen“ zurück.

Es sei für ihn immer darum gegangen, „den Kopf oben zu behalten und einfach weiter hart zu arbeiten“, so Johannesson, der als Stammkraft in die Saison gestartet war. Schon damals habe er demonstriert, „dass ich auf Bundesliga-Niveau spielen kann“. Doch: „Es gibt Dinge, die man nicht immer kontrollieren kann. Ich habe einen klaren Kopf behalten und weitergemacht. Aktuell fühle ich mich wieder sehr gut, seit Ende März zeige ich wieder gute Leistungen, gegen Gladbach, Frankfurt, Bremen.“

Viel Lob für René Wagner

Noch unter Lukas Kwasniok fand Johannesson den Weg zurück in die Startelf. Nun trägt offenbar Nachfolger René Wagner dazu bei, dass er weiter aufblüht. „Er macht einen unglaublichen Job. René ist ein positiver Typ, macht klare Ansagen und spricht offen mit mir“, schwärmt der Mittelfeldmann regelrecht, führt aus: „Er ist einerseits taktisch sehr gut und bereitet uns gut vor, er ist aber auch jemand, der die Mannschaft sehr gut führt. Obwohl René noch sehr jung ist, macht er das super und ich arbeite sehr gerne mit ihm.“

Der Draht zum Trainer stimmt also. „Das ist für jeden Spieler sehr wichtig. René kam zum Beispiel schon nach dem Frankfurt-Spiel zu mir und sagte, dass ich ein großer Grund war, dass wir die beiden Tore noch gemacht haben.“ Da wurde Johannesson nach seiner Länderspielreise eingewechselt und eroberte den Ball vor dem 1:2-Anschlusstreffer des FC.

Er ist sehr klar und gibt mir das Gefühl, dass er mich verbessern und mir helfen will. Das versuche ich ihm zu 100 Prozent zurückzugeben.

Isak Johannesson über Wagner

Nach einer vollen Trainingswoche am Geißbockheim war es für Wagner dann keine Frage, dass der Isländer gegen Bremen in die Startelf zurückkehren würde. „Isak hätte schon in Frankfurt starten können, hatte aber die lange Reise nach Kanada. Daher war es für ihn besser, von der Bank zu kommen. Aber er hatte die Spiele vorher schon super gespielt und deswegen war er wieder von Anfang an dabei“, so der FC-Trainer am Rande des Spiels.

Johannesson verspürt bei Wagner „das Gefühl, dass er mich verbessern und mir helfen will. Das versuche ich ihm zu 100 Prozent zurückzugeben.“ Auch seine Rolle unter dem neuen Coach gefällt ihm: „Ich und Kuba spielen nun eher als Achter, und Eric ist dahinter die alleinige Sechs. Dadurch können Kuba und ich weiter nach vorne gehen und kommen öfter in den Strafraum. René möchte, dass wir höher stehen, wenn wir den Ball haben, dass ich mehr Assists sammle und Chancen kreiere.“ Gegen Bremen ist das gelungen.

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