„Mehr Eier auf dem Platz haben“: So packte Wagner die FC-Spieler

René Wagner holte sich immer wieder Spieler zu sich an die Seitenlinie. (Foto: IMAGO / Sven Simon)
René Wagner holte sich immer wieder Spieler zu sich an die Seitenlinie. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Direkte Kommunikation am Spielfeldrand, Feuer in der Kabine: So hat René Wagner der Mannschaft des 1. FC Köln beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt geholfen.

Das Debüt von René Wagner als Cheftrainer des 1. FC Köln wurde am Sonntag mit Spannung erwartet. Der 37-Jährige hatte sich in den zwei Trainingswochen zuvor kaum in die Karten schauen lassen. Und so wusste niemand, wie der FC auflaufen würde, mit welchem Personal, mit welcher Taktik und wie die Spieler auf den ehemaligen Co-Trainer reagieren würden.

Am Ende stand eine variable Aufstellung, die mit einer Fünferkette in einem 5-3-2 begann, in ein 4-4-2 wechselte und dann in ein 4-3-3 überging. Auffällig: Wagner holte sich viele Spieler immer wieder zu sich an den Spielfeldrand und gab individuelle Anweisungen. Lautstarkes Eingreifen während des Spiels gab es hingegen selten von dem eher ruhigen Trainer.

Schwäbe lobt: „Das passt aktuell einfach“

Darin unterschied er sich von Vorgänger Lukas Kwasniok. „Er macht den Nahbaren“, beschrieb Marvin Schwäbe seinen neuen Cheftrainer. „Wir wissen, was er für ein Typ ist. Er weiß, was wir für einen charakterliche Mannschaft sind. Er hat eine gute Kommunikation gefunden, weiß, was wir brauchen und hat die Fäden schon gut in der Hand. Er hat uns die Basics, die er von uns erwartet, in den zwei Wochen schon gut eingetrichtert. Das passt aktuell einfach.“

Schwäbe lobte Wagners Ansprache vor dem Spiel als „gut, mit Motivation und feurig – gut auf den Punkt gebracht“. Und Jakub Kaminski ergänzte: „Ich hatte zwar nur zwei Trainings unter ihm nach den Länderspielen, aber wir kennen ihn schon länger. René kennt unsere Qualitäten. Er weiß, dass er nicht so viel anders machen muss. Er hat gesagt: ‚Jungs, Ihr habt die Qualität in der Bundesliga zu spielen. Jetzt müsst Ihr das zeigen.‘ Wir sollten mehr Eier haben auf dem Platz.“

El Mala als zweite Spitze – Kaminski als Allesmacher

Die Spieler hatten gegen die Eintracht in der Anfangsphase und auch in der emotionalen Schlussphase zwar Probleme die spielerisch starken Adler in den Griff zu kriegen. Doch der xGoals-Wert von über 3 zeigte: Der FC hatte eine gute Idee, um selbst zu Torchancen zu kommen und der Eintracht weh zu tun. Dazu zählte auch, dass Said El Mala als zweite echte Spitze neben Ragnar Ache agierte und zeitweise sogar noch deutlich weiter vorne platziert war als der Wandspieler Ache.

Kaminski wiederum war der fluide Linksaußen, der mal im Mittelfeld und mal im Angriff agierte, sich fallen ließ gegen den Ball, dann aber immer wieder mit den Strafraum gehen sollte. So kam der Pole letztlich zu sieben Torschüssen – die Hälfte aller Kölner Versuche. Einzig Ache kam nach seiner Riesenchance in der ersten Minute kaum noch zu Torszenen. Immerhin: Er bereitete das 1:2 durch Kaminski vor, als er mit dem Polen Doppelpass spielte und sich gut durchsetzte.

Mehr Optionen für Wagner

Nach dem 2:2 steht nun die erste Trainingswoche in vollständiger Gruppe an – inklusive Nationalspielern und auch mit den Rückkehrern Eric Martel (war gesperrt) und Joel Schmied (hatte noch Trainingsrückstand). Mehr Optionen für Wagner und mehr Möglichkeiten, in der Woche bis zum Heimspiel gegen Bremen weiter an den Veränderungen zu arbeiten, die letztlich den Klassenerhalt bringen sollen. In Frankfurt hat der FC unter dem 37-Jährigen einen ersten Schritt gemacht.

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