El Mala „hätte Bock gehabt“ auf den BVB: Wie sicher ist sein FC-Verbleib wirklich?

Said El Mala wechselt nicht zum BVB. (Foto: IMAGO / Sven Simon)
Said El Mala wechselt nicht zum BVB. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Am Freitag ist Borussia Dortmund aus dem Poker um Said El Mala ausgestiegen. Bleibt der 19-Jährige nun definitiv beim 1. FC Köln oder gibt es noch eine Hintertür?

„Wenn Said nächstes Jahr bei uns spielt, freue ich mich riesig“, sagte Jörn Stobbe. Und auch René Wagner war am Freitag froh, „dass er bei uns bleibt und dass sich da aktuell nichts verändert“. Ob bewusst oder unbewusst: Mit „wenn“ und „aktuell“ bauten sowohl der Präsident als auch der Trainer des 1. FC Köln kleine Hintertüren in ihre Statements ein. Wie sicher ist Said El Malas Verbleib nach dem geplatzten BVB-Poker wirklich?

Allein die Personalie Nick Woltemade, an die sich nicht wenige Beobachter derzeit erinnert fühlen, hat gezeigt, dass es auf dem Transfermarkt keine 100-prozentigen Sicherheiten gibt. Im vergangenen Sommer blockte der VfB Stuttgart über Wochen sämtliche Angebote des FC Bayern München ab, der sich Woltemade für 50 Millionen Euro sichern wollte. Doch am 30. August, unmittelbar vor Toreschluss, legte Newcastle United 75 Millionen Euro auf den Tisch – ein Angebot, das die Schwaben nicht ablehnen konnten.

Kein Wunsch nach internationalem Transfer

Natürlich könnte auch in Köln ein Angebot eingehen, das der Club aus finanziellen Beweggründen annehmen müsste. Nur müsste dieses von Tag zu Tag höher ausfallen. Und auch insgesamt scheint die Gemengelage bei El Mala eine andere zu sein als bei Woltemade.

Mit der Absage an Brentford hat die Familie demonstriert, dass sie in diesem Sommer keinen Wechsel in die Premier League oder ins Ausland generell anstrebt. Das wissen auch die FC-Verantwortlichen. Nicht umsonst wurde zuletzt noch eine Anfrage des FC Fulham abgeblockt – ebenso ein Vorstoß der namhaften AC Mailand aus der italienischen Serie A. Nach nur einem Jahr in der Bundesliga forciert El Mala keinen internationalen Transfer.

Englands Top-Clubs haben andere Transferpläne

Eine Ausnahme würde gewiss das Interesse eines absoluten Top-Clubs darstellen – beispielsweise des FC Liverpool, mit dem der Youngster zwischenzeitlich in Verbindung gebracht wurde. Doch nach GEISSBLOG-Informationen wurde den Geißböcken von der Insel signalisiert, dass die Spitzenvereine andere Transferpläne haben. Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt ist El Mala für die erste Etage der Engländer noch kein Thema.

In Deutschland hätten neben Dortmund nur der FC Bayern München und RB Leipzig – dank des 125-Millionen-Wechsels von Yan Diomande zu Real Madrid – die Möglichkeit, El Mala loszueisen. Der Rekordmeister spielte im Poker bislang höchstens eine Nebenrolle. Leipzig klopfte zumindest an, doch laut Sky schließt RB Transfers ab 50 Millionen Euro Ablöse ohnehin aus.

Wir hätten Said El Mala gerne zum BVB geholt. Ich glaube, er hätte auch Bock gehabt.

Carsten Cramer

Und für El Mala, so ist es immer wieder zu vernehmen, war Borussia Dortmund für den Fall eines Wechsels in diesem Sommer der klare Favorit. Neue Aussagen von BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer untermauern das. „Wir hätten Said El Mala gerne zum BVB geholt. Ich glaube, er hätte auch Bock gehabt“, ließ es sich Cramer im Rahmen der Dortmunder Saisoneröffnung am Samstag nicht nehmen, bei Sky zumindest verbal noch einmal nachzulegen.

Dass der BVB finanziell nicht mehr nachlegen will, hatte am Freitag Sportboss Lars Ricken öffentlich angekündigt. Gerade mit Blick auf El Malas „Bock“ auf die Borussia muss die Frage aber erlaubt sein: Kann sich der FC sicher sein, dass der Vizemeister im Hintergrund nicht weiter an einem Transfer arbeitet?

Cramer: „Die Entscheidung ist gefallen“

Laut Cramer ist der Ausstieg aus dem Poker unumkehrbar: „Wir haben uns in guten Gesprächen mit Köln befunden, Köln hat uns auch immer ein ehrliches Feedback gegeben. Wir sind jetzt nicht auf einen Nenner gekommen, mehr wollen wir nicht machen. Die Entscheidung ist gefallen.“

Eine Sockelablöse von 46 Millionen Euro und inklusive Boni rund 55 Millionen Euro hatte der BVB zuletzt geboten – aus Sicht der Dortmunder Verantwortlichen mehr als genug. „Wir haben für ein, wie wir glauben, sehr attraktives, mutiges Angebot in Köln hinterlegt. Die Kölner haben das für nicht angemessen befunden“, so Cramer.

Wir wollten etwas riskieren, aber wir dürfen auch nicht den Fehler machen, größenwahnsinnig zu werden.

Carsten Cramer über den El-Mala-Poker

Mindestens 50 Millionen Euro fix plus realistische Bonuschancen hätte Dortmund für El Mala offerieren müssen, um grünes Licht zu erhalten. „Wir müssen am Ende die Kirche im Dorf lassen“, befand Cramer die Kölner Vorstellungen für vermessen. „Wir wollten etwas riskieren, aber wir dürfen eben auch nicht den Fehler machen, übermütig oder gar größenwahnsinnig zu werden. Daher dann am Freitag die gemeinsame Entscheidung, aus dem sogenannten Poker auszuscheiden.“

Und so spricht aktuell vieles dafür, dass die Kölner Verantwortlichen bald ohne verbale Hintertüren über El Malas Verbleib sprechen dürfen.

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