300 Millionen Euro im Topf: Die Nicht-Nominierung kostet den FC viel Geld

Said El Mala reist nicht nur zur WM 2026. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Said El Mala reist nicht nur zur WM 2026. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Said El Mala fährt doch nicht mit Deutschland zur WM 2026. Damit geht dem 1. FC Köln viel Geld durch die Lappen. Nicht nur eine sechsstellige Summe von der FIFA.

Dass der 1. FC Köln in diesem Sommer wohl eine Rekord-Millionensumme für Said El Mala einnehmen wird, daran hat kaum jemand einen Zweifel. Daran ändert auch die verpasste WM-Teilnahme nichts. Das Ärgerliche für den FC: Weil El Mala nicht mit in die USA reisen wird, kann sich durch das Turnier sein Marktwert nicht noch einmal signifikant erhöhen.

Zwar haben Nagelsmanns Worte dem 19-Jährigen eine eindeutige Perspektive in der Nationalelf vorhergesagt. Dieser Blick in die Zukunft ist aber nicht vergleichbar mit Einsätzen und möglichen Toren und Highlights bei einem Weltereignis wie einer WM. Und so muss der FC in diesem Sommer mit der Verhandlungsmasse in die Gespräche gehen, die ihnen bis dato gegeben war.

Fast 150 Millionen Euro mehr als 2022

Dabei hätte ein WM-Einsatz – Tore nicht mal eingerechnet – schnell eine mittlere, einstellige Summe an zusätzlicher Ablöse bedeuten können. Nun wird Sportchef Thomas Kessler dies in den Verhandlungen berücksichtigen müssen, um entsprechende Boni herauszuschlagen. Denn klar dürfte sein: Sofern El Mala gesund bleibt und keinen Katastrophenstart in die nächste Saison erlebt, wird er bei den ersten Länderspielen Deutschlands nach der WM dabei sein und sein Debüt in der A-Nationalmannschaft feiern.

Dafür wird sich Kessler bei Verhandlungen absichern, sofern El Mala in diesem Sommer den FC verlässt. Darüber hinaus gehen dem FC aber auch zusätzliche Einnahmen aus einem anderen Topf verloren. Denn die FIFA schüttet im Rahmen ihres Club-Benefits-Programms erstmals eine Rekordsumme an Vereine aus, die Spieler für die Weltmeisterschaft abstellen.

Insgesamt werden für die WM 2026 rund 355 Millionen US-Dollar – umgerechnet knapp 300 Millionen Euro – an die Clubs verteilt. Das ist deutlich mehr als noch bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, als insgesamt 209 Millionen Dollar ausgeschüttet wurden. Erstmals werden dabei nicht nur Spieler berücksichtigt, die an der Endrunde teilnehmen, sondern auch Profis, die bereits während der Qualifikation nominiert wurden.

Die Clubs spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg des Nationalteamfußballs, und diese Initiative stellt eine Anerkennung aller entsprechenden Aspekte dar.

Nasser Al-Khelaifi, Chef der ECA

„Der Ausbau des FIFA-Programms zur Beteiligung von Klubs für die Weltmeisterschaft 2026 bedeutet eine noch ausgeprägtere finanzielle Anerkennung des enormen Beitrags, den so viele Klubs und ihre Spieler rund um die Welt sowohl zur Qualifikation als auch zur Endrunde der WM leisten“, erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der Weltverband sprach zudem von einer „weiteren Stärkung der soliden Zusammenarbeit mit der europäischen Klubvereinigung und Klubs weltweit“.

Auch der Chef der europäischen Clubvereinigung (ECA), Nasser Al-Khelaifi, begrüßte die Ausweitung: „Damit wird sichergestellt, dass noch mehr Clubs in aller Welt für die Abstellung von Spielern belohnt werden. Die Clubs spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg des Nationalteamfußballs, und diese Initiative stellt eine Anerkennung aller entsprechenden Aspekte dar – von der Frühförderung bis zur Entsendung von Spielern zu den großen Turnieren.“

Einsatzminuten nicht entscheidend

Wie hoch der exakte Tagessatz für die WM 2026 ausfällt, hat die FIFA bislang zwar noch nicht offiziell bekanntgegeben. Das Grundprinzip ist allerdings bereits klar: Der gesamte Fördertopf wird auf alle Turniertage aller abgestellten Spieler verteilt. Daraus ergibt sich ein fester Betrag pro Spieler und Tag, den die Vereine erhalten.

Entscheidend dabei: Es geht nicht um Einsatzminuten. Für die Höhe der Zahlung spielt keine Rolle, ob ein Spieler Stammkraft ist oder keine einzige Minute auf dem Platz steht. Maßgeblich ist ausschließlich der Zeitraum, den ein Profi offiziell mit seiner Nationalmannschaft beim Turnier verbringt. Je weiter Deutschland also bei der WM kommt, desto mehr Geld wäre für El Mala an den 1. FC Köln geflossen, wäre er denn nominiert worden.

Zum Vergleich: Bei der WM 2022 in Katar lag dieser Wert bei rund 10.950 US-Dollar pro Spieler und Tag. Damals wurden insgesamt 209 Millionen Dollar ausgeschüttet. Dieses Mal ist der Fördertopf zwar größer, dafür sind aber auch mehr Mannschaften bei der WM dabei – und damit mehr Spieler. Die Summe dürfte sich aber erneut in ähnlichen Sphären von über 10.000 US-Dollar pro Tag bewegen.

FC gehen sechsstellige Einnahmen flöten

Für den 1. FC Köln hätte die Nominierung von El Mala eine garantierte Einnahme im sechsstelligen Bereich bedeutet. Deutschland startet am 14. Juni in die Weltmeisterschaft, das letzte Gruppenspiel findet am 25. Juni statt. Auf Basis der bisherigen FIFA-Zahlungen hätte der FC allein durch El Malas Teilnahme mehrere Hunderttausend Euro eingenommen. Die Summe hätte schnell auf über eine halbe Million Euro anwachsen können, je nach Erfolgen der deutschen Mannschaft. So aber bleibt dem FC nichts anderes als zuzuschauen – und beim möglichen Verkauf des Spielers umso besser zu verhandeln.

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