„Hätte nichts dagegen“: Transfer als Nationalmannschafts-Chance für Ache

Ragnar Ache in Kitzbühel. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Ragnar Ache in Kitzbühel. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Vor seiner Verletzung im Saisonendspurt befand sich Ragnar Ache im Blickfeld der ghanaischen Nationalmannschaft, durfte sich Hoffnungen auf die Weltmeisterschaft machen. Gideon Mensahs Wechsel zum 1. FC Köln dürfte seine Chancen in der Zukunft erhöhen.

Er geht Stand jetzt ganz klar als Mittelstürmer Nummer eins in die neue Saison: Ragnar Ache möchte an seine starke Rückrunde mit sechs Treffern anknüpfen. Bis zu seinem Verletzungs-Aus am 30. Spieltag auf St. Pauli gehörte er zu den erfolgreichsten Bundesliga-Angreifern des Kalenderjahres. Auf die ganze Saison gerechnet, war Ache mit sieben Toren und fünf Vorlagen der zweitbeste Kölner Scorer nach Said El Mala.

Wer weiß, ob der 28-Jährige ohne seinen Muskelfaserriss nicht sogar zur WM in die USA, Kanada und Mexiko gereist wäre. Aches Mutter stammt aus Ghana und unter dem ehemaligen Nationaltrainer Otto Addo befand sich der FC-Profi bereits im Blickfeld der Nationalmannschaft. „Wir haben ihn auf dem Radar“, sagte Addo im März, wurde dann aber entlassen.

Ache: „Vielleicht wäre die Chance dagewesen“

Seinem Nachfolger Carlos Queiroz wurde die Entscheidung, ob er den Kölner Neuner anruft oder nicht, durch die Verletzung im Bundesliga-Endspurt abgenommen. „Auch zum neuen Trainer gab es nach meiner Verletzung bisher keinen Kontakt. Vielleicht wäre die Chance ohne die Verletzung dagewesen“, sagt Ache im Gespräch mit dem GEISSBLOG.

Gideon war bei Ghana schon ein paarmal Kapitän, vielleicht kann er ein gutes Wort einlegen. Ich hätte nichts dagegen.

Ragnar Ache

In der neuen Saison dürften seine Chancen, auf eine Nominierung schon allein durch einen Transfer des FC steigen. Schließlich ist mit Gideon Mensah ein 44-facher Nationalspieler Ghanas nach Köln gewechselt. So muss der künftige Nationaltrainer zwangsläufig auf die Geißböcke schauen. Ache schmunzelnd: „Gideon war bei Ghana schon ein paarmal Kapitän, vielleicht kann er ein gutes Wort einlegen. Ich hätte nichts dagegen.“

Linksverteidiger Mensah war während der WM unangefochtener Stammspieler Ghanas, verpasste bis zum Aus im Sechzehntelfinale gegen Kolumbien keine Minute – und entschied während des Turniers für den FC. „Ich hatte viele Optionen. Den ersten Kontakt zum FC gab es vor der WM, vor dem Saisonende durch Tim Steidten.“ Nach dem WM-Auftakt folgten weitere Gespräche, unter anderem mit René Wagner. „Nach dem zweiten Spiel war für uns eigentlich alles zu 100 Prozent klar“, verriet Mensah im Trainingslager in Kitzbühel.


Der FC-Neuzugang hätte gewiss nichts dagegen, künftig mit einem Teamkollegen zur Nationalmannschaft zu reisen. Kann Ache, in Frankfurt geboren und ehemaliger U21-Nationalspieler des DFB, seine Rückrunde bestätigen, dürfte eine Nominierung nur eine Frage der Zeit sein. Für den Torjäger, der im Testspiel gegen Hertha zum 1:0 traf, wäre es eine Ehre.

Hier geht es zum kompletten Interview mit Ragnar Ache. Der Angreifer spricht unter anderem über seinen Kampf gegen Verletzungen, den schwierigsten Moment der vergangenen Saison und sein spezielles Verhältnis zu Said El Mala.

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