Kesslers zweiter Transfer-Sommer im Vergleich: Der FC ist noch auf Kurs

Thomas Kessler und Tim Steidten planen den Kölner Kader.
Sportchef Thomas Kessler und Tim Steidten planen den Kölner Kader. Foto: imago/Herbert Bucco

Gespenstische Ruhe auf dem Transfermarkt: Der 1. FC Köln mit Sportchef Thomas Kessler strapaziert die Geduld der Fans, die Nervosität wächst. Doch ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt: Noch ist die Kaderplanung weitgehend im Zeitrahmen.

Der Blick auf die Transferliste des 1. FC Köln lässt derzeit viele Fans ungeduldig werden. Während einige Bundesliga-Konkurrenten wie Borussia Mönchengladbach oder Werder Bremen die Planungen schon weit vorangetrieben haben, wartet man beim FC noch die ersten Vollzugsmeldungen in Sachen Transfers. Doch ein Vergleich mit dem vergangenen Sommer zeigt: So weit liegt Sportchef Thomas Kessler in seiner zweiten Saisonplanung gar nicht hinter dem Aufstiegsjahr zurück.

Die Vorbereitung beginnt in diesem Jahr erst am 23. Juli und damit gut zweieinhalb Wochen später als im Vorjahr. Allein dieser spätere Trainingsauftakt verschiebt den gesamten Zeitplan der Kaderplanung.

Zwar hatte der FC im vergangenen Sommer mit Ragnar Ache (27. Mai) und Isak Johannesson (1. Juni) zwei wichtige Verpflichtungen frühzeitig perfekt gemacht. Der Transfer von Said El Mala war sogar schon ein Jahr zuvor fixiert worden und gehörte streng genommen gar nicht mehr zur eigentlichen Transferperiode. Danach aber wurde es erst mal ruhig.

Kaminski-Verpflichtung ein Glücksfall

Erst unmittelbar vor dem Trainingsauftakt nahm die Kaderplanung wieder Fahrt auf. Ein Glücksfall war sicherlich, einen Qualitätsspieler wie Jakub Kaminski noch vor dem Start am 4. Juli zu verpflichten. Thomas Krauß folgte einen Tag später. Ersatzkeeper Ron-Robert Zieler wurde sogar erst am Abend des ersten Trainingstages offiziell vorgestellt. Die übrigen Neuzugänge kamen erst im weiteren Verlauf des Sommers hinzu.

Rechnet man den späteren Trainingsbeginn in diesem Jahr und die bereits gezogenen Kaufoptionen heraus, ist der FC aktuell im Grunde nur zwei externe Neuzugänge hinter dem Stand des Vorjahres. Die Nervosität vieler Anhänger, die die Sorge plagt, der FC sei auf dem Transfermarkt deutlich im Hintertreffen, wird durch die Zahlen zumindest relativiert.

1. FC Köln wartet auf den Domino-Effekt

Hinzu kommt, dass der Markt insgesamt nur langsam Fahrt aufnimmt. Die Klub-Weltmeisterschaft hat viele Entscheidungen verzögert, zahlreiche Vereine warten zunächst auf Verkäufe, ehe sie selbst aktiv werden können. Wenn die ersten großen Transfers über die Bühne gehen, kommt Geld in den Markt, das einen Dominoeffekt in Gang setzen kann. Auch beim FC sind deshalb Geduld und das richtige Timing gefragt.

Für Sportchef Thomas Kessler und Kaderplaner Tim Steidten kommt erschwerend hinzu, dass die Situationen um Said El Mala und Jakub Kaminski Einfluss auf die weitere Kaderplanung haben. Je nachdem, wie sich diese Personalien entwickeln, können sich Prioritäten auf dem Transfermarkt noch einmal verschieben. Zudem ändert sich die Nachfrage nach Spielern ständig. Wer zu früh zuschlägt, könnte am Ende sich auch Chancen verbauen. 

Noch ist also reichlich Zeit. Entscheidend wird nicht sein, wer seine Transfers zuerst verkündet – sondern wer Ende August den besseren Kader zusammengestellt hat. Am Geißbockheim sind sie zuversichtlich, dass ihnen das gelingt.

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