Transferstau als einzige Chance? FC bei Rückkehr-Plan skeptisch

Jusuf Gazibegovic bestritt bislang erst 13 Pflichtspiele für den 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Jusuf Gazibegovic bestritt bislang erst 13 Pflichtspiele für den 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Jusuf Gazibegovic wünscht sich eine Rückkehr zum 1. FC Köln. Am Geißbockheim ist man skeptisch – alle Seiten hatten sich von der Leihe zu Sturm Graz mehr erhofft. Hilft dem Rechtsverteidiger die noch stockende Kaderplanung?

In der Historie des 1. FC Köln hat Jusuf Gazibegovic einen ganz speziellen Platz inne. Der Rechtsverteidiger war im Januar 2025 die erste Profi-Verpflichtung nach Absitzen der Transfersperre. Und durchaus eine hochkarätige, schließlich holten die Geißböcke einen Rechtsverteidiger mit Champions-League-Erfahrung in die 2. Bundesliga. Allerdings sieht es nicht danach aus, als würde Gazibegovic noch weitere Spuren hinterlassen.

Im Januar wurde der 26-Jährige an seinen Ex-Club Sturm Graz verliehen, um Spielpraxis zu sammeln und sich für die Weltmeisterschaft zu empfehlen. Ersteres gelang bedingt, letzteres nicht. In der Rückrunde der österreichischen Bundesliga stand Gazibegovic achtmal in der Startelf, wurde dreimal eingewechselt und fiel viermal verletzt aus – so ganz am Schnürchen lief es nicht. Zumal der 23-fache bosnische Nationalspieler nicht nur die WM, sondern auch seine dritte Meisterschaft mit Graz verpasste.

Gazibegovics Chancen haben sich nicht verbessert

Den Verantwortlichen am Geißbockheim geht es wie Gazibegovic selbst: Man hatte sich von dieser Leihe mehr erhofft. Dem Vernehmen nach haben sich seine Aussichten auf Einsatzzeit beim FC durch das halbe Jahr in Graz nicht verbessert.

Dabei ist es Gazibegovics großes Ziel, sich im zweiten Anlauf durchzusetzen. „Ich würde auf jeden Fall gerne in Köln zeigen, was ich kann. Das ist logisch“, sagte er im Rahmen seines erneuten Abschieds aus Graz und beteuerte: „Das Kapitel ist für mich noch nicht geschlossen.“

Gazibegovic: „Dann bin ich offen für alles“

Wobei sich der gebürtige Salzburger schon eine Hintertür offen ließ. Natürlich müsse es zunächst Gespräche mit dem Verein geben, er wolle „unbedingt spielen“, ließ Gazibegovic durchblicken, dass ein Abschied für ihn ein Thema werden kann: „Wenn das dort nicht der Fall ist, bin ich offen für alles andere – für Graz bin ich immer offen.“

Seine womöglich einzige Chance beim FC: ein anhaltender Transferstau. Von den vier Planstellen im Kader für Außenverteidiger sind aktuell nur zwei vergeben. Sebastian Sebulonsen war als Rechtsverteidiger zuletzt gesetzt, dazu kommt der auf beiden Seiten einsetzbare Alessio Castro-Montes.

Schauen wir einfach, ob es in Köln weitergeht oder woanders.

Jusuf Gazibegovic

Vor allem für die linke Seite wird nach der nicht genutzten Kaufoption für Kristoffer Lund mit Hochdruck nach neuen Gesichtern gesucht. In Verbindung gebracht wurde der FC unter anderem mit Hoffenheim-Talent Hennes Behrens (zuletzt ausgeliehen an Heidenheim). Findet Sportchef Thomas Kessler bis zum Trainingsauftakt am 13. Juli keine neuen Außenverteidiger, könnte Gazibegovic sich zeigen – und die Verantwortlichen überraschen.

Zum Saisonende kündigte er an, schon im Urlaub Vollgas geben zu wollen. „Ich will den Sommer gut nutzen, um an meinen Sachen zu arbeiten, um ein paar Prozent draufzuhauen und fitter zu werden. Dann schauen wir einfach, ob es in Köln weitergeht oder woanders.“ Sein Vertrag beim FC läuft noch zwei Jahre, bis zum 30. Juni 2028.

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