Keine Talente: „Muss ich ausblenden!“ Wagner setzt auf die alte Garde

Florian Kainz beendet nach dieser Saison seine Karriere. (Foto: Bucco)
Florian Kainz beendet nach dieser Saison seine Karriere. (Foto: Bucco)

Ohne jegliche Nachwuchsspieler ist der 1. FC Köln am Samstag zum Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt aufgebrochen. Dafür mit dabei: erfahrene Kräfte und Spieler, die mit Lukas Kwasniok nicht das beste Verhältnis hatten.

Als die Profis des 1. FC Köln am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr das Geißbockheim verließen und mit dem Mannschaftsbus nach Frankfurt aufbrachen, lief wenige Meter entfernt das Rhein-Derby der U21 gegen Fortuna Düsseldorf in der Regionalliga. Mit dabei: Fynn Schenten, Youssoupha Niang und Cenny Neumann. Das Trio gehörte nicht zum Profi-Kader bei der Eintracht.

Stattdessen standen die beiden Stürmer und der Rechtsverteidiger in der U21-Startelf gegen die Fortuna. Einerseits, um Spielpraxis zu sammeln. Andererseits aber auch, weil Profi-Trainer René Wagner wieder genug Alternativen im Kader hat, um erfahrenere Kräfte im Abstiegskampf ans Werk zu lassen. Die richtige Entscheidung?

Wagner muss erste Entscheidungen treffen

Klar ist: Neumann durchlebte in seinem Startelf-Debüt gegen Mönchengladbach einen schwarzen Tag. Auch um den Jungen in seiner Entwicklung zu schützen, überraschte die Versetzung in die U21 nicht. Schenten und Niang hingegen konnten in ihren bisherigen Profi-Einsätzen nur teilweise schon einen Einfluss auf das Kölner Spiel nehmen. Damit standen am Samstag beim Abschlusstraining keine Nachwuchskräfte aus dem eigenen Stall mehr auf dem Trainingsplatz.

„Ich habe versucht mit allen Jungs zu reden und habe es wohl auch ganz gut hinbekommen, dass alle das Gefühl hatten, ein Gespräch mit mir haben zu können“, sagte Wagner am Freitag auf der Pressekonferenz. „Ich muss paar Entscheidungen treffen, die nicht für alle cool sind. Damit muss ich leben können, aber damit müssen auch die Jungs leben.“

Ich muss dafür sorgen, dass die Mannschaft bestmöglich performen kann

René Wagner

Wagner betonte, dass seine Aufgabe sei, kurzfristig wieder Erfolg mit dem FC zu feiern. Die Verantwortlichen hätten ihm und dem Trainerteam „eine klare Aufgabe erteilt“, und die lautet Klassenerhalt. Mit allen Mitteln – und vor allem mit den richtigen Spielern für die Drucksituation. „Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Jungs nicht leiden kann, ganz im Gegenteil“, sagte Wagner. „Aber ich muss dafür sorgen, dass die Mannschaft bestmöglich performen kann. Alles andere muss ich ausblenden.“

So stärkte Wagner mit seinen ersten Personalentscheidungen erst einmal die alte Garde – insbesondere auch Spieler, die es unter Lukas Kwasniok schwer hatten, darunter Dominique Heintz, Florian Kainz und Luca Waldschmidt. Ob Wagner auch auf dem Rasen auf sie setzen wird, bleibt abzuwarten. Allerdings ist der Profi-Kader durch diese Entscheidungen wieder im Kern verkleinert worden. Was zwar nicht heißt, dass die Youngster in den kommenden Wochen nicht mit den Profis trainieren werden. Sehr wohl aber wird es für sie zunächst sehr schwer werden, wieder in den Spieltags-Kader zu rücken.

Zwei Rückkehrer gegen Bremen

Auch, weil Wagner nun wieder viele Optionen hat. Musste Kwasniok noch wochenlang auf viele Verletzte verzichten, stehen ihm in Frankfurt bis auf die beiden langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian sowie Eric Martel (gesperrt) und Joel Schmied (Trainingsrückstand) wieder alle Profis zur Verfügung. Schmied und Martel jedoch werden eine Woche später gegen Bremen wieder bereit sein – und die Auswahl für Wagner damit auch ohne die Talente noch größer.

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