Holt er Poldi zurück zum FC? Engels mit klarer Meinung zu El Mala und Wagner

Stephan Engels, Dieter Prestin und Harald Konopka auf der Tribüne des 1. FC Köln
Legenden des 1. FC Köln: Stephan Engels (l.) organisiert die Aufgaben der Alt-Internationalen. (Foto: Herbert Bucco)

Als „Chef“ der Legenden und Traditionself sowie Mitglied im Beirat steht Stephan Engels für die große Vergangenheit des 1. FC Köln. Doch der Alt-Internationale glaubt auch eine positive Zukunft, wie er im Interview mit dem GEISSBLOG verrät.

In seiner Generation waren Nationalspieler beim 1. FC Köln eine Selbstverständlichkeit, Stephan Engels spielte achtmal für Deutschland, stand im WM-Kader 1982, kam aber nicht zum Einsatz. Jetzt organisiert der 65-Jährige die Aktivitäten der FC-Legenden.

Im GEISSBLOG-Interview spricht Engels über die Nicht-Nominierung von Said El Mala sowie die Entscheidung für Trainer René Wagner und verrät seine Hoffnung auf einen Neuzugang für die neue Saison: Lukas Podolski soll für die von ihm gemanagte Kölner Traditionself zum Einsatz kommen!

Engels über El Mala: „Dann ist er kaum zu halten“

GEISSBLOG: Stephan Engels, ein großes Thema rund um den FC war zuletzt Said El Mala – vor allem auch im Zusammenhang mit der ausgebliebenen WM-Nominierung. Wie bewerten Sie das?

STEPHAN ENGELS: „Wenn man sich seine Zahlen anschaut – Tore und Assists – dann ist das eine absolute Top-Quote, gerade in seinem Alter. Für mich hätte er eine Nominierung verdient gehabt. Er bringt etwas mit, das wir im deutschen Spiel nicht so oft haben: Er ist sehr geradlinig, sucht sofort den Weg zum Tor. Viele andere sind eher Dribbler, die noch mal abdrehen. El Mala ist da viel direkter. Und vor allem: Wenn der Gegner aufrückt und du Raum hast – dann ist er kaum zu halten. Diese Tiefenläufe, diese Dynamik auf 40, 50 Metern – das ist eine echte Waffe. Gerade gegen große Gegner hätte ich mir gewünscht, so einen Spielertyp auch mal zu sehen. Aber am Ende ist es natürlich die Entscheidung des Trainers, die man akzeptieren muss.“

Man könnte es sich ja leicht machen und dem öffentlichen Druck nachgeben.

STephan Engels über die tRAINEREntscheidung

Beim FC selbst wurde eine wichtige Entscheidung getroffen: René Wagner bleibt Cheftrainer. Dabei haben sich viele Fans kritisch geäußert. Wie bewerten Sie das?

„Absolut positiv. Er hat seinen Auftrag erfüllt – das muss man klar sagen. Und ich finde es gut, wenn ein Verein dann auch konsequent ist und sagt: Wir glauben an den Trainer, also ziehen wir das durch. Man könnte es sich ja leicht machen und dem öffentlichen Druck nachgeben. Aber wenn die Verantwortlichen überzeugt sind, dann sollen sie das auch durchziehen. Wichtig ist jetzt: volle Unterstützung. Nicht nur vom Verein, sondern auch vom Umfeld.“

Sind die vielen Wechsel auf der Trainerbank auch Ausdruck der Schwankungen in den letzten Jahrzehnten?

„Absolut. Letztlich ist der Trainer der wichtigste Mann. Die Kontinuität auf dieser Position ist extrem wichtig. Man sieht es bei Vereinen wie Freiburg. Ich sage nicht, dass wir 30 Jahre denselben Trainer haben müssen – aber ein klarer, stabiler Weg wäre enorm hilfreich.“

Engels: „FC braucht Ersatz für die Scorerpunkte“

Was braucht es denn, damit der 1. FC Köln sich weiter in der Bundesliga etablieren kann?

„Der Klassenerhalt war das klare Ziel – und das wurde erreicht. Das ist die Basis. Jetzt geht es um die nächste Stufe. Natürlich hängen viele Dinge davon ab, was im Kader passiert. Wenn Spieler wie El Mala oder andere Leistungsträger gehen sollten, dann musst du reagieren. Das ist im Grunde eine Rechenaufgabe: Wer liefert wie viele Tore, wie viele Scorerpunkte? Und wenn da etwas wegbricht, brauchst du Ersatz. Aber unabhängig davon sage ich ganz klar: Der FC braucht zwei bis drei Spieler auf Schlüsselpositionen, gerade im Zentrum, die den Ton angeben. Wie Granit Xhaka bei Bayer Leverkusen. Der war der Schlüssel zum Titel.“

USA, Italien – Yannick will noch mal etwas Neues machen.

STEPHAN ENGELS ÜBER Yannick Gerhardt

Sie sprechen diese Führungsrollen an – wäre Salih Özcan so ein Spieler?

„Ja, das traue ich ihm absolut zu. Er kennt den FC, er hat die Mentalität, und er kann auch unangenehm sein auf dem Platz – im positiven Sinne. Genau solche Spielertypen brauchst du. Spieler, die auch mal dazwischengehen, die das Spiel lenken und Verantwortung übernehmen.“

Sie haben lange Yannick Gerhardt betreut – sehen Sie ihn noch mal beim FC?

„Wir haben ein gutes Verhältnis, klar. Aber ich glaube, er orientiert sich eher Richtung Ausland. Und in seinem Alter ist das auch verständlich. USA, Italien – Yannick will noch mal etwas Neues machen. Da fehlen mir die Kontakte, aber er ist ja immer noch gut mit meinem Sohn Mario befreundet, da gibt es keine schiefen Töne.“

Wie nah sind Sie aktuell noch am Verein dran?

„Sehr nah. Ich bin im Beirat aktiv und kümmere mich unter anderem um die Legendenarbeit und die Traditionsmannschaft. Wir organisieren viele Dinge rund um den Verein – Logenbesuche, Fanclub-Termine, Ehrungen. Das Legenden-Projekt wird extrem gut angenommen, sowohl intern als auch extern. Wenn wir unterwegs sind, werden wir überall sehr offen empfangen. Das zeigt, wie wichtig diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart für den Verein ist.“

Ich hoffe, nach dem Sommer ist dann endlich auch Lukas Podolski ein Teil des Teams.

STEPHAN ENGELS ÜBER die TRADITIONSELF

Die Traditionsmannschaft ist ja aktuell besonders aktiv.

„Ja, absolut. Wir haben zwischen Mai und September rund 25 Spiele – das sind fast englische Wochen. Das ist schon bemerkenswert, vor allem im Vergleich zu anderen Vereinen, die deutlich weniger Spiele haben. Und es macht einfach Spaß. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jüngeren Jungs. Wir haben aus der früheren Generation Carsten Cullmann oder Alex Voigt im Team, aber auch Marco Höger ist dabei, Marcel Risse, Jonas Hector schnürt öfters mal die Stiefel. Da findet gerade ein kleiner Generationswechsel statt. Und ich hoffe, nach dem Sommer ist dann endlich auch Lukas Podolski nach seinem Rücktritt als Profi ein Teil des Teams.“

Und Sie spielen auch noch?

„Ja, ich spiele noch eine Halbzeit – und das mit 65. Körperlich könnte ich wahrscheinlich auch länger, aber man muss es ja nicht übertreiben.“

Abschließend: Mit welchem Gefühl blicken Sie auf die kommende FC-Saison?

„Mit einem positiven. Ich glaube, dass der Verein vorbereitet ist und verschiedene Szenarien durchdenkt – auch was Transfers angeht. Wichtig ist, dass wir die richtigen Spieler holen, gerade für die Schlüsselpositionen. Wenn uns das gelingt und wir als Verein zusammenstehen, dann bin ich überzeugt, dass wir den nächsten Schritt machen können.“

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