Der 1. FC Köln gewinnt das erste Testspiel der Sommer-Vorbereitung. Überzeugend war die Leistung gegen den Bezirksligisten Rheinsüd Köln nicht. Doch René Wagner war zufrieden.
René Wagner war heiser, als er nach den 90 Minuten gegen Rheinsüd Köln zu den Journalisten sprach. Der Trainer des 1. FC Köln hatte einen 5:0-Aufgalopp der Geißböcke gesehen mit vielen vergebenen Torchancen, aber auch einigen Ungenauigkeiten und wenigen Kombinationen, die Lust auf mehr gemacht hätten. Dennoch wollte der 38-Jährige keine Kritik an der Mannschaft üben.
„Man hat in Phasen gesehen, dass es eine harte Trainingswoche war, aber die Jungs haben keinen Ball aufgegeben“, sagte der FC-Coach hinterher. „Im letzten Drittel ist es immer schwer, wenn eine Mannschaft mit elf Mann die eigene Box verteidigt. Das wissen wir alle. Trotzdem haben wir uns viele Chancen erzielt, hätten aber sicher das eine oder andere Tor mehr erzielen müssen.“
FC-Spieler holen Ball aus dem Tor
Das war freilich eine Untertreibung. Alleine in der ersten Viertelstunde ließ der FC mehrere Großchancen liegen. Dennoch wollte Wagner nicht nur Tore sehen. „Es ging heute um Haltung. Die haben wir gezeigt. Wir waren in allen Phasen griffig und haben viel Druck ausgeübt“, befand er einen Tag nach seinem 38. Geburtstag.
Eine Beobachtung sollte dies unterstreichen. Nach jedem erzielten Tor lief ein FC-Spieler direkt zum Ball im Tornetz, nahm diesen heraus und brachte ihn zum Anstoßpunkt. „Das kam von Armin Reutershahn“, erklärte Wagner. „Wir wollen auf die Kultur achten. Wir wollen im Spiel immer Druck halten. Deshalb ging es heute auch darum, nach einem Tor sofort wieder weiterzumachen und die nächste Aktion zu suchen.“
Tor bei Profi-Comeback
Diese „Kultur“ ist eine der wichtigsten Elemente, auf die Wagner mit seinem Trainerteam achten will. Ein Hinweis darauf, dass genau diese in den letzten Jahren nicht immer stimmte. Sportchef Thomas Kessler und Wagner haben der Mannschaft daher klare Aufträge erteilt, noch professioneller zu arbeiten und eine andere Mentalität an den Tag zu legen.
Eine schöne Geschichte rund um das Testspiel: das Profi-Comeback von Malek El Mala. Der ältere Bruder von Said war zum Ende der Trainingswoche nach den Ausfällen von Julian Pauli und Rav van den Berg ins Aufgebot gerückt und konnte sich direkt mit einem Tor belohnen. Nach einer Stunde Spielzeit markierte der Angreifer mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel das zwischenzeitliche 4:0.
Bleibt Malek El Mala bei den Profis?
Ob Malek nun bei den Profis bleiben darf, ist noch offen. Das will Wagner am Montag entscheiden. Klar ist aber: Nach einer halbjährigen Muskelverletzung und ersten Toren in der Vorbereitung für die U21 konnte der 21-Jährige nun auch mit einem Treffer für die Profis auf sich aufmerksam machen. Seine Chancen auf einen Platz im Trainingskader für die kommenden Wochen hat er damit zumindest erhöht. Nun liegt es an Wagner dies zu honorieren oder dem Stürmer noch etwas mehr Zeit in der U21 zu geben.








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