Letzte Minuten und Choreo für Podolski – als „Boss“ winkt die Champions League

Lukas Podolski vor seinem letzten Spiel am Samstagabend. (Foto: IMAGO / Newspix)
Lukas Podolski vor seinem letzten Spiel am Samstagabend. (Foto: IMAGO / Newspix)

Lukas Podolski hat am Samstagabend das letzte Spiel seiner Karriere bestritten. Beim 6:2-Sieg von Gornik Zabrze gegen Radomiak Radom wurde die Ikone des 1. FC Köln mit einer großen Choreografie gefeiert. Nun winkt ihm als „Boss“ seines polnischen Clubs die Champions League.

Die letzten Minuten und der letzte Sieg: Am Freitag hatte Lukas Podolski sein Karriereende angekündigt, am Samstagabend stand er noch einmal für seinen polnischen Herzensclub Gornik Zabrze auf dem Platz. Zum Saisonabschluss in der Ekstraklasa feierte die Vereinslegende des 1. FC Köln nicht nur einen deutlichen Heimerfolg gegen den Tabellenzehnten Radomiak Radom, sondern auch die Vizemeisterschaft.

Derart gut schnitt Gornik seit sechs Jahren nicht ab. Dazu der erste Pokalsieg seit 1972 (der GEISSBLOG berichtete), so war es für Podolski ein Bilderbuch-Abschied als aktiver Profi. Am Samstag wurde er nach 69 Minuten beim Stand von 6:0 unter tosendem Applaus eingewechselt – mit 40 Jahren und 353 Tagen, nie war ein Spieler in der Ekstraklasa älter.

Gornik-Fans feiern Eigentümer Podolski

Schon vor Anpfiff hatten die Gornik-Fans den Weltmeister von 2014 mit einer riesigen Choreografie gefeiert. Zu sehen war Podolskis grinsendes Konterfei samt Sonnenbrille – eingerahmt vom Wort „Boss“ und der Ankündigung: „Es wird gut.“

Schließlich geht Poldi als Club-Eigentümer in die Fußballerrente. Mitte der Woche hatte der Stadtrat von Zabrze einstimmig den Vorschlag angenommen, ihm 86 Prozent der Vereinsanteile zu verkaufen. Der Preis: umgerechnet 940.000 Euro. Der in Gliwice geborene Linksfuß soll sich verpflichtet haben, Gornik in den kommenden Jahren zu finanzieren.

Die Vorzeichen für den Start als Eigentümer könnten kaum besser sein. Denn als „Boss“ winkt Podolski nun die Champions League. Als Vizemeister steigt Zabrze in der zweiten Qualifikationsrunde zur Königsklasse ein und darf von der ganz großen Bühne träumen.

Am Geißbockheim wird man ihm die Daumen drücken. Sportchef Thomas Kessler erinnert sich gerne an seine gemeinsame Zeit mit Podolski, sagt auf FC.de: „Wenn ich an Lukas denke, denke ich nicht zuerst an den Weltmeister oder den Spieler mit seiner außergewöhnlichen Karriere, sondern an den Jungen, mit dem ich damals in der Jugend des FC gespielt habe.“

Kesslers Anekdote mit Podolski

Speziell eine Situation kommt dem Geschäftsführer in den Sinn: „Wir saßen nach dem Training oft zusammen im Fahrdienst und ich kann mich noch sehr genau an einen Moment erinnern: Lukas ist nach einem Gespräch mit Marcel Koller in den Bus eingestiegen und hat eher ruhig und fast etwas zurückhaltend erzählt, dass er im Trainingslager der Profis in Hennef dabei sein darf. Im Nachhinein war das der Startschuss für eine außergewöhnliche Karriere, die damals vermutlich niemand in dieser Form hätte vorhersagen können.“ Eine Karriere, die am Samstagabend einen emotionalen und erfolgreichen Abschluss fand.

Kessler bedankt sich stellvertretend für den FC: „Lukas war sportlich eine absolute Bereicherung, aber vor allem menschlich immer jemand, der sein Herz auf der Zunge getragen hat und einfach ein extrem guter Typ ist. Was ihn darüber hinaus besonders auszeichnet, ist die Art und Weise, wie er den FC und die Stadt Köln bei jeder Gelegenheit, auch weit über die Grenzen Kölns hinaus, immer im Herzen getragen und repräsentiert hat. Das ist alles andere als selbstverständlich und genau das macht Lukas aus.“

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete