Der FC und die Probleme mit dem Geld: Durchbricht Kessler den Millionen-Fluch?

Said El Mala und Jakub Kaminski für den 1. FC Köln auf dem Platz.
Millionenregen durch Star-Verkauf? Said El Mala und Jakub Kaminski sind begehrt. Foto: imago/Nordphoto

15 Millionen Euro Transfer-Plus für Kaminski, gar 50 Millionen für Said El Mala: Dem 1. FC Köln winkt womöglich ein wahrer Geldregen. Das muss keine gute Nachricht sein, meist kamen am Geißbockheim mit dem Geld die Probleme. Durchbricht Thomas Kessler den Millionen-Fluch?

„Wo sind die Häßler-Millionen?“ Der Verbleib der einstigen 17 Millionen Mark Rekordablöse für den Wechsel des Weltmeisters vom 1. FC Köln zu Juventus Turin 1990 ist unter FC-Fans fast so sagenumwoben wie bei anderen der Verbleib des Bernstein-Zimmers.

Die Frage steht jedoch stellvertretend für ein Problem, dem der einst glorreiche Spitzenclub 1. FC Köln auf dem Weg zu einem Verein im Fahrstuhl zwischen Bundesliga und 2. Liga immer wieder gegenüberstand: Kaum schienen die Geißböcke mal wieder auf dem richtigen Weg, sorgten die ewig kölsche Hybris und schlechtes Wirtschaften stets postwendend wieder für einen böses Erwachen. Köln und der Millionen-Fluch – kann Thomas Kessler ihn nun durchbrechen?

Mit dem Geld kamen die Abstürze

Zu oft ging das schon schief: So scheffelte man in der Ära Overath durch den vorzeitigen Verkauf von Vermarktungsrechten an IMG viele Millionen, mit denen Manager Michael Meier spätestens mit der Rückkehr des inzwischen verstorbenen Christoph Daum ein kurioses Sammelsurium an Söldnern zusammenstellte. Faryd Mondragon, Ümit Özat, Pierre Womé, Maniche, Petit und Milivoje Novakovic, auch der heutige Co-Trainer Kevin McKenna war Teil dieser Mannschaft, die den FC endlich wieder nach oben schießen sollten. Die Rückhol-Aktion von Lukas Podolski fiel ebenfalls in diese Zeit.

Doch mit dem Absturz unter Volker Finke und Stale Solbakken drohte der Untergang. Der Vorstand um Wolfgang Overath war zurückgetreten, der FC abgestiegen, finanziell und sportlich stand der Club 2012 vor dem Nichts. Damals räumte der aus Hannover gekommene Jörg Jakobs den Kader auf; Spieler wie Timo Horn oder Jonas Hector bekamen ihre Chance, mit Demut und Bescheidenheit gelang mit Peter Stöger und später Jörg Schmadtke das Unternehmen Wiederaufstieg. 2017 folgte dann der sensationelle Platz fünf, der Rekordtransfer von Anthony Modeste nach China – und der Glaube an die Rückkehr zu alter Größe.

Profitiert der 1. FC Köln diesmal vom Geldsegen?

Die Landung auf dem Boden der Tatsachen war jedoch prompt da. Stöger und Schmadtke hatten sich zerstritten, der Manager nahm mit einer 3,3-Millionen-Euro-Abfindung seinen Hut, auch Stöger war bald Geschichte – wieder stürzte der 1. FC Köln in die Zweitklassigkeit ab. 

Die Modeste-Millionen, die brauchte indes keiner suchen. Was Schmadtke nicht (zumeist erfolglos) reinvestiert hatte, verbrannten seine Nachfolger Armin Veh und Horst Heldt. Wirklich wieder nach vorne schien der 1. FC Köln ausgerechnet im Sommer der Transfersperre zu kommen, als die Not erfinderisch machte – und man etwa die El Mala-Brüder unter Vertrag nahm.

Jetzt winken die Millionen aus dem Kaminski-Verkauf und womöglich noch der Jackpot im Falle eines El-Mala-Transfers. Das Geld muss klug investiert werden, damit sich der FC mittelfristig gut aufstellt, wie es etwa Eintracht Frankfurt seit Jahren vorbildlich gelingt. Es wird für die Zukunft überlebenswichtig sein, dass der 1. FC Köln und Thomas Kessler den Fluch durchbrechen. Damit es nicht in zehn Jahren heißt: Wo sind die El Mala-Millionen? 

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