Elfer verschossen, Führung verspielt: Füllkrug rächt schwache zweite Hälfte

Thijs Dallinga scheiterte vom Elfmeterpunkt. (Foto: Bucco)
Thijs Dallinga scheiterte vom Elfmeterpunkt. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat den Heimsieg gegen Werder Bremen verpasst. Nach einem verschossenen Elfmeter und dem Führungstreffer durch Linton Maina sorgten eine schwache zweite Halbzeit und Niclas Füllkrugs Ausgleich für ein gerechtes 1:1 (1:0).

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Alexander Haubrichs und Marc L. Merten

Samstagabend, Flutlicht – da schlägt das Fußballherz höher. Viel zu holen gab es für den 1. FC Köln in den Bundesliga-Topspielen zuletzt allerdings nicht. In der vergangenen Saison verloren die Geißböcke sieben von acht Partien, holten nur einen von 24 möglichen Punkten. Und auch diesmal, gegen den SV Werder Bremen, klappte es nicht mit einem Erfolgserlebnis.

Tore und Highlights

4. Minute: Nachdem der FC in den ersten drei Pflichtspielen der Saison jeweils mit 0:1 in Rückstand geraten war, kündigte René Wagner vor Anpfiff an: „Wir wollen ab Minute eins Druck machen.“ Die erste Chance des Abends hatte allerdings Werder. Nach einer Flanke von Leverkusen-Leihgabe Arthur kam Füllkrug zwischen Jahmai Simpson-Pusey und Luka Lochoshvili zum Kopfball. Aus kurzer Distanz setzte er den Abschluss genau auf Marvin Schwäbe – Glück für den FC.

7. Minute: Auf der Gegenseite spielten die Geißböcke erstmals rund um den Bremer Sechzehner. Und das hatte direkt Folgen: Thijs Dallinga zog von rechts ab, sein Schuss wurde geblockt – von einem Bremer Arm! Regeer hatte seine Körperfläche unerlaubt vergrößert und so zeigte Schiedsrichter Florian Exner zielsicher auf den Elfmeterpunkt. Dallinga übernahm bei seinem Startelf-Debüt die Verantwortung – und scheiterte. Der Niederländer visierte das linke untere Eck an, schoss nicht schlecht, aber Bremen-Keeper Hein parierte.

11. Minute: Ein Dämpfer? Mitnichten. Erst probierte es Skhiri aus dem Hinterhalt und wurde geblockt, dann antizipierte Tom Krauß überragend. Der Sechser fing den Ball im Bremer Spielaufbau ab und leitete damit das 1:0 ein. Krauß bediente Skhiri, der aus dem Zentrum nach rechts rauslegte, wo Linton Maina nicht lange fackelte und mit rechts ins lange Eck traf. Mit genau 100 km/h zur FC-Führung! Ein eiskalter Abschluss, wie man ihn von Maina in der Vergangenheit selten gesehen hat.

19. Minute: Im Anschluss an die Kölner Drangphase von der fünften bis zur 15. Minute gestaltete Werder das Geschehen ausgeglichen. Nach einer Flanke von Deman legte Grüll auf Dinkci ab, der das FC-Tor per Direktabnahme verfehlte.

42. Minute: Gefährlicher wurden die Gäste bis zur Pause nicht mehr. Generell nahmen die Höhepunkte im Laufe der ersten Halbzeit deutlich ab. Für einen Schreckmoment sorgte Lochoshvili, der sich im Strafraum bei einer Klärungstat selbst an den weit ausgefahrenen Arm schoss – laut Regel kein Handspiel, die Bremer forderten vergeblich einen Elfmeter.

49. Minute: Auch nach dem Seitenwechsel hatte Werder die erste Chance. Simpson-Pusey verschätzte sich und ließ Deman laufen. Bei dessen Abschluss von halblinks war Schwäbe jedoch zur Stelle.

53. Minute: Genauso bei Chukis Abschluss aus acht Metern. Der FC erwischte allerdings keinen guten Start in die zweite Halbzeit, gab die Bälle viel zu schnell her, war zu passiv.

58. Minute: Und das hätte sich beinahe gerächt! Dinkci knallte den Ball von der Ecke des Fünfmeterraums an die Latte. Da hätte Schwäbe nicht mal den Hauch einer Chance gehabt.

63. Minute: Dann weckte Moore das Stadion auf. Der Engländer profitierte von einem Fehler im Bremer Spielaufbau und dribbelte durch die gesamte Werder-Hälfte auf den Strafraum zu. Aus 17 Metern zwang er Hein zu einer Glanztat.

69. Minute: Wagner wechselte dreifach. Doch es waren weiterhin die Bremer, die das Spiel machten. Nach einem Eckball klärte Simpson-Pusey vor die Füße von Niclas Füllkrug, der aus fünf Metern zum verdienten 1:1 einschoss.

73. Minute: Der eingewechselte Isak Johannesson hätte per direktem Freistoß sofort antworten können, zielte aus 20 Metern aufs Torwarteck – Hein hielt. Und Wagner brachte Said El Mala!

84. Minute: Der FC übernahm in der Schlussphase wieder die Initiative, tat sich aber schwer, zu klaren Chancen zu kommen. Bülter probierte es aus der Distanz und ließ Bremens Schlussmann Hein noch einmal fliegen. Es blieb beim 1:1.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Castro-Montes (64. Sebulonsen), Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah – Skhiri, Krauß (90. Okon-Engstler) – Bülter, Moore (74. S. El Mala), Maina (64. Johannesson) – Dallinga (64. Ache)

Zur Aufstellung: Nach dem 1:4 in Stuttgart nahm René Wagner vier Änderungen vor. Mikey Moore, Ellyes Skhiri und Thijs Dallinga feierten ihre Startelf-Premiere, zudem war Marius Bülter etwas überraschend von Beginn an dabei. Bei Said El Mala reichte es nach überstandener Erkältung immerhin für 20 Minuten. Luca Waldschmidt, Rav van den Berg, Reigan Heskey und Imad Rondic schafften es gar nicht erst in den Kader.

Fazit

Nach drei schwachen ersten Halbzeiten war es diesmal der zweite Durchgang, der dem 1. FC Köln den Sieg kostete. Nach dem verdienten Führungstreffer durch Linton Maina wurde der FC schon bis zur Pause immer passiver. Nach dem Seitenwechsel war Werders Ausgleichstreffer eigentlich nur eine Frage der Zeit – die Geißböcke bettelten förmlich darum und wurden von Füllkrug erhört.

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