„Gehört zum Geschäft“: Drei Wochen, drei Transfers – macht’s der FC wie der HSV?

Sportchef Thomas Kessler beim Training am Donnerstag. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Sportchef Thomas Kessler beim Training am Donnerstag. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

In drei Wochen startet die neue Bundesliga-Saison. Mindestens drei weitere Transfers sollen nach Gil Neves sowie der als sicher geltenden Verpflichtung von Mikey Moore noch getätigt werden. Trainer René Wagner gibt sich entspannt. Macht’s der 1. FC Köln wie der HSV vor einem Jahr?

Auch am Donnerstag tummelte sich auf dem Trainingsplatz des 1. FC Köln wieder ein großer Kader. Die U21-Talente dürfen sich nach wie vor beim Bundesliga-Team zeigen, zudem ist der zuletzt erkrankte Elias Bakatukanda wieder fit – einzig auf den langzeitverletzten Timo Hübers muss René Wagner aktuell verzichten. Und doch ist der Kader längst nicht komplett.

Drei Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt und dreieinhalb Wochen vor Schließung des Transferfensters sind es mindestens noch drei Positionen, die es zu besetzen gilt – lässt man die jüngste Verpflichtung von Gil Neves sowie den bevorstehenden Transfer von Mikey Moore außer Acht. Der Portugiese soll sich über die U21 an die Profis herantasten. Der Engländer ist trotz seiner erst 18 Jahre als Soforthilfe für die FC-Offensive eingeplant. Sein Wechsel befindet sich bekanntlich auf der Zielgeraden, nur noch letzte Details sollen vor dem Medizincheck zu klären sein.

Wagner: „Damit müssen wir arbeiten“

Darüber hinaus genießt fraglos die Suche nach einem Sechser mit Startelf-Potenzial die höchste Priorität – nach der Hängepartie um Ellyes Skhiri und dem Traum von Edson Alvarez. Hinzu kommen ein Linksverteidiger-Konkurrent für Gideon Mensah und eine Sturm-Alternative zu Ragnar Ache. „Es ist kein Geheimnis, dass wir in allen Mannschaftsteilen noch etwas machen wollen“, sagte Vizepräsident Ulf Sobek im Interview mit dem GEISSBLOG.

René Wagner übt keinen Druck aus, gibt sich betont entspannt. Er kenne diese Situation schon aus der Vergangenheit, wenn auch nicht als Chefcoach. „In der letzten Saisonvorbereitung kamen auch einige Spieler später zu uns“, erinnert sich der 38-Jährige und meint: „Damit müssen wir arbeiten, das gehört zum Geschäft dazu – vor allem in Jahren, in denen eine WM gespielt wurde. Da bewegt sich der Markt normalerweise immer ein bisschen langsamer.“

HSV punktete mit späten Transfers

Andere Mannschaften hätten in der Vergangenheit erst „kurz vor Ende des Transferfensters“ nachgelegt, ergänzt Wagner und mag dabei womöglich an den Hamburger SV denken. Der HSV sicherte sich vor einem Jahr auf den letzten Metern der Wechselperiode Fábio Vieira, Luka Vušković und Albert Sambi Lokonga – die drei Garanten für den Klassenerhalt. Trotz des Fehlstarts ohne das Trio landete Hamburg letztlich sechs Punkte vor den glänzend gestarteten Kölnern.

Man sieht: Auch späte Transfers können erfolgreiche Transfers sein. Wagner arbeitet zunächst mit dem Aufgebot, das ihm zur Verfügung steht, und zeigt sich zufrieden: „Alle Jungs, die hier sind, geben Gas. Wir haben einen guten Kader zusammen.“ Gleichzeitig ist er überzeugt: „Wir wollen uns natürlich noch auf ein, zwei Positionen verstärken. Und das werden wir auch tun.“

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