Budget ausgereizt: Für diesen Spieler ging der FC ins finanzielle Risiko

Thijs Dallinga und Borna Sosa im Training. (Foto: Bucco)
Thijs Dallinga und Borna Sosa im Training. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat seinen finanziellen Rahmen auf dem Transfermarkt im Sommer ausgereizt. Dabei gingen die Geißböcke in ein gewisses Risiko – vor allem, um Thijs Dallinga verpflichten zu können.

Der 1. FC Köln hat im Sommer 2026 ein Transfer-Minus von rund acht Millionen Euro hingenommen. Rund 18 Millionen Euro Einnahmen standen am Ende rund 26 Millionen Euro Ausgaben gegenüber. Dieser Verlust war jedoch für den Fall eingeplant, dass Said El Mala beim FC bleiben würde. Insofern hat der FC seine finanziellen Möglichkeiten nicht überspannt. Ausschlaggebend dafür war bekanntlich der Verkauf von Jakub Kaminski.

Parallel stiegen aber wiederum die Gehaltskosten deutlich an, denn weder trennte sich der FC von teuren Spielern wie Luca Waldschmidt oder Jan Thielmann, noch war eine deutliche Gehaltsanpassung bei Said El Mala ursprünglich vorgesehen. Der Kader ist somit deutlich teurer geworden als noch vor einem Jahr. Das klare Signal nach innen und außen: Der Sparkurs der letzten Jahre ist vorüber. Der FC greift wieder an. Wenn auch mit Bedacht.

Alvermann: „Ins Risiko gehst du immer“

„Tricksen mussten wir nicht“, sagte Vizepräsident Jörg Alvermann nun im GEISSTALK. „Wir haben eine extrem verantwortungsbewusste Geschäftsführung mit Thomas Kessler aus sportlicher Sicht, aber auch mit Philipp Türoff als Sprecher der Geschäftsführung, der aus dem Finanzblickwinkel draufschaut. Als Vorstand sind wir zunächst die Aufsichtsführenden, sitzen dann aber mit dem Gemeinsamen Ausschuss zusammen. Und egal in welcher Richtung, wir müssen das mittragen. Das sind Summen, mit denen der FC in der Vergangenheit nichts zu tun hatte. Und Risiko? Ins Risiko gehst du immer.“

Alvermanns Ansage war klar: Der FC musste sich weder zusätzlich externes Geld beschaffen, um die Transfers des Sommers auch ohne den El-Mala-Verkauf zu finanzieren. Noch müssen sich die FC-Fans Sorgen machen, dass man am Geißbockheim den Bogen finanziell überspannt hat, nur um noch einen oder zwei Spieler zu verpflichten. Im Gegenteil: Kessler hätte nach GEISSBLOG-Informationen noch weitere Neuzugänge verpflichten wollen, musste diese Pläne aber wegen des ausgereizten Budgets beiseite legen.

Eigentlich suchte der FC einen anderen Stürmertyp

Dass sich der FC jedoch durchaus flexibel in dem vorgegebenen Budget bewegen konnte, zeigt eine Personalie. Nach GEISSBLOG-Informationen überlegte die sportliche Führung, neben Ragnar Ache noch einen zweiten Neuner zu verpflichten – allerdings ein junges Talent. Ähnlich wie mit Reigan Heskey, der im Schatten von Said El Mala heranreifen soll. Doch mit Thijs Dallinga veränderte sich die Planung.

Als der Niederländer auf den Markt kam, weil er beim FC Bologna keine Chance mehr sah, setzte man sich in Köln zusammen und entschied, beim 26-Jährigen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Mittelstürmer zu verpflichten. Gehalt und Leihgebühren lagen über dem eigentlichen Plan, der für ein Sturmtalent vorgesehen war. Und so wog man die Alternativen ab und entschied sich, für Dallinga bis an die Grenzen des Machbaren zu gehen.

Kaufoption in realistischer Höhe

Weil man zudem die Kaufoption in Höhe von rund zehn Millionen Euro so verhandelte, dass Dallinga im Erfolgsfall 2027 durchaus in Köln bleiben könnte, machte der Transfer letztlich Sinn. Am 1. Spieltag gegen die TSG Hoffenheim zahlte der Niederländer das Vertrauen direkt mit einem Doppelpack zum Sieg zurück. Es soll der Anfang sein einer erfolgreichen Zusammenarbeit, die im Bestfall länger als nur eine Saison andauern wird.

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