FC-Coach findet seine Leimer: Was Wagner in Kitzbühel besonders wichtig war

René Wagner während der Zeit in Kitzbühel. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
René Wagner während der Zeit in Kitzbühel. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Der 1. FC Köln ist zurück in der Heimat. René Wagner und Thomas Kessler haben nach einer Woche in Kitzbühel ein zufriedenes Trainingslager-Fazit gezogen. Was den FC-Verantwortlichen besonders wichtig war.

Aus dem Trainingslager in Kitzbühel berichten Marc L. Merten und Martin Zenge

Mit einer Stunde Verspätung reiste der 1. FC Köln am Freitagabend aus Salzburg zurück an den Rhein, die Landung am Flughafen Köln/Bonn erfolgte erst um kurz nach 21 Uhr und nicht wie geplant um 20.15 Uhr. Doch der kleine Schönheitsfehler zum Trainingslager-Abschluss wird den positiven Gesamteindruck der Kitzbühel-Woche gewiss nicht trüben.

Nach zwei Jahren in der Steiermark, jeweils mit problematischen Platzverhältnissen, fanden die Geißböcke im Koasastadion in St. Johann sowie auch im Teamquartier Kitzhof absolute Top-Bedingungen vor. „Wir haben bewusst einen anderen Standort gewählt und sind sehr zufrieden“, fühlte sich Geschäftsführer Thomas Kessler in der Trainingslager-Wahl bestätigt und hielt in seinem Fazit fest: „Wir konnten hier sehr konzentriert arbeiten.“

Wagner: „Sind als Gruppe zusammengewachsen“

Doch nicht nur mit den „sehr guten Trainingsbedingungen“, sondern auch mit dem, was auf dem Rasen passierte, zeigte sich der Sportchef zufrieden: „Das Trainingsniveau war sehr gut, sehr ambitioniert. Einige Jungs sind schon in guter Frühform.“ Wobei man dies wie gewohnt „mit Vorsicht genießen“ müsse.

René Wagner stimmte nach dem abschließenden 2:2 im 120-Minuten-Test gegen Hertha BSC am Freitag ebenfalls einen positiven Ton an. „Viele, viele Spieler haben Vollgas gegeben. Es war viel Intensität im Training“, sprach der Kölner Coach ein generelles Lob aus. „Wir haben an Sachen gearbeitet, die man gegen Hertha teilweise schon gesehen hat. Gegen einen Gegner, der nächste Woche startet, funktioniert nicht alles so, wie wir uns das vorstellen – aber wir sind mit dem Camp sehr, sehr zufrieden. Das Umfeld war super, wir hatten echt coole Tage und sind als Gruppe noch mal zusammengewachsen.“

Wir haben ganz viel über sozialen Leim gesprochen – also Spieler, die unsere Gruppen verbinden müssen.

René Wagner

Letzteres war dem 38-Jährigen ein besonderes Bedürfnis. „Wir haben es geschafft, die Charaktere zusammenzuschieben. Wir haben ganz viel über sozialen Leim gesprochen – also Spieler, die unsere Gruppen verbinden müssen. Es gibt viele Jungs, die sich da echt ins Zeug legen. Die ganze Mannschaft ist bedacht, die Neuen in die Gruppe zu integrieren.“ In Kitzbühel hat Wagner sozusagen seine Leimer gefunden.

„Die Jungs haben die Zeit gut genutzt, auch schon sehr früh ein Team-Event gemacht, was häufig erst später stattgefunden hat. Daher ist die Integration gut angelaufen“, freute sich auch Kessler über die Fortschritte in Sachen Teamgeist.

Wagner: „Viele laute Stimmen auf dem Feld“

In fußballerischer Hinsicht waren es Leitplanken wie „mutig nach vorne spielen, mutig verteidigen und kompakt stehen“, aber auch „in Phasen hoch anlaufen, den Gegner unter Druck setzen und hohe Ballgewinne erzielen“, die Wagner mit seiner Mannschaft bearbeitet hat.

Auffällig war nicht selten die Lautstärke auf dem Platz, die häufig von einem kommunikation Trainerteam kam, aber nicht nur: Wagner und seine Assistenten legten auch bewusste Pausen ein, um die Spieler sich selbst zu überlassen. „Wir fordern ein, dass die Mannschaft selber miteinander spricht und Lösungen findet.“ Auch in dieser Hinsicht sieht der ehemalige Co-Trainer, den die Spieler nun noch einmal ausführlich in seiner neuen Chefrolle kennenlernen konnten, deutliche Fortschritte: „Wir haben mittlerweile viele laute Stimmen auf dem Feld.“

So geht es beim 1. FC Köln weiter

Nach der Saisoneröffnung am Samstag und dem freien Sonntag beginnt Montag am Geißbockheim die zweite Hälfte der Vorbereitung – die Feinabstimmung. Mit dem Doppel-Test gegen den spanischen Pokalsieger Real Sociedad, gerade mit dem Spiel im RheinEnergieStadion am Samstagnachmittag (15.30 Uhr), wartet am kommenden Wochenende das Highlight des Sommers. Wagner kündigte schon vor der Abreise aus Kitzbühel an: „Wir freuen uns, dass wir in Köln weiterarbeiten können.“

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