Das wäre ein Transfer-Hammer: Der 1. FC Köln beschäftigt sich offenbar mit Mexikos WM-Kapitän Edson Álvarez. Der defensive Mittelfeldspieler, zuletzt verliehen an Fenerbahçe Istanbul, steht noch bis 2028 bei West Ham United unter Vertrag. Kaderplaner Tim Steidten könnte für den FC zum Trumpf werden.
Weniger als eine Woche verbleibt bis zum Trainingsauftakt – und der Transfersommer des 1. FC Köln geht jetzt erst so richtig los. Nach der Verpflichtung von Innenverteidiger Luka Lochoshvili (1. FC Nürnberg) naht auch die Vertragsunterschrift des ablösefreien Linksverteidigers Gideon Mensah (zuletzt AJ Auxerre). Nach dessen WM-Aus mit Ghana, im Sechzehntelfinale gegen Kolumbien, befinden sich die Verhandlungen auf der Zielgeraden. Doch der FC hat offenbar noch einen weiteren WM-Star im Visier.
Die Meldung ploppte am Montagabend aus dem Nichts auf: Laut Sky-Reporter Florian Plettenberg arbeiten die Kölner an einer Verpflichtung von Mexikos Kapitän Edson Álvarez. Das Vorhaben sei schwierig – doch der FC lotet einen Transfer aus. Der unmittelbar bevorstehende Wechsel von Jakub Kaminski zu Benfica Lissabon verschafft den Geißböcken in finanzieller Hinsicht neue Möglichkeiten (der GEISSBLOG berichtete).
Tim Steidten überzeugte Edson Álvarez schon einmal
Sechser Álvarez wäre auf der Suche nach einem neuen Mittelfeldchef ein echter Ausrufezeichen-Transfer. Der 28-Jährige wurde 2023 als Nachfolger von Jude Bellingham bei Borussia Dortmund gehandelt, von 50 Millionen Euro Ablöse war die Rede. Stattdessen wechselte Álvarez von Ajax Amsterdam zu West Ham United, die Engländer zahlten 38 Millionen Euro.
West Ham? Genau, der Ex-Club des neuen Kölner Kaderplaners Tim Steidten. Der 47-Jährige hatte bei den Hammers kurz vor der Álvarez-Verpflichtung als Technischer Direktor übernommen und sagte über den Transfer später: „Ich bin sehr froh, dass Dortmund vielleicht etwas langsam war und ich die Chance hatte, ihn zu holen.“
Er gab mir Vertrauen und die Möglichkeit. Dann habe ich ihm gesagt: „Tim, wenn du mich wirklich willst, dann komme ich.“
Edson Álvarez
Álvarez selbst berichtete bei Sky über seine Gespräche mit Steidten: „Es war lustig, denn er rief mich an und sagte: ‚Hör zu. Ich will dich für mein neues Projekt. Du bist meine erste Wahl. Ich will und weiß, was du unserer Mannschaft geben kannst.‘ Er gab mir Vertrauen und die Möglichkeit. Dann habe ich ihm gesagt: ‚Tim, wenn du mich wirklich willst, dann komme ich. Dann will ich für West Ham in der Premier League spielen.'“
Nun ruft Steidten offenbar erneut nach Álvarez – und der Mittelfeld-Abräumer soll einem Wechsel nach Köln offen gegenüberstehen. Der kritische Punkt sind gewiss die Finanzen. Der Mexikaner steht bei West Ham noch bis 2028 unter Vertrag und soll pro Saison fünf bis sechs Millionen Euro verdienen.
Helfen könnte der Absturz der Londoner aus der Premier League. Üblicherweise, dieses Prozedere kennt man als Kölner Verantwortlicher nur zu gut, geht mit einem Abstieg ein angepasstes Salär einher. Auch bei West Ham sollen zahlreiche Profis über Vertragsklauseln verfügen, die das Gehalt um bis zu 50 Prozent sinken lassen.
Lange Verletzungspause bei Fenerbahçe
Am Abstieg in die Championship beteiligt war Álvarez indes nicht. Der 1,90 Meter große Rechtsfuß, zuvor zwei Jahre lang Stammkraft bei West Ham, spielte vergangene Saison auf Leihbasis für Fenerbahçe Istanbul. In der Türkei hatte Álvarez erhebliche Verletzungsprobleme, fiel aufgrund einer Operation am Knöchel nahezu die komplette zweite Saisonhälfte aus. So überraschte es nicht, dass Fenerbahçe darauf verzichtete, seine Kaufoption in Höhe von 22 Millionen Euro zu ziehen.
Bei der Weltmeisterschaft lief Álvarez nun zweimal von Beginn an für Mexiko auf, wurde zudem zweimal eingewechselt – so auch beim bitteren Aus des Co-Gastgebers im Achtelfinale gegen Mitfavorit England (2:3). Sein Marktwert wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Eine Summe, die der FC wohl auch nach dem Kaminski-Verkauf nicht zahlen wird, da es noch diverse Positionen im Kader zu besetzen gilt.

West Ham dürfte allerdings gesprächsbereit sein. Laut der Times führt der Abstieg zu einem Umsatzeinbruch von 50 bis 60 Prozent. Und die Kaderkosten in der Championship dürfen laut Liga-Reglement lediglich 85 Prozent der Einnahmen betragen. Heißt: Sogar auf der Insel muss bei Misserfolg gespart werden. In Kombination mit Steidtens Draht zu Álvarez ist das womöglich die große Chance für den FC.








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