Irres Szenario: So könnte der FC nächste Saison sogar europäisch spielen

2022 spielte der 1. FC Köln mit Trainer Steffen Baumgart in der Conference League. (Foto: Bucco)
2022 spielte der 1. FC Köln mit Trainer Steffen Baumgart in der Conference League. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln kämpft um den Klassenerhalt. Doch meint es der Fußballgott besonders gut mit der Mannschaft von René Wagner, könnten sich die Geißböcke als Tabellenzehnter der Bundesliga sogar noch für das internationale Geschäft qualifizieren.

Klassenerhalt, egal mit welcher Platzierung – das würde am Geißbockheim wohl jeder unterschreiben. Doch so abwegig und irre es nach dieser wechselhaften Saison des 1. FC Köln inklusive Trainer-Entlassung auch klingen mag: Mit einem Sieg beim FC St. Pauli am Freitagabend könnte der aktuelle Tabellen-13. unter Umständen auf einen Conference-League-Rang springen.

Diese Umstände sind vielschichtig. Aber: Läuft für die verbliebenen deutschen Europapokal-Teilnehmer alles am Schnürchen, könnte Platz zehn für die Teilnahme am internationalen Geschäft reichen. Auf diesem Rang befindet sich derzeit Augsburg – nur drei Punkte vor dem FC und mit dem deutlich schlechteren Torverhältnis.

Diese Voraussetzungen müssten erfüllt sein

Was müsste passieren, damit Rang zehn in die Conference League führt? Eigentlich stehen den deutschen Mannschaften sieben Plätze im Europapokal zu. Die Plätze eins bis vier in der Bundesliga sind die Tickets zur Champions League, der Tabellenfünfte und der Pokalsieger nehmen an der Europa League teil und der Bundesliga-Sechste startet in den Conference-League-Playoffs.

Voraussetzung eins: Sollte der DFB-Pokal-Sieger bereits über die Liga für die Champions League oder Europa League qualifiziert sein, was angesichts der Halbfinals Bayer Leverkusen gegen Bayern München und VfB Stuttgart gegen SC Freiburg sehr wahrscheinlich ist, würde ein Europa-League-Platz in die Liga weitergereicht werden.

Voraussetzung zwei: Ein fünfter deutscher Champions-League-Platz könnte sich durch die aktuellen Europapokal-Teilnehmer ergeben. Die beiden erfolgreichsten Länder einer Saison erhalten von der UEFA einen zusätzlichen Platz in der Königsklasse. England hat diesen bereits sicher; Deutschland ist in der Wertung aktuell Dritter, knapp hinter Spanien. Gelingt der Sprung auf Rang zwei, stünden der Bundesliga acht Europapokal-Startplätze zu.

Freiburg und Mainz mit der Chance auf Titel

Voraussetzung drei: Weitere zusätzliche Startplätze für die Bundesliga würden sich ergeben, sollten der SC Freiburg in der Europa League und der FSV Mainz 05 in der Conference League jeweils den Titel holen. Freiburg hat sein Viertelfinal-Hinspiel gegen Celta Vigo mit 3:0 gewonnen, Mainz hat Racing Straßburg mit 2:0 besiegt – beide Mannschaften stehen also mit einem Bein im Halbfinale.

Mit einem Triumph in der Europa League würde sich Freiburg für die Königsklasse qualifizieren, Mainz wiederum könnte über die Conference League in die Europa League einziehen. Nun wird es allerdings noch komplizierter als ohnehin schon: Belegen die Europapokal-Sieger in der Liga bereits Europapokal-Ränge, wandern die doppelt erreichten Plätze an die UEFA zurück.

Aktuell jedoch ist Freiburg Tabellenachter, Mainz folgt auf Rang neun. Bei dieser Abfolge – und falls die weiteren erwähnten Eventualitäten eintreten sollten – würde der Tabellenzehnte der Bundesliga in der kommenden Saison tatsächlich an der Conference League teilnehmen.

Die möglichen Europapokal-Teilnehmer in der Übersicht:

Platz in der BundesligaWettbewerb
1Champions League
2Champions League
3Champions League
4Champions League
5Champions League
6Europa League
7Europa League
8Champions League*
9Europa League*
10Conference League

*Falls Freiburg und Mainz ihre europäischen Wettbewerbe gewinnen sowie auf dem achten und neunten Tabellenplatz der Bundesliga landen.

Es müsste also viel passieren, damit sogar der Zehnte der Bundesliga in der nächsten Saison noch europäisch ran darf – doch ausgeschlossen ist dieses verrückte Szenario nicht. Am Geißbockheim setzt man sich damit gewiss nicht auseinander. Am Freitagabend am Millerntor geht es einzig und allein um den Klassenerhalt. Einerseits könnte der Vorsprung auf den Relegationsplatz auf acht Punkte anwachsen. Bei einer Niederlage gegen St. Pauli wären es allerdings nur noch zwei Zähler.

Der eine oder andere Fan mag jedoch still und heimlich träumen. So erzählte Jonas Hector in seinem Podcast Schlag und fertig folgende Geschichte vom vergangenen Sonntag. „Ich saß nach dem Spiel in der Loge, eine halbe Stunde nach Abpfiff schallte auf einmal die Champions-League-Hymne durchs Stadion.“ Was ein Sieg gegen Werder Bremen so bewirken kann. Hector selbst schmunzelt über den möglichen Europapokal-Einzug als Tabellenzehnter nur und witzelt: „Europa wir kommen.“

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