Der 1. FC Köln hat die Schallmauer von 50 Millionen Euro für Said El Mala nie bestätigt. Machen die Entwicklungen auf dem Transfermarkt den 19-Jährigen bald noch teurer? Borussia Dortmund soll sich intern auf eine Schmerzgrenze festgelegt haben.
Aus dem Trainingslager in Kitzbühel berichten Marc L. Merten und Martin Zenge
Es war nur ein Schreckmoment, doch der eine oder andere Fan des 1. FC Köln dürfte die Luft kurz angehalten haben. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff des Testspiels gegen Hertha BSC (2:2) am Freitagmittag in St. Johann rasselte Said El Mala mit seinem Gegenspieler zusammen und blieb auf dem Rasen des Koasastadion liegen. Der Torjäger musste behandelt werden, konnte dann aber eigenständig vom Feld gehen.
Wenig später zeigte sich, dass kein Grund zur Sorge besteht. Gemeinsam mit allen weiteren zur Pause ausgewechselten FC-Profis drehte El Mala auf einem Nebenplatz noch Laufrunden – die 60 Spielminuten bei rund 35 Grad hatten dem Trainerteam offenbar nicht gereicht. René Wagner konnte nach Abpfiff sogar über den El-Mala-Schreck scherzen: „Vielleicht wollte er kurz eine Pause bei dem Wetter.“
Borussia Dortmund schließt 50-Millionen-Ablöse aus
Eine Pause würden sich die FC-Verantwortlichen wohl auch im Poker um die Zukunft des 19-Jährigen wünschen. Nachdem Sportchef Thomas Kessler am Donnerstag noch einmal betont hatte, dass er mit El Mala plane (der GEISSBLOG berichtete), berichtete am Freitag die Bild über eine mögliche Schmerzgrenze von Borussia Dortmund.
So soll sich der um El Mala buhlende BVB festgelegt haben, keinesfalls 50 Millionen Euro zu bieten – diese Summe gilt zumindest öffentlich als das Kölner Ziel. Dortmund will sein bisheriges Angebot, das dem Vernehmen nach bei fixen 34 Millionen Euro und möglichen Boni in Höhe von zehn Millionen lag, offenbar noch einmal erhöhen. Vorne stehen werde jedoch eine Vier und keine Fünf. Mit PSG-Talent Ibrahim Mbaye wird bereits eine Alternative gehandelt.
Es liegt auf der Hand: Umso länger die Transferphase läuft, desto eher kann sich unsere Position zu gewissen Angeboten verändern.
Dass die Kölner Bosse signifikant von ihrer Forderung abrücken werden, gilt als ausgeschlossen. Im Gegenteil: Das Preisschild für El Mala wird eher nach oben korrigiert, weil bei einem Verkauf immer weniger Zeit bliebe, um Ersatz zu verpflichten. „Mein ureigener Auftrag ist, die besten Entscheidungen für den 1. FC Köln zu treffen. Es liegt auf der Hand: Umso länger die Transferphase läuft und je näher wir dem Saisonstart kommen, desto eher kann sich unsere Position zu gewissen Angeboten verändern“, sagte Kessler unter der Woche in Kitzbühel.
Kaderplaner Tim Steidten hatte ebenfalls schon angedeutet, dass Last-Minute-Angebote deutlich höher ausfallen müssten. „Es ist auch immer eine Frage der Zeit. Wenn sich deine Kassen erst zwei Tage vor Transferschluss füllen, ist das in dem Moment auch nichts wert.“ Schließlich wüsste jeder Club, mit dem der FC dann um neue Spieler pokern würde, dass die Kölner gerade eine hohe Ablöse kassiert haben und der Druck, Ersatz zu verpflichten, groß ist.
Kessler: „Kein Preisschild am Geißbockheim“
Auch deshalb hüllen sich die FC-Verantwortlichen in Schweigen, wenn es um eine konkrete Schmerzgrenze für El Mala geht. Kessler betonte: „Wir haben kein Preisschild an die Hauswand des Geißbockheims gepackt. Wir waren mit Clubs im Austausch und haben unsere Vorstellungen bekannt gegeben. Aber der Einzige, der die Benchmark wirklich kennt, bin ich. Die bespreche ich mit jemandem, der seriös mit mir über Said sprechen will.“ Sprechen wollen viele. Aber die Kölner Vorstellungen erreicht, hat noch kein Club.








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