Der 1. FC Köln wartet seit über elf Monaten auf einen Auswärtssieg in der Bundesliga. Gelingt den Geißböcken ausgerechnet beim HSV die Wende? Dort herrscht bessere Stimmung als man vermuten würde.
Vor einem Jahr startete der 1. FC Köln stark in die neue Saison. Zehn Punkte holte der FC in den ersten sechs Spielen – und sieben davon auswärts. Sieg in Mainz am 1. Spieltag, Sieg in Hoffenheim am 6. Spieltag. Der nahezu perfekte Start unter Lukas Kwasniok. Das Problem: Das 1:0 bei der TSG Hoffenheim sollte bis heute der letzte Auswärtssieg in der Bundesliga für den FC bleiben.
Seit dem 3. Oktober 2025 konnte der FC kein Auswärtsspiel mehr gewinnen. Die Bilanz seitdem ist schauderhaft: sechs Unentschieden, acht Niederlagen, 14:33 Tore. Kein Sieg in 14 Spielen, nur sechs von möglichen 42 Punkten. Auch in dieser Saison ging es nicht gut los. Es gab das 1:4 beim VfB Stuttgart. Nur im DFB-Pokal bei den Würzburger Kickers gab es einen Sieg.
Null Punkte, aber der FC muss auf der Hut sein
René Wagner begann seine Amtszeit mit drei Auswärts-Unentschieden in Folge, ehe es zum Abschluss der Saison das 1:5 beim FC Bayern gab und nun am 2. Spieltag die Niederlage beim VfB. Es wird Wagners sechstes Auswärtsspiel in der Hauptverantwortung, und beim HSV soll es mit dem ersten Sieg klappen. Der 38-Jährige weiß um die Erwartungshaltung der Fans, zumal die Hamburger denkbar schlecht in die neue Saison gestartet sind (null Punkte, 0:12 Tore).
„Ich glaube, der HSV hat es auch letztes Jahr bewiesen, dass sie nach einem nicht so guten Start stark zurückkommen können“, warnte Wagner am Sonntag. „Sie haben die Saison stark beendet, und ich glaube, dass da ein Konstrukt gewachsen ist, was dem standhalten kann.“ Auch in diesem Sommer stellte der HSV erst spät seinen Kader fertig zusammen, ähnlich zum FC. So kommt das Duell der beiden Traditionsclubs einer Blackbox gleich.
Wagner warnt vor positivem HSV
Zumal beim HSV trotz des Fehlstarts die Laune erstaunlich positiv ist – dank der Trainingsrückkehr des vier Jahre wegen Doping gesperrten Mario Vuskovic sowie der am Freitag vollzogenen Vertragsverlängerung von Cheftrainer Merlin Polzin. „Ich glaube nicht, dass wir zu einem Gegner fahren werden, bei dem wir einfach mal so drei Punkte mitnehmen können“, sagte Wagner daher auch. „Im Gegenteil: Die werden sich natürlich jetzt einschwören. Die wollen alles dafür tun, dass sie erst drei Punkte sammeln.“
Darauf muss sich der FC einstellen. Der HSV will den ersten Sieg, der FC den ersten Auswärtssieg seit fast zwölf Monaten. Sollte es gelingen, würde den Geißböcken immerhin der Jahrestag ohne einen einzigen Auswärts-Dreier erspart bleiben. Denn wegen der langen Länderspielpause steht das nächste Auswärtsspiel dann erst wieder am 16. Oktober bei Eintracht Frankfurt an. Dort holte Wagner in seinem Cheftrainer-Debüt im April ein 2:2.







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