Die U21 des 1. FC Köln ist ohne Cheftrainer in die Vorbereitung gestartet. Für Evangelos Sbonias ist die Entscheidung eine große Chance. Wie das aber zu den ambitionierten Zielen der Zweitvertretung passt, muss sich erst zeigen.
Ein Kommentar von Alexander Haubrichs
Während bei den Profis zumindest nach außen hin weitgehend Stillstand herrschte, sorgte die U21 des 1. FC Köln in den vergangenen Wochen mit ambitionierten Neuverpflichtungen für Aufsehen. Es schien, als wolle der FC im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga durchaus ein Wörtchen mitreden. Doch am Tag des Trainingsauftakts war all das erst einmal Makulatur.
Während sich der 30-Mann-Kader zum ersten Mal zum Training traf, fehlte mit Evangelos Sbonias der Erfolgstrainer der letzten Jahre. Er war am Morgen offiziell ins Trainerteam der Profis befördert worden – wie man hört, auf ausdrücklichen Wunsch von Chefcoach René Wagner. Für Sbonias eine große Chance – nicht zuletzt, weil sich so seine Position beim DFB verbessert, um für den nächsten Fußballlehrer-Lehrgang eingeladen zu werden. Das Problem für den FC: Sein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.
Ambitionierte Neuzugänge, aber kein Trainer
Und genau da stellt sich die Frage, warum man ausgerechnet unmittelbar vor dem Trainingsauftakt diese Idee umgesetzt hat. Denn den Neuzugängen, die teilweise von ambitionierten Drittligisten kommen, hatte Sbonias sicherlich andere Dinge in Aussicht gestellt. Dass ein Trainer von einem anderen Verein abgeworben wird, ist im Profigeschäft oft nicht zu verhindern. Dass man sich aber mit dem Timing einer internen Beförderung selbst ein Bein stellt, hat Seltenheitswert.
Die U21 könnte in der 3. Liga sicher ein besseres Sprungbrett in Richtung Profis sein als die vom Niveau überschaubarere Regionalliga West. Das würde es für Talente attraktiver machen, beim 1. FC Köln anzuheuern. Die ambitionierten Kader-Pläne machen also Sinn. Die Aufbruchstimmung, die die verheißungsvollen Neuverpflichtungen geweckt haben dürfte, ist mit dem Sbonias-Abschied jedoch erst einmal einer Unsicherheit gewichen.
Schlechtes Timing, aber auch eine Chance
Es herrscht Handlungsbedarf beim 1. FC Köln. Und das unter Zeitdruck. Schließlich darf der nächste U21-Trainer nicht erst kurz vor dem Ligabeginn am Geißbockheim aufschlagen. Will der FC seine hohen Ziele noch einmal untermauern, bräuchte es eine baldige, möglichst namhafte Lösung für die Sbonias-Nachfolge – beispielsweise der derzeit vertragslose und drittligaerfahrene Ex-FC-Profi Olaf Janssen. Bis dahin jedoch bleibt das Gefühl schlechten Timings.







Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!