Said El Mala ist und bleibt das größte Gesprächsthema rund um den 1. FC Köln. Selbst will der von Borussia Dortmund umworbene Shootingstar im Trainingslager in Kitzbühel nicht sprechen. Doch am Donnerstag hat sich FC-Geschäftsführer Thomas Kessler ausführlich zu El Mala geäußert.
Aus dem Trainingslager in Kitzbühel berichten Marc L. Merten und Martin Zenge
Man hat Thomas Kessler in den Tagen in Kitzbühel häufig mit Telefon am Ohr gesehen. Ob Lars Ricken und Ole Book zu den Anrufern zählten, ist nicht überliefert. Doch aus Sicht des Sportchefs gibt es auch keinen großen Gesprächsbedarf zwischen den BVB-Bossen und dem 1. FC Köln.
Am Donnerstag sprach Kessler in einer Medienrunde über den El-Mala-Poker und wurde deutlich: „Ich verspüre 0,0 Druck. Wir haben einen super Spieler, ganz Köln liebt den Jungen, jeder hier aus dem Staff und aus der Mannschaft liebt den Jungen. Wir hatten es ganz viele Jahre nicht, dass wir einen Spieler hatten, der solch eine öffentliche Wahrnehmung hat. Und das Außergewöhnliche ist: Er hat noch einen vier Jahre dauernden Vertrag.“ Ohne Ausstiegsklausel wohlgemerkt.
„Richtig Lust, ihn wieder bei uns im Stadion zu sehen“
Schon beim Trainingsauftakt hatte der FC-Geschäftsführer betont, dass er El Mala für die neue Saison einplane – das gilt nach wie vor, hat sich sogar noch verfestigt. Kessler: „Stand heute gibt es keinen Grund, andere Gedanken zu haben.“ Denn: „Umso mehr ich ihm im Training zuschaue, umso weniger habe ich Interesse, ihn abzugeben.“ Im Gegenteil: „Ich habe richtig Lust, ihn bald wieder bei uns im Stadion zu sehen.“
Das ändert natürlich nichts an den vielen Gerüchten um El Mala. Seit gut einer Woche bestimmt Borussia Dortmunds Interesse die Schlagzeilen. Der BVB reichte ein offizielles Angebot für den 19-Jährigen ein und kassierte nach GEISSBLOG-Informationen eine deutliche Absage. Verschiedene Zahlen kursieren; es waren wohl höchstens 34 Millionen Euro fixe Ablöse sowie zehn Millionen Euro an möglichen Boni, darunter für Meilensteine wie die Nominierung zum Weltfußballer, für die sich Dortmund das Kölner Juwel sichern wollte.
Wir haben seit Wochen mehrere Sachen auf dem Tisch liegen.
Thomas Kessler
Der FC hingegen verlangt rund 50 Millionen Euro, am Geißbockheim sorgten die BVB-Zahlen für eine Mischung aus Irritation und Verärgerung. Der FC sah nach dem ersten Angebot nicht mal eine weitere Verhandlungsgrundlage. Auf Dortmund angesprochen, mauerte Kessler am Donnerstag: „Was ich mit meinen Spielern oder Interessenvertretern bespreche, gebe ich öffentlich nicht preis. Ich gebe auch nicht preis, von wem welches Angebot kam. Es gab in den letzten Wochen einige Clubs, die mit Said in Verbindung gebracht wurden.“
Der entscheidende Punkt: „Bisher kam es nicht dazu, dass wir alle an einem Tisch saßen und gesagt haben: Das ist eine gute Idee, es zu machen. Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert.“ Dass bei ihm Angebote und Anfragen eingegangen sind, bestätigte der Sportboss sehr wohl: „Wir haben seit Wochen mehrere Sachen auf dem Tisch liegen. Aber nichts, was mich dazu gebracht hätte, darüber nachzudenken, den Spieler abzugeben.“ Der gescheiterte Deal mit Brentford ist bekannt, zuletzt buhlte neben Dortmund auch die AS Rom um den Linksaußen. Von „zielführenden Gesprächen“ mit anderen Vereinen, könne aktuell allerdings keine Rede sein.
Kesslers Loblied auf El Mala
El Mala trainierte auch am Donnerstag mit dem FC, zog voll mit – zog nie zurück. Die Kölner Verantwortlichen nehmen weiterhin keine Anzeichen eines Wechselwunsches wahr. „Wie der Junge sich verhält, wie er trainiert und spielt, ist so fantastisch – es macht so Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten, das ist so ein toller Junge“, sagte Kessler und schwärmte noch weiter: „Er lacht den ganzen Tag und fühlt sich hier wohl. Ich weiß nicht, ob jeder so mit der Situation umgehen würde.“
Und so betont der Ex-Torhüter noch einmal: „Ich verspüre keinen Druck und ich habe auch nicht im Geringsten den Eindruck, dass Said Druck verspürt.“ El Mala sei „ein Top-Spieler, der sich letztes Jahr super entwickelt hat und in dieser Saison für uns eine tragende Rolle spielen wird“.

Dortmund hingegen versucht, mit dem Werben um den FC-Star, einen äußerst teuren Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Laut der Sport Bild war El Malas Medizincheck beim BVB im Jahr 2024 bereits terminiert. Allerdings waren die Dortmunder um den damaligen Nachwuchschef Lars Ricken nur zu einer Ablöse von 150.000 Euro bereit.
Der FC erhöhte auf 350.000 Euro und legte noch 125.000 Euro für Malek obendrauf – erhielt so den Zuschlag von den El Malas und Viktoria Köln, lieh die Brüder anschließend wieder nach Höhenberg aus. Der Geiz von damals kostet Ricken jetzt 50 Millionen Euro, falls er El Mala wirklich will. Wobei es laut Kessler kein internes Preisschild gebe. Klar ist dabei: Sinken wird die FC-Forderung nicht.







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